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Sie haben sich durch Montreal gefuttert: Jamie Elman und Eli Batalion (rechts).
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Sie haben sich durch Montreal gefuttert: Jamie Elman und Eli Batalion (rechts).

Frankfurt

Frankfurt: Jüdische Kulturwochen beginnen

  • Andreas Hartmann
    VonAndreas Hartmann
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Am Sonntag beginnen die Jüdischen Kulturwochen in Frankfurt. Das Programm eröffnen zwei Comedians aus Kanada.

Humor gilt zumindest in Deutschland nicht unbedingt als hauptsächliches Exportgut Kanadas. Die Comedians Jamie Elman (Chaimie) und Eli Batalion (Leizer) aus Montreal weisen allerdings darauf hin, dass das Land auch hier mal wieder ziemlich unterschätzt wird. Kanada, das sei für viele nur der „niedliche kleine Nachbar“ der USA, sagt Jamie. Dabei seien Kanadier definitiv lustiger als US-Amerikaner. „Unser besonderer Vorteil ist die Kombination mit dem Jüdischsein. Wir sind eine Minderheit innerhalb der Minderheit.“

Wie lustig sie sind, das wollen die beiden in Nordamerika ziemlich bekannten Schauspieler bei ihrem ersten Auftritt in Deutschland am kommenden Sonntag beweisen. Mit ihrem Programm „YidLife Crisis“ eröffnen sie die Jüdischen Kulturwochen Frankfurt und reisen für diese eine Show eigens nach Europa.

Die Jüdischen Kulturwochen Frankfurt

Das Motto „More Joy – Less Oy“ der am Sonntag, 3. Oktober, beginnenden Jüdischen Kulturwochen passt zur Corona-Lage, wo man sich vielleicht doch wieder ein bisschen mehr Freude als Gejammer wünscht.

Bis zum 17. Oktober bietet das alle zwei Jahre stattfindende Festival da so einiges zum Lachen: Intelligente Comedy mit der Deutschland-Premiere von YidLife Crisis aus Kanada zur Eröffnung am Sonntagabend im Ignatz-Bubis-Gemeindezentrum in der Savignystraße 66, ein Talk mit dem legendären Berliner Regisseur Barrie Kosky und der live aus New York zugeschalteten Fran Lebowitz am 5. Oktober oder die ziemlich verrückte Burlesque-Show „Jews Jews Jews!“ mit Lolita Va Voom und Nana Schewitz am 9. Oktober im Moxy-Hotel im Ostend.

Des weiteren gibt es Führungen (etwa durch die Frankfurter Rembrandt-Ausstellung im Städel), Filme und Vorträge oder auch die hochkarätige Tanz-Performance von Noa Wertheim und Roni Chadash von „Tanz Kassel“ am 14. Oktober im Instituto Cervantes.

Dass jüdisches Leben in Deutschland aber immer auch bedroht ist, daran erinnert die von Michel Friedman moderierte Diskussion „Schutz der jüdischen Gemeinschaft und anderer Minderheiten- Rechtsradikalismus in hessischen Sicherheitsbehörden“ am 6. Oktober. Auf dem Podium sitzen unter anderem Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU), Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang und FR-Redakteur Hanning Voigts.

Das sehr viel umfangreichere Programm findet sich unter www.juedische-kulturwochen.de. Alle Veranstaltungen im Ignatz Bubis-Gemeindezentrum erfordern einen Impf- oder Genesenennachweis. aph

Denn Präsenzveranstaltungen mit echtem Publikum und Gästen aus Übersee sind nun dank Impfungen und recht stabilen Corona-Zahlen endlich wieder möglich – und die beiden versprechen, urkomisch zu werden. Immerhin haben sich die beiden für eine sehr gewitzte Dokumentation quer durch das jüdische Montreal und seine Delicatessen-Shops gefuttert und gesoffen. Im Vorgespräch mit der FR sind die beiden jedenfalls schon mal sehr lustig, werfen gelegentlich den einen oder anderen jiddischen Begriff ein (Jiddisch ist neben dem Englischen ihre zweite Muttersprache), sprudeln vor Temperament und müssen auch selber immer mal wieder lachen.

Ob ihr auf Jiddisch, Englisch und auch ein bisschen Deutsch gespielter Humor wohl ankommt? „Wir sind ja nicht sicher, was uns in Frankfurt erwartet. Entweder es wird ein Triumph, oder wir gehen unter, entweder wird es eine Komödie oder eine Tragödie. Das werden wir herausfinden“, meint Eli. „Aber seit sieben Jahren, seit es unser Ensemble gibt, wollten wir mal in Deutschland auftreten.“

„Ich war im Jahr 2000 mal ein paar Wochen in München und habe deutsche Freunde, und wir haben viel gelacht“, sagt Jamie. „Ich weiß nur nicht mehr, ob ich über sie oder sie über mich. Also, jedenfalls wollen wir bei unserem Auftritt jetzt unseren nordamerikanischen Humor mit dem Publikum teilen. Man muss dazu nicht jüdisch sein, aber es hilft!“

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