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Frankfurt: Jugendring fordert Mittel von der Stadt

  • Stefan Simon
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Der Frankfurter Jugendring sorgt sich um das Wohl von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie. Er fordert mehr Mittel von der Stadt, um Betroffene besser unterstützen zu können.

Der Frankfurter Jugendring (Fjr) macht sich Sorgen um das Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen in jetziger Zeit und fürchtet, dass ihre Interessen derzeit zu wenig Berücksichtigung finden. In einem Schreiben weisen die Kinder-und Jugendverbände deshalb darauf hin, dass auch „in Zeiten der Corona-Pandemie für Kinder und Jugendliche die Möglichkeiten zur selbstbestimmten Entfaltung außerhalb der Familie und Schule dringend erforderlich sind.“

Soziale Kontakte seien für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen unabdingbar. „Wir haben anfangs Online-Meetings veranstaltet, um den Kontakt zu den Jugendlichen zu halten“, sagte Torsten Schulte, Geschäftsführer des FJR. „Doch irgendwann haben sie das Interesse daran verloren. Ihnen haben einfach ihre Freunde gefehlt.“

Die Kontakte zu wichtigen Bezugspersonen außerhalb der Familien und zu den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern entfielen und müssten jetzt dringend nachgeholt werden. „Nicht für alle Jugendlichen ist das Elternhaus ein Rückzugsort, an dem sie sich wohlfühlen oder sich verstanden fühlen. Sie haben oft nur uns, um über ihre Probleme zu sprechen“, so Schulte. Weiter heißt es im Schreiben, dass es schwer sei, die verlorengegangenen Chancen nachzuholen, weil die Einschränkungen in der außerschulischen Jugendarbeit weiterhin existierten.

Lockerungen in Aussicht

Manuela Skotnik, Sprecherin von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) sagte der FR, dass es schon Lockerungen in der Offenen Kinder und Jugendarbeit gebe. Beispielsweise habe die kommunale Kinder- und Jugendhilfe wieder geöffnet. „Ich gehe davon aus, dass die Träger nun schrittweise folgen werden“, sagt Skotnik.

Dennoch sei den Einrichtungen durch die Kostenbeschränkungen einiges weggebrochen, sagte Schulte. So mussten die Träger die Frühlingsfreizeiten absagen. Dadurch entfielen jedoch auch einkalkulierte Kosten in Höhen von 16 900 Euro. Daher fordert der Fjr von der Stadt Frankfurt, die nicht ausgeschöpften Mittel für die Freizeiten in die digitale Ausstattung der Einrichtungen zu investieren. „Wir fordern schon seit Jahren, dass wir schnelleres Internet benötigen, stabiles Wlan oder ein paar Rechner, die schnell genug sind, um digitale Anwendungen problemlos verarbeiten zu können“, sagte Schulte.

Manuela Skotnik versicherte, dass man sich die Forderung des Jugendrings genau anschauen werde. „Wir stehen im Austausch mit den Trägern und werden das prüfen.“ Das Sozialdezernat arbeite jedoch auf Grundlage des Gesamthaushaltes und könne keine Einzelgruppen heraussuchen. „Wie viel Spielraum wir am Ende haben entscheiden letztendlich die Stadtverordneten“, sagte die Sprecherin der Sozialdezernentin.

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