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Frankfurt: Kalbach-Riedberg ohne Kinderarzt

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Von: Steven Micksch

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Ein:e Kinderärzt:in müsste statistisch betrachtet 2500 Frankfurter Kinder betreuen. (Symbolbild)
Ein:e Kinderärzt:in müsste statistisch betrachtet 2500 Frankfurter Kinder betreuen. (Symbolbild) © Christin Klose/dpa

Eine Statistik der Stadt für das Jahr 2020 verzeichnet einen leichten Rückgang bei den Hausarztpraxen. Auch die Zahl der Kinderärzte ist überschaubar.

Die Zahl der niedergelassenen Vertragsärztinnen und -ärzte ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Dies geht aus einer aktuellen Statistik hervor, die die Stadt vor einigen Tagen veröffentlicht hat. Demnach praktizierten 1030 Mediziner:innen im Jahr 2020 im Stadtgebiet – ein Minus von 1,7 Prozent (18). Die Ärztedichte blieb aber unverändert: Pro 10 000 Einwohner:innen gibt es 14 Ärztinnen oder Ärzte.

Verfeinert man die Betrachtung der 1030 Vertragsärzte, erkennt man, dass es 271 Hausärztinnen im zugrundeliegenden Jahr gab. Auch dabei sei ein leichter Rückgang zu beobachten. 2019 waren es noch sieben mehr – ein Rückgang um 2,5 Prozent. Somit kommen auf 10 000 Einwohner vier Hausärztinnen. Bis auf den Ortsteil Berkersheim hat jeder Stadtteil mindestens einen Allgemeinmediziner. In Sachsenhausen-Nord (18) und Bornheim (17) gibt es die meisten. In sechs Stadtteilen gibt es nur einen Hausarzt.

Die Stadt resümiert aus der Statistik eine gute fußläufige Erreichbarkeit der hausärztlichen Versorgung. Für 50,4 Prozent der Bürgerinnen und Bürger war eine Hausarztpraxis in fünf bis zehn Gehminuten erreichbar (300 Meter Luftlinie). Rund 84 Prozent der Patienten erreichen eine Praxis innerhalb von zehn bis 20 Minuten und haben dabei eine Wegestrecke von maximal 960 Metern. Nahezu alle (99,2 Prozent) haben innerhalb von einem Kilometer Luftliniendistanz eine Praxis für Allgemeinmedizin. Das würde in der Hochrechnung bedeuten, dass man in der Spitze mindestens 20 Minuten braucht, um eine Praxis fußläufig zu erreichen.

Bei der Kinder- und Jugendmedizin gab es 2020 laut Statistik 53 Mediziner:innen in Frankfurt. Der ärztliche Versorgungsgrad in diesem Bereich: Auf 10 000 Einwohner unter 18 Jahren kamen vier Ärzte. Rein statistisch betrachtet müsste ein Kinderarzt also 2500 Frankfurter Kinder betreuen.

Die Praxen verteilten sich sehr unterschiedlich auf die Stadtteile. In Sachsenhausen-Nord gab es mit acht die meisten, gefolgt von Höchst (5) und je drei in Praunheim, Preungesheim und im Nordend-Ost. Kurios: In Kalbach-Riedberg, dem Ortsteil mit dem prozentual höchsten Anteil an Kindern unter 18 Jahren (5797; 26,1 Prozent), gab es keine einzige Praxis der Fachrichtung Kinder und Jugendmedizin.

Im Bereich Frauenheilkunde und Geburtshilfe wurden 103 Ärztinnen und Ärzte gezählt, in der inneren Medizin 182. Die Chirurgie war mit 91 vertreten. Alle anderen Fachgebiete lagen jeweils unter 53 praktizierenden Ärzten und wurden in der Rubrik „Sonstige“ zusammengefasst.

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