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Die Otto-Hahn-Schüler diskutierten im vergangenen Jahr über ein Jugendparlament und Beteiligungsformen.

Jugendbeteiligung

Junge Menschen sollen Jugendparlament entwickeln

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Eine Planungsgruppe entwickelt ein Konzept für stadtweite Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen. Damit sich mehr Jugendliche einbringen, gibt es nun eine Plattform - und einen Namen für das Projekt.

Die Jugend soll sich in Frankfurt mehr einbringen können, mehr mitbestimmen dürfen – und für dieses Projekt gibt es nun einen Namen: „JugendMachtFrankfurt“. Bei der Entwicklung eines stadtweiten Beteiligungskonzepts soll unter anderem ein Jugendparlament entstehen. Daran arbeiten federführend Jugendring und StadtschülerInnenrat seit 2019. Nun gibt es Logo, Website und Sticker für „JugendMachtFrankfurt“, und alle Kanäle in sozialen Medien werden bespielt. „Das Projekt steht und fällt mit seiner Bekanntheit“, sagte Julien Chamboncel, Vorstandsmitglied des Frankfurter Jugendrings, am Dienstag in der Naxoshalle bei der Vorstellung von Marke und Plattform.

In der Stadtpolitik ist das Thema bekannt, denn ein Arbeitskreis mit Vertretern aus Politik und Ämtern berät die jugendliche Planungsgruppe. Mehr Beteiligung der Jugend finden die meisten richtig. „Wenn wir im Römer über Jugendliche Entscheidungen treffen, weiß ich nicht immer, ob unsere Lösung die ist, die sie brauchen“, sagte Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU). „Am Ende verbrennen wir Geld, weil es zwar gut gemeint, aber nicht gut gemacht war.“

Bisher sieht das Konzept der Jugendlichen ein Jugendparlament vor. Aber nicht nur. Denn nicht jeder habe Zeit, sich in parlamentarische Arbeit einzubringen, sagte Magnus Welkerling aus der Planungsgruppe. Deshalb soll es auch offenere Beteiligungsmöglichkeiten geben. Kurze Projekte, in den Stadtteilen etwa, in Jugendclubs. Über die sozialen Medien sollen mehr Junge erreicht werden, die Ideen für das Beteiligungskonzept haben. „Die Wege zur Beteiligung können unterschiedlich aussehen“, sagte Jugenddezernentin Daniela Birkenfeld (CDU). Wichtig sei, dass auch benachteiligte Jugendliche eine starke Stimme entwickeln könnten. Das findet auch Hilime Arslaner (Grüne) wichtig, denn „je mehr junge Menschen sich beteiligen, desto innovativer und zukunftsträchtiger können wir die Stadt gestalten“.

Bis Ende 2022 will die Planungsgruppe ihr Konzept in Stadtteilen und Jugendparlament umsetzen. Wie das genau aussehen soll, wird noch erarbeitet. Durch die Pandemie hat sich einiges verzögert. Umfragen an Schulen zu Beteiligungsmöglichkeiten der Schüler:innenvertretung sollten noch durchgeführt werden, so Stadtschülersprecher Paul Harder. Birkenfeld lässt die Jugend an Bushaltestellen auf dem Schulweg fragen, was sie sich wünscht. OB Peter Feldmann (SPD) mahnte, dass man sich nicht zu lange mit Umfragen aufhalten sollte. Es habe schon oft Ansätze für mehr Beteiligung von Jugendlichen gegeben, die versandet seien. „Die Fehler der Vergangenheit sollte man nicht wiederholen“, sagte er. Ein Jugendparlament mit Antragsrecht sollte nach der Kommunalwahl beschlossen werden und ein Jahr vor dem Jubiläum der Paulskirche 2023 eingerichtet sein.

www.jugendmachtfrankfurt.de

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