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Gegen die IAA gab es massiven Protest.  

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Frankfurt kämpft um die IAA

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    Georg Leppert
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Am 24. Januar startet für Frankfurt die entscheidende Präsentation ihrer Pläne beim Verband der Automobilindustrie in Berlin.

Am heutigen Freitagmorgen will die Stadt Frankfurt ihre letzte Chance nutzen, künftig Austragungsort der Internationalen Automobilausstellung zu bleiben. Um 8 Uhr beginnt in Berlin die Präsentation der Stadt Frankfurt. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), der gerade noch beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos für den Wirtschaftsstandort geworben hatte, tritt jetzt beim Verband der Automobilindustrie (VDA) in der Bundeshauptstadt auf.

Die Frankfurter legen ein Konzept vor, nach dem die IAA künftig eine Mobilitätsmesse sein soll, die an vielen Orten der Stadt Präsenz zeigt. Jenseits des Automobils soll es auch um das Fahrrad und andere Verkehrsmittel gehen. Die IAA würde sich also über das eigentliche Messegelände hinaus ausdehnen und ihren Charakter völlig verändern.

An der Präsentation in Berlin nehmen neben Feldmann Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und der Frankfurter Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) teil. Dazu kommen der Geschäftsführer der Frankfurter Messe, Uwe Behm, und Stefan Weil von der Agentur Markgraph, die viele Messeauftritte und Veranstaltungen betreut hat.

Unterstützung vom Regionalverband RheinMain

Unterstützung kam am Donnerstag vom Regionalverband RheinMain. „Es gibt nur wenige Standorte, die eine Messe mitten in der Stadt präsentieren können“, sagte Verbandsdirektor Thomas Horn. „Die IAA braucht ein neues Konzept, aber ganz sicher keinen neuen Standort.“

Um die Ausrichtung der nächsten IAA Pkw im Herbst 2021 bewerben sich neben dem bisherigen Ausrichtungsort Frankfurt noch Hamburg, München, Berlin, Hannover, Stuttgart und Köln. Die Städte hatten am gestrigen Donnerstag begonnen, in Berlin ihre Pläne vorzustellen.

Die Chancen der Stadt Frankfurt werden von Fachleuten allerdings eher skeptisch beurteilt. Da die Automobilindustrie inhaltlich einen neuen Anfang für die Messe wolle, sei es nur logisch, sich auch vom langjährigen Standort zu lösen. In Frankfurt war die IAA seit dem Jahr 1951 organisiert worden. Im Ausland firmierte sie auch lange als „Frankfurt Motor Show“. Für Frankfurt spricht allerdings die zentrale Lage und die große Bedeutung des Flughafens.

Schwund bei Besuchern und Ausstellern

Bei der vorerst letzten IAA im vergangenen Jahr in Frankfurt hatte es einen deutlichen Schwund bei Besuchern und Ausstellern gegeben und außerdem viele Proteste von Umweltschützern und Klimaaktivisten. Nur 560 000 Menschen waren gekommen, nachdem es in früheren Jahren bis zu einer Million gewesen waren. Bis Ende Januar will der VDA-Vorstand entscheiden, mit welchen Städten er engere Gespräche und Vertragsverhandlungen aufnehmen will. Eine endgültige Entscheidung über die künftige IAA-Stadt erfolge in den nächsten Monaten, hieß es beim Verband.

Für den Verbleib der IAA in Frankfurt spricht sich auch die Frankfurt University of Applied Sciences (früher Fachhochschule) aus. Die Hochschule am Nibelungenplatz beteiligt sich an der Kampagne „Jaa zur IAA“, die die Wirtschaftsförderung angestoßen hat. Die Hochschule sei in Fächern wie Mobilität, Logistik, Maschinenbau und Informatik führend und hoffe schon deshalb darauf, dass die IAA in Frankfurt bleibe, sagte Präsident Frank Dievernich. Frankfurt sei „eine Stadt, in der Wissenschaft, Technologie, Internationalität und Innovation zusammenkommen“. Die IAA könne in der Stadt als „Katalysator für neue Technologien und Trends“ wirken. Zudem sei die Messe ein „Kulturgut der Stadt“. (mit dpa)

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