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Es fehlen Auslandsgäste und große Gruppen, sagt Herbergsleiterin Claudia Müller.
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Es fehlen Auslandsgäste und große Gruppen, sagt Herbergsleiterin Claudia Müller.

Tourismus

Frankfurt: Jugendherbergekämpft ums Überleben

Die Einrichtung am Deutschherrnufer leidet unter der Pandemie. Zu wenige Übernachtungen, besonders die internationalen Gäste bleiben aus.

Die beiden Pädagoginnen haben alle Hände voll zu tun, denn während die rund 20 Jugendlichen die Lobby der Jugendherberge in Beschlag nehmen, müssen die beiden Konrad Frank, der ein Freiwilliges Soziales Jahr ableistet, an der Rezeption den Impf- und Teststatus ihrer Schülerinnen und Schüler übermitteln. Das ist nach einiger Zeit geschafft, dann macht sich die große Gruppe auf den Weg in Richtung Römerberg und hinterlässt die Lobby ganz leer.

Die DJH-Jugendherberge in Frankfurt unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von anderen Häusern. Leider sorgen diese Unterschiede dafür, dass die Einrichtung am Deutschherrnufer direkt neben dem Kuhhirtenturm seit Beginn der Pandemie schwer zu kämpfen hat. Während es in anderen Jugendherbergen schon längst wieder losging, verzeichnet die Frankfurter noch immer viel zu geringe Übernachtungszahlen.

„Im Gegensatz zu vielen anderen Jugendherbergen des DJH sind wir eigenständig. Außerdem sind wir eine der größten deutschen Jugendherbergen“, erzählt Leiterin Claudia Müller. 40 bis 50 Prozent der Gäste kämen aus dem Ausland. Das sei eine Besonderheit, die Frankfurt als internationale Stadt mit großem Flughafen mit sich bringen würde. „Zudem mieten sich bei uns viele Großgruppen ein. Wir haben 13 Tagesräume, einen Veranstaltungsraum für 400 Menschen“, so Müller.

Nur etwa ein Fünftel der Gruppen sind Schulklassen. Kirchen- oder Musikorganisationen, die mit vielen Menschen anreisen, seien deutlich häufiger. „Wir haben ja auch eine Superlage. Mitten in der Stadt, in Sachsenhausen. Das ist toll – auch für Nachtschwärmer.“ Doch genau diese Alleinstellungsmerkmale haben die Jugendherberge seit Beginn der Pandemie in Probleme gestürzt. „Reisen aus dem Ausland und Großgruppen sind seitdem ja eher problematisch“, bedauert die Leiterin.

Als die Gastronomie wieder auflebte, öffnete auch die Jugendherberge wieder ihre Pforten, doch die Übernachtungen hielten sich sehr in Grenzen. „Das kommt langsam wieder in Schwung, aber wir sind ganz weit von den Übernachtungszahlen entfernt, die wir sonst so hatten.“

Die Großgruppen und Auslandsreisenden benötigten Planungssicherheit, und diese sei noch nicht wirklich gegeben. Hinzu komme, dass bei Tagungen oder generell größeren Gruppen immer ein langer Vorlauf benötigt werde. „Diese Unsicherheit spüren wir aktuell noch immer sehr heftig. Es ist sogar so, dass 2020 ein besseres Jahr war als jetzt 2021. Da hatten wir zumindest noch in den ersten Monaten Vollauslastung.“ Die Buchungen aus dem Ausland gingen aktuell sogar gegen null.

Claudia Müller nennt ein paar Zahlen, um die Problematik zu verdeutlichen: „Ursprünglich hatten wir mal auf 83 000 Übernachtungen in diesem Jahr gehofft. Letztes Jahr waren es dann nur 20 000, und in diesem Jahr hoffen wir, dass es zumindest noch 15 000 werden.“

„Das sind sehr massive Einschnitte, die wir versuchen zu kompensieren.“ Das geschehe unter anderem durch die Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Trägern: „Wir haben viele Küchen eingebaut und damit kleine Wohneinheiten geschaffen. Das betrifft etwa die Hälfte unserer Zimmer.“

200 von 400 Betten hätten mittlerweile Zugang zu kleinen Küchenzeilen, damit auch Bedürftige, Familien, Alleinerziehende eine Wohnmöglichkeit bekommen. „Diese Kooperation beschert uns eine Art Grundeinnahme, die uns das Überleben sichert. Ohne das hätten wir schon aufgeben müssen“, erklärt die Einrichtungsleiterin.

Sie hoffe nun sehr auf die Impfungen, die eine gewisse Planbarkeit für alle mit sich brächten, sagt Claudia Müller. „Wir haben viele Stammgäste. Sobald wieder besser geplant werden kann, werden diese wieder zu uns kommen, auch da hoffen wir drauf.“

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