1. Startseite
  2. Frankfurt

Campus Frankfurt: Was wird aus dem Juridicum?

Erstellt:

Von: Florian Leclerc

Kommentare

Das Juridicum auf dem Uni-Campus Bockenheim in Frankfurt. Foto: Peter Jülich
Das Juridicum auf dem Uni-Campus Bockenheim in Frankfurt. Foto: Peter Jülich © peter-juelich.com

Das Landesamt für Denkmalpflege stellt das Mehrzweckgebäude Juridicum aus dem Jahr 1967 nicht unter Schutz. Initiativen wollen es bis zum Abriss für Kultur und Soziales nutzen.

Frankfurt – Im Hessischen Denkmalschutzgesetz heißt es: „Es ist die Aufgabe von Denkmalschutz und Denkmalpflege, die Kulturdenkmäler als Quellen und Zeugnisse menschlicher Geschichte und Entwicklung nach Maßgabe dieses Gesetzes zu schützen und zu erhalten sowie darauf hinzuwirken, dass sie in die städtebauliche Entwicklung, Raumordnung und den Erhalt der historisch gewachsenen Kulturlandschaft einbezogen werden“.

Das 1967 von Architekt Heinrich Nietschke als Mehrzweckgebäude errichtete Juridicum auf dem Campus Bockenheim in Frankfurt, mit zwölf Stockwerken und 48,50 Meter Höhe, fällt laut hessischem Landesamt für Denkmalpflege nicht unter diesen Schutz. Wie die Behörde auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mitteilte, wurde der Denkmalwert aller Gebäude auf dem Uni-Campus Bockenheim in den 2000er Jahren durch Fachleute des Amtes geprüft. Das Institut für Pharmazie, das Philosophische Seminargebäude, das Studentenwohnheim und die Stadt- und Universitätsbibliothek erhielten Denkmalschutz.

Juridicum in Frankfurt nicht unter Denkmalschutz: „Keine Wertigkeit ermittelt“

„Für das Juridicum hingegen wurde keine Wertigkeit gemäß dem Hessischen Denkmalschutzgesetz ermittelt. An dieser Einschätzung hat sich bis heute nichts geändert“, teilte das Landesamt für Denkmalpflege mit. Zur Begründung hieß es weiter, das Landesamt treffe nach wissenschaftlichen Kriterien eine Auswahl aus einer Reihe von erhaltenswerten Gebäuden. In Frankfurt gebe es viele historische Gebäude aus den 1950er und 1960er Jahren.

Anerkannt ist der Denkmalwert unter anderem für das Junior-Haus (1951) am Kaiserplatz, das Bienenkorbhochhaus (1954) an der Konstablerwache, Teile des früheren Bundesrechnungshofs (1953) an der Berliner Straße und Teile der Oberfinanzdirektion (1955) an der Adickesallee sowie das Fleming’s Hotel, früher Bayer-Hochhaus (1952), am Eschenheimer Tor. Aus den 1960er Jahren zählen das BHF-Bankhaus (1966), heute Oddo-BHF, an der Bockenheimer Landstraße und das Nationalhaus (1964) an der Neuen Mainzer Straße dazu.

Juridicum in Frankfurt: Zwischennutzung für Geflüchtete

Abgerissen wurden indes unter anderem das Hochtief-Hochhaus (1968) an der Bockenheimer Landstraße, dort steht nun das Westend Duo, sowie das Zürich-Haus (1962), ebenfalls an der Bockenheimer Landstraße, dort ist nun der Opernturm. Ein Abriss steht auch dem Juridicum bevor.

Das Gebäude befindet sich im Besitz der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG. Deren Geschäftsführer Frank Junker hatte im Interview mit der Frankfurter Rundschau darauf verwiesen, dass auf der Fläche der Neubau der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst sowie ein Zentrum der Künste für das Frankfurt Lab entstehen sollen. Wenn die Universität ausgezogen sei, werde das Gebäude als Unterkunft für Geflüchtete zwischengenutzt. Die Ada-Kantine und die Initiativen Offenes Haus der Kulturen und Zukunft Bockenheim werben dafür, dort Wohnraum und Räume für soziale und kulturelle Zwecke entstehen zu lassen. Die Römer-Koalition unterstützt die Initiativen bei ihrem Wunsch nach einer Zwischennutzung.

Wann das Juridicum abgerissen wird, steht noch nicht fest. (Florian Leclerc)

Auch interessant

Kommentare