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Ein MainBecher.

Rhein-Main-Gebiet

Frankfurt: Den Kaffee to go gibt's jetzt im #MainBecher

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Ab jetzt gibt’s den #MainBecher für das gesamte Rhein-Main-Gebiet. Die Erfinderinnen gewannen eine Wette gegen die Stadt Frankfurt.

Ein bisschen wirkte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) am Donnerstag wie der frühere Apple-Chef Steve Jobs. Er hatte immer noch „one more thing“, eine weitere Attraktion zu verkünden, oft ein neues Supertelefon. Heilig zog zum krönenden Abschluss einen metallenen Trinkhalm aus der Tasche – mit integrierter Reinigungsbürste.

Gute Sache. Aber zuvor war es um noch Bedeutenderes gegangen: den Beginn eines Pfandbechersystems fürs ganze Rhein-Main-Gebiet beim Frankfurter Müllentsorger FES: #MainBecher.

So läuft’s: Kunden kaufen eine Pfandmarke (einmalig drei Euro, keine weiteren Kosten). Die lässt sich in teilnehmenden Geschäften, Cafés, Tankstellen oder auch in der Mensa der Theologischen Hochschule St. Georgen gegen den grauen Becher aus 100 Prozent nachwachsendem Material (Harz, Stärke, Glukose, Wachs) eintauschen. Nach dem Austrinken tauscht die Kundschaft den Becher in einem Partnerbetrieb gegen eine Pfandmarke zurück. Die Löwen Frankfurt wollen die #MainBecher auch für ihr Eishockeypublikum anbieten.

Frankfurt-Bornheim: Erfinderinnen wurden fast überrannt

Erfinderinnen sind Marlene Haas und Claudia Schäfer, die eine Wette gegen die Stadt gewannen: Sie führten das Testmodell Cup2gether in Bornheim ein und wurden fast überrannt. „Umweltschutz, der sich richtig anfühlt und Spaß macht“, beschrieb Haas das Konzept. Es überzeugte, allen voran „die Knallköppe im lustigen Dorf Bornheim“, lobte Schäfer liebevoll. Mit dabei ist nun etwa Helge Seidel, Pächter zweier Aral-Tankstellen an der Friedberger Landstraße: „Coffee to go ist ein Riesenthema für uns und damit auch Müllvermeidung.“

25 Millionen Wegwerfbecher für Kaffee fallen laut Heilig jährlich in Frankfurt an. „Das ärgert mich“, sagt sie und sieht #MainBecher auch „als Vehikel: Wie kann ich mich umweltbewusst verhalten?“. Die FES finanziere das System mit einem sechsstelligen Betrag, sagte Geschäftsführer Dirk Remmert. Ende 2021 sollen 150 000 Becher mit 200 Systemstellen im Umlauf sein. Vorerst gibt es das 0,4-Liter-Gefäß; in Kürze folgen noch eine 0,3-Liter-Einheit und die Deckel.

Informationen: www.mainbecher.de.

Damit nicht nur die Verpackung, sondern auch der Inhalt stimmt, lesen Sie hier, wie fair Fairtrade-Kaffee wirklich ist*. Gut zu wissen ist auch, wie Sie mit einem alten Soldatentrick binnen zwei Minuten einschlafen.

Hanau überlegt ein Pfandsystem für Coffee-to-go-Becher einzuführen. 

Thomas Stillbauer

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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