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SPD-Kandidat Kaweh Mansoori aus dem Frankfurter Nordend geht selbstbewusst in die Bundestagswahl am 26. September. Foto: Peter Jülich
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SPD-Kandidat Kaweh Mansoori aus dem Frankfurter Nordend geht selbstbewusst in die Bundestagswahl am 26. September.

PORTRÄTS ZUR BUNDESTAGSWAHL

Frankfurt: Kaweh Mansoori kämpft für Chancengleichheit

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Kaweh Mansoori will den Frankfurter Wahlkreis 183 für die SPD gewinnen – und rechnet sich gute Chancen aus. Einsetzen will er sich etwa für einen Ausbau der Ganztagsschulen.

Kaweh Mansoori ist gut gelaunt. „Sieht gar nicht so schlecht aus“, sagt der 33-Jährige, der für die SPD bei der Bundestagswahl den Wahlkreis 183 gewinnen will. Und untertreibt bewusst. Erstmals seit Jahren liegt seine Partei in Umfragen bundesweit vorn – und das sogar mit deutlichem Abstand vor der CDU. In Frankfurt könnte der östliche Wahlkreis nach Prognosen, auf die sich Mansoori beruft, zum ersten Mal seit Ewigkeiten an die Sozialdemokraten gehen.

Der Vorsitzende der SPD Hessen-Süd steht auf Platz 3 der Landesliste. Doch das werde diesmal wohl nicht reichen, weil die Sozialdemokraten hessenweit sehr viele Direktmandate holen könnten. „Ich muss direkt gewinnen“, sagt er am Montagmorgen im Café No. 48 an der Rotlintstraße im Nordend, der größten Hochburg der Grünen in der Stadt.

Kaweh Mansoori hätte am liebsten ein Bündnis mit den Grünen

Der Rechtsanwalt, der in Gießen aufwuchs, wohnt nur zwei Straßen weiter. Berührungsängste zu den Grünen und zum grünen Milieu hat er nicht. Er hofft, dass SPD und Grüne in der nächsten Regierung zusammenarbeiten, im allerbesten Fall alleine. Klar ist für ihn auch: „Nicht noch mal mit der Union.“ Schon nach der Bundestagswahl 2017 stimmte er gegen die große Koalition.

Lieblinge

Lieblingsort im Wahlkreis : Günthersburgpark

Lieblingspolitiker:in aus einer anderen Partei: Joschka Fischer (Grüne)

Andere Lieblinge: Ferdinand von Schirach (Autor), Clueso (Sänger), Tom Hanks (Schauspieler)

Jede Erststimme für die Sozialdemokraten sei letztlich eine für die CDU, hat Omid Nouripour zum Wahlkampfauftakt gesagt, der zum vierten Mal versucht, den Wahlkreis 183 für die Grünen zu gewinnen. Die SPD habe in Frankfurt schließlich deutlich schlechtere Chancen als seine Partei. „Das hat mich kein bisschen geärgert“, behauptet Mansoori. Eher habe das motivierend gewirkt. „Wir haben dann noch einen Zahn zugelegt.“ Seit Wochen begännen seine Tage schon mal vor 4 Uhr, damit er rechtzeitig vor einem Werkstor stehen kann, und endeten oft spät abends.

Mansoori hält Bettina Wiesmann (CDU) für seine Hauptkonkurrentin

Mansoori blickt sehr selbstbewusst auf den 26. September. Viele wünschten sich „frischen Wind“. Dabei hält er Nouripour, der als außenpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag sehr präsent ist, nicht einmal für seinen Hauptkonkurrenten. Eher werde es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Bettina Wiesmann (CDU), die den Wahlkreis bei der Bundestagswahl 2017 klar gewinnen konnte, schätzt er.

Gelingt ihm der Sprung in den Bundestag, will sich Mansoori, dessen Eltern als Geflüchtete aus dem Iran nach Deutschland kamen, besonders für Chancengleichheit einsetzen. Das Thema beschäftigt ihn seit vielen Jahren. Schon mit 16 hat er als Stadtschulsprecher von Gießen für eine bessere Durchlässigkeit des Schulsystems, später als Landesschulsprecher gegen die Studiengebühren gekämpft, die die CDU- Landesregierung 2006 einführte. Der Eintritt in die SPD, kurz vor der Landtagswahl 2008, war da für ihn folgerichtig. Mansoori engagierte sich etwa bei den Jusos, deren hessischer Vorsitzender er Ende 2018 wird. Mitte 2019 wählte ihn die SPD zu ihrem Bezirkschef.

Kaweh Mansoori setzt sich für ein Ganztagsangebot für alle Schulkinder ein

Gerecht ist das Bildungssystem nach Mansooris Einschätzung immer noch nicht. Viel zu sehr hänge es vom Elternhaus ab, ob jemand erfolgreich sei oder nicht. Mansoori will das ändern – und setzt dabei etwa auf eine Kindergrundsicherung von 250 bis 478 Euro im Monat, auf kostenlose gute Kitas und ein Ganztagsangebot für alle Schulkinder.

Kämpfen will der Jurist zudem für bezahlbare Wohnungen. Er tritt etwa für deutlich mehr Wohnungsbau, vor allem im geförderten Bereich, ein, aber auch für einen Mietendeckel, der die Anstiege höchstens auf das Inflationsniveau begrenzt. Gleichzeitig hält er eine Bodenpolitik für nötig, die die Spekulation mit Flächen erschwere. Stark macht sich Mansoori auch für eine Verkehrswende. Er wirbt für einen schnelleren Ausbau des ÖPNV und für ein 365-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr.

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