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Frankfurt: Jugend konsumiert weniger Rauschmittel

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Von: Steven Micksch

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Laut einer Frankfurter Studie griffen Jugendliche 2020 seltener zur Flasche. imago
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Frankfurter Studie zeigt aber Anstieg bei Medikamenten und psychischen Problemen.

Entgegen vielen Erwartungen haben die Jugendlichen in Frankfurt im Jahr 2020 weniger Alkohol getrunken, weniger Zigaretten geraucht und weniger Cannabis konsumiert. Das geht aus der Drogentrendstudie Mosyd (Monitoring System Drogentrends) der Stadt Frankfurt hervor.

So gaben fast die Hälfte (45 Prozent) der befragten Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren an, im Vormonat der Befragung weder legale noch illegale Drogen konsumiert zu haben. Dies sei der mit Abstand höchste Wert seit Beginn der Studie im Jahr 2002, so die Studienleitung des Centre for Drug Research der Goethe-Universität Frankfurt. Auch der Anteil der Jugendlichen, die substanzübergreifend „riskant“ konsumiert haben, sank von zehn auf sechs Prozent.

Die Zahlen zeigten, so die Stadt, dass der teilweise befürchtete Konsum im stillen Kämmerlein somit nicht stattgefunden habe. Angesichts der außergewöhnlichen Rahmenbedingungen im Pandemiejahr (stark eingeschränkte Freizeitmöglichkeiten, fehlende Gelegenheiten zum Feiern und Freunde treffen) müssen die gesunkenen Konsumzahlen mit Vorsicht interpretiert werden. Erst in den kommenden Jahren könne sich zeigen, ob der Trend der vergangenen Jahre sich auch wirklich fortsetze.

Die Zigarette habe bei den Jugendlichen zwar an Bedeutung verloren (neun Prozent rauchten täglich), allerdings steige demgegenüber der Konsum bei E-Zigaretten und E-Shishas.

Besonders auffällig sind die Zahlen bei der Einnahme von nicht verschriebenen Medikamenten. Elf Prozent der Jugendlichen gaben an, schon einmal psychoaktiv wirkende Medikamente genommen zu haben – ein Anstieg um fünf Prozentpunkte im Vergleich zu 2019. Auch der „Konsum in den letzten 30 Tagen“ stieg um fünf Prozentpunkte auf sieben Prozent. Dieser sprunghafte Anstieg müsse weiter genau beobachtet werden, so die Studienleitung.

Ebenfalls angestiegen sind laut Studie die psychischen Probleme bei den Schüler:innen. 22 Prozent der Befragten hatten in den vergangenen zwölf Monaten unter nennenswerten psychischen Problemen gelitten. 2019 waren es 19 Prozent. Am häufigsten kam es dabei zu depressiven Verstimmungen (13 Prozent), Depressionen, Angststörungen, Panikattacken und Essstörungen.

Bei der Untersuchung des Medienkonsums ergab sich, dass der Fernsehkonsum leicht zurückgegangen (24 Stunden pro Woche), die Internetnutzungszeit aber auf 3,5 Stunden pro Werktag gestiegen ist. Mit Computerspielen beschäftigen sich die männlichen Befragten etwa 11,3 Stunden pro Woche, die weiblichen etwa 3,2 Stunden.

Befragt wurden 659 Schüler:innen aus 45 Klassen in zwölf Schulen. Das Durchschnittsalter lag bei 16,5 Jahren. Der Haupterhebungszeitraum war zwischen Oktober und Dezember 2020.

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