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Frankfurt und Hessen liegen bei Corona-Neuinfektionen bundesweit ganz vorne.
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Frankfurt und Hessen liegen bei Corona-Neuinfektionen bundesweit ganz vorne.

Corona

Frankfurt ist Spitzenreiter bei den Inzidenzen

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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  • Oliver Teutsch
    Oliver Teutsch
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Frankfurt und Hessen liegen bei Corona-Neuinfektionen bundesweit ganz vorne. Die politische Führung lässt sich davon nicht beunruhigen.

Die Stadt Frankfurt wird im Ranking der bundesweiten Inzidenzzahlen erstmals auf Platz eins geführt. Das Robert-Koch-Institut (RKI) vermeldete am Donnerstag eine Zahl von 20,0 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen – so viele wie in keiner anderen Region in Deutschland. Das Gesundheitsamt der Stadt blieb aber trotz der Spitzenposition gelassen. „Wir sind immer noch nicht besorgt“, sagte Sprecherin Kirsten Gerstner. Denn die Inzidenzzahlen in Frankfurt seien seit Anfang Juni stabil zwischen 16 und 20. Ohnehin schaue das Gesundheitsamt nicht nach den Inzidenzen. „Wir schauen in die Krankenhäuser und da ist im Moment Luft“, so Gerstner.

Bei den Bundesländern belegt Hessen mit einem Wert von 8,3 den Spitzenplatz. Doch auch das hessische Sozialministerium sieht keinen Anlass zur Beunruhigung. Insgesamt verzeichneten alle Bundesländer leicht ansteigende Inzidenzen. „Wie bereits prognostiziert, herrscht mittlerweile die Delta-Variante eindeutig vor“, so das Ministerium auf FR-Anfrage. Ziel bleibe, die Inzidenzen so gering wie möglich zu halten. Es müssten aber auch weitere Faktoren in die Betrachtung einfließen – etwa Verbreitung von Virusvarianten, Impfquote oder Auslastung der Krankenhauskapazitäten.

Die Frage, warum es Frankfurt seit Wochen nicht gelingt, die Zahlen der Neuinfektionen weiter nach unten zu bringen, stellt sich trotzdem. Das Gesundheitsamt sieht den Fluch der guten Tat als einen der Gründe. So hatte Peter Tinnemann, der neue Leiter des Stadtgesundheitsamts, der FR gegenüber erst vor wenigen Tagen gesagt, es gebe in Frankfurt viele Fälle, da das Amt in der Nachverfolgung sehr gründlich sei. Ähnlich äußerte sich Kirsten Gerstner am Donnerstag und verwies auf ein Lob von RKI-Chef Lothar Wieler, der das Frankfurter Gesundheitsamt als „extrem wirkmächtig“ bezeichnet hatte. Das Amt „könne mit Sicherheit hohe Inzidenzen nachvollziehen“, anders als Ämter in anderen Regionen Deutschlands.

Allerdings hatte das gelobte Gesundheitsamt zuletzt selbst von einem „diffusen Infektionsgeschehen“ gesprochen. „Diffus“ heiße nur, erläuterte Gerstner, dass es keine größeren Ausbrüche gebe. Denn den letzten Ausbruch gab es in einer Grundschule in Fechenheim Ende Juni. In kleineren Städten und Landkreisen können solche Ausbrüche schon zu einem Anstieg der Inzidenzzahlen führen. Das ist in einer Großstadt wie Frankfurt nicht der Fall. Daher ist auffallend, dass Frankfurt die einzige Großstadt in den Top 15 der aktuellen Inzidenzzahlen ist.

Wo sich die Menschen ansteckten, bleibe trotz der guten Nachverfolgung häufiger unklar, räumte Gerstner ein: „Eine hundertprozentige Nachverfolgung gibt es gar nicht.“ Die Einzelpersonen könnten häufig nicht die Kontaktpersonen nennen, bei denen sie sich infiziert hätten. Benannt würden Menschen im Bekanntenkreis, die dann aber bei Tests alle negativ seien. „Das haben wir ganz oft“, so Gerstner.

Den Wegfall der Maskenpflicht im Schulunterricht, den Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) unlängst kritisiert hatte, hält Gerstner nicht für den Grund: „Dann müssten die Zahlen ja hessenweit ansteigen.“ Eher, schätzt sie, hänge es mit der „sehr hohen Mobilität mit viel Pendelverkehr“ zusammen.

Hohe Mobilität gibt es auch an Deutschlands größtem Flughafen. Die Bundespolizei hat dort derzeit alle Hände voll zu tun, die unterschiedlichen Einreisebestimmungen zu kontrollieren. Reza Ahmari, Sprecher der Bundespolizei, spricht von einer „großen Herausforderung“ und einer „dynamischen Lage“. Doch Hinweise dafür, dass der Flughafen ein Katalysator der Inzidenzzahlen sein könne, gebe es keine.

Der viele Pendelverkehr ist indes ein Grund dafür, dass im Gesundheitsamt nicht bekannt ist, wie viele Menschen in Frankfurt aktuell überhaupt vollständig geimpft sind. Denn unter den Geimpften in Hausarztpraxen und im Impfzentrum seien viele Menschen, die nicht in Frankfurt lebten, sondern nur arbeiteten oder gar nur zum Impfen nach Frankfurt gekommen seien. Etwa 30 Prozent der Frankfurter Bevölkerung sei bislang vollständig geimpft, schätzt das Gesundheitsamt. Diese Zahl würde unter dem Bundesdurchschnitt liegen.

Weitere Berichte Seite F6/F7

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