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Klare Botschaft: Stoppt Antisemitismus!
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Klare Botschaft: Stoppt Antisemitismus!

Frankfurt

Demo gegen Antisemitismus in Frankfurt: „Jüdische Menschen müssen sicher sein“

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Kundgebung und Demonstration gegen Antisemitismus an der Alten Oper. Rund 150 Menschen folgen Aufruf der Initiative Women against racism and antisemitism.

Antisemitismus raus aus den Köpfen“, riefen die Demonstranten und Demonstrantinnen immer wieder auf dem Weg von der Alten Oper bis zur Bockenheimer Warte. Rund 150 Menschen waren am Sonntag dem Aufruf der Frankfurter Initiative „Women against racism and antisemitism“ (Waraa) gefolgt, um gegen Antisemitismus zu protestieren. „Seit Jahren passieren tagtäglich Ungerechtigkeiten gegenüber jüdischen Menschen“, sagte eine Rednerin der Initiative, die sich im November vergangenen Jahres gegründet hat. „Nicht nur hier in Frankfurt und in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt. Und das auf so vielen Ebenen und auf so unterschiedliche Weise.“

Zunächst kritisierte sie, dass selbst in linken aktivistischen Kreisen jüdische Stimmen unterdrückt würden und es auch dort Antisemitismus gebe. In die gleiche Kerbe schlugen auch noch eine Rednerin, die in Gender-Studies gerade ihren Doktor an der Goethe-Universität macht, und ein Mitglied der „Linken-Listen“ in ihren Beiträgen.

Kundgebung gegen Antisemitismus in Frankfurt: „Für jüdische Menschen waren die letzten Tage ein Alptraum“

„Für jüdische Menschen waren die letzten Tage ein Alptraum“, sagte die Rednerin angesichts des Hasses gegenüber Jüdinnen und Juden auf deutschen Straßen und in den sozialen Netzwerken. In Berlin sei offen dazu aufgerufen worden, Tel Aviv zu bombardieren, auch in Frankfurt habe es vor einer Woche bei der Nakba-Demo Hassparolen gegeben. Sie fragte, warum es gegen diesen Antisemitismus kaum Konsequenzen gebe. Sie betonte, dass es nicht nur um muslimischen Antisemitismus ginge, sondern um Judenfeindlichkeit in der Gesamtgesellschaft. „Jüdische Menschen müssen sicher sein“, forderte sie.

Leah Luwisch von der Grünen Jugend und Mitglied der Jüdischen Gemeinde erinnerte daran, dass sich auf „Querdenker“-Demos Menschen Judensterne aufgeklebt hätten, um ihr Leben mit den Schicksalen „unserer Großeltern zu vergleichen“. Sie habe die Jüdische Schule besucht, die man nur durch eine Schleuse erreichen kann. „Wir durften nie vor der Schule warten, sondern mussten auf den Spielplatz laufen, damit auch ja keiner sieht, dass wir aus der Jüdischen Schule kommen.“ Neben dem Feuer- wurde regelmäßig Terroralarm geprobt. Das sei nicht normal, aber bei jüdischen Einrichtungen dringend notwendig, da die Gefahr reell sei und zwar nicht nur, wenn das Thema aktuell sei.

Demo gegen Antisemitismus in Frankfurt: Rapper fürchtet, mit Israelfahne „könnte man aufgeknüpft werden“

Der Berliner Rapper Ben Salomo beklagte in einer Audiobotschaft, dass viel über ihn, aber nicht mit ihm geredet werde. Es sei kein Problem, mit der Fahne von Saudi-Arabien zu laufen, aber wenn man eine Israelfahne trage, „könnte man aufgeknüpft werden“, sagte er. Die Aufmärsche der vergangenen Tage sowie der Anschlag auf die Synagoge in Halle vor eineinhalb Jahren hätten gezeigt, dass man als Jude gehasst werde. „Die Mehrheitsgesellschaft hat sich noch nicht zusammengerafft, um mit uns Juden solidarisch zu sein“, kritisierte Salomo.

Dieses Gefühl eint auch die gesammelten Erfahrungsberichte, die von zwei Waraa-Mitgliedern vorgetragen wurden. „Magst du Gas, Ben? Hast du Angst vor Feuer? Geh zurück in dein KZ“, waren Sprüche, die sich jemand anhören musste. Es folgten Mobbing in Gruppenchats und Prügeleien. Michelle erzählte, dass ihre Mutter sie darum gebeten habe, ihre Davidstern-Kette nicht zu tragen, wenn sie draußen sei. Ihre Mutter war mit 18 aus der ehemaligen Sowjetunion geflohen, nachdem eine Markierung mit Kreide an ihre Tür gemalt wurde. „Ich bin nicht so weit, über Holocaustwitze zu lachen und werde es nie sein“, sagte Michelle. „Ich werde nie vergessen, dass ich Jüdin bin.“

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