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Frankfurt: Jüdische Gemeinde ehrt Volker Bouffier

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Von: Hanning Voigts

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Volker Bouffier (rechts) spricht 2018 bei einer Gedenkfeier zum Novemberpogrom mit dem Auschwitz-Überlebenden Sigmund Freund. Foto: Peter Jülich
Volker Bouffier (rechts) spricht 2018 bei einer Gedenkfeier zum Novemberpogrom mit dem Auschwitz-Überlebenden Sigmund Freund. Foto: Peter Jülich © peter-juelich.com

Der frühere hessische Ministerpräsident Volker Bouffier erhält das Ehrensiegel der Jüdischen Gemeinde Frankfurt. Ihr Vorstandsvorsitzender Salomon Korn sieht in Bouffier einen Freund der hessischen Juden.

Der frühere hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) ist am Mittwochabend mit dem Ehrensiegel der Jüdischen Gemeinde Frankfurt ausgezeichnet worden. Wie die Gemeinde mitteilte, kamen zur feierlichen Verleihung im Ignatz-Bubis-Gemeindezentrum mehr als 300 Gäste, darunter neben Mitgliedern der Gemeinde auch Vertreter:innen anderer Religionsgemeinschaften sowie der Kommunal- und Landespolitik.

„Volker Bouffier hat sich in seiner gesamten zwölfjährigen Amtszeit als Ministerpräsident des Landes Hessen als wahrer und verlässlicher Freund der Jüdischen Gemeinde Frankfurt und der gesamten jüdischen Gemeinschaft in Hessen erwiesen“, sagte Salomon Korn, der Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Gemeinde, laut der Mitteilung bei seiner Laudatio auf den CDU-Politiker. Bouffier habe sich „in außerordentlicher Weise für den Schutz und für die Förderung jüdischen Lebens in unserer Region eingesetzt“, formulierte Korn.

Bouffier sagte laut Mitteilung in seiner Dankesrede, der Einsatz für die Jüdinnen und Juden in Hessen sei ihm immer ein persönliches Anliegen gewesen. Er begreife die Ehrung auch als Ansporn, sich weiter für die Belange der jüdischen Gemeinschaft nicht nur in Hessen einzusetzen.

Frankfurt: Die Autorin Esther Dischereit hatte die Ehrung kritisiert

Vor der Auszeichnung hatte die Autorin Esther Dischereit die Gemeinde noch gebeten, von der Ehrung Bouffiers Abstand zu nehmen. Seine Amtszeit sei im Wesentlichen davon geprägt gewesen, „im Fall NSU Aufklärung und Transparenz zu verhindern“, hatte Dischereit in einem offenen Brief kritisiert. Unter Bouffiers Verantwortung seien V-Leute des Verfassungsschutzes gedeckt und die Rolle des Verfassungsschützers Andreas Temme im NSU-Komplex verschleiert worden. Bouffier solle daher lieber nicht geehrt werden, so Dischereit.

Das Ehrensiegel der Jüdischen Gemeinde ist die höchste Auszeichnung, die die Gemeinde vergibt. Damit werden in unregelmäßigen Abständen Personen des öffentlichen Lebens geehrt, die sich in besonderer Weise für das jüdische Leben in Frankfurt und Hessen eingesetzt haben. Bisherige Preisträger:innen waren etwa der frühere Ministerpräsident Walter Wallmann (CDU) und die Frankfurter Auschwitz-Überlebende Trude Simonsohn. (Hanning Voigts)

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