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Polizei im Einsatz.
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Polizei im Einsatz.

Kriminalität

Frankfurt ist so sicher wie schon lange nicht mehr

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Kriminalstatistik 2020 wird durch die Pandemie teils entscheidend beeinflusst

Frankfurts Straßen werden immer sicherer. Dies ist zumindest die Quintessenz der am Donnerstag vorgestellten Kriminalstatistik für das Jahr 2020. „Frankfurt ist so sicher wie seit 20 Jahren nicht mehr“, bilanzierte Polizeipräsident Gerhard Bereswill. Die Zahl der erfassten Straftaten im vergangenen Jahr lag bei 102 421 Fällen. Gegenüber 2019 war das ein Rückgang von rund zehn Prozent.

Allerdings schlug da noch ein Großverfahren gegen Fake-Shops im Internet zu Buche und verfälschte die Statistik ein Stück weit. Insgesamt aber sind die Fallzahlen generell seit Jahren rückläufig. Dies ist insbesondere bemerkenswert, da es in einigen Deliktbereichen Anstiege gab, weil sie früher anders oder gar nicht erfasst wurden. So sind durch die Verschärfung des Sexualstrafrechts 2016 mehr Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zu verzeichnen. 2016 lag die Zahl der Fälle bei 449, im vergangenen Jahr bei 758. Rainer Beer, der stellvertretende Leiter der Frankfurter Kriminaldirektion, führt dies auf die deutlich niedrigere Deliktschwelle zurück. Beleidigungen auf sexueller Basis gelten nun oftmals als sexuelle Nötigung. Dadurch würden viele Fälle aus dem Dunkelfeld ins Hellfeld kommen. „Es gibt in diesem Bereich ganz erhebliche Dunkelfelder“, so Beer.

Einen neuen Höchststand haben auch Straftaten mit rechtsextremistischem Hintergrund erreicht. Die Polizei registrierte 247 Fälle. Beer sieht darin aber keine alarmierende Entwicklung, sondern führt den Anstieg auf die größere Sensibilität in der Bevölkerung und im Anzeigeverhalten zurück. So seien überwiegend Propagandadelikte und Volksverhetzung, aber kaum Gewaltdelikte zu verzeichnen gewesen.

Corona

695 Straftaten sieht die Polizei im unmittelbaren Zusammenhang mit der Pandemie. in 230 Fällen war das Subventionsbetrug, in 47 Fällen sonstige Arten von Betrug.

Diebstähle lagen mit 100 Fällen auf Rang zwei der einzeln aufsgewiesenen Delikte. Es folgen Körperverletzung (56), Beleidigung (52) und Hausfriedensbruch (19). Auch neun Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz wurden als Straftat gewertet. ote

Erstmals überhaupt hat die Frankfurter Polizei auch Kriminalität erfasst, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stand. Von den 695 Taten war rund ein Drittel Subventionsbetrug im Zusammenhang mit der Corona-Soforthilfe. Auch 100 Diebstähle von Masken oder Desinfektionsschutz wurden erfasst. Im großen Stile etwa ein Fall, bei dem am Flughafen 29 Paletten aus der Halle einer Spedition mit einem Gesamtwert von rund 600 000 Euro entwendet wurden. Polizeipräsident Bereswill verwies aber auch explizit auf einen Fall in der Innenstadt, als bei einem Auto die Scheibe eingeschlagen wurde und die Beute tatsächlich nur aus einer großen Packung Toilettenpapier bestand.

Nicht in der Kriminalitätsstatistik erfasst wurden die 2279 Ordnungswidrigkeitsanzeigen, die Frankfurter Polizist:innen im Zusammenhang mit der Pandemie erstellten. In zwei Dritteln der Fällen handelte es sich laut Bereswill um Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen (1516), mit deutlichem Abstand folgen Verstöße gegen das Gebot der Mund-Nase-Bedeckung (343). Die von der Stadtpolizei erhobenen Anzeigen sind in dieser Statistik nicht erfasst.

Die Pandemie hat aber auch Auswirkungen auf die Kriminalitätsstatistik, die nicht eigens ausgewiesen werden. So gingen Fälle von Tankbetrug um 29,1 Prozent zurück. Offenbar waren viele Menschen im Homeoffice oder weniger mobil und brauchten daher auch weniger Sprit. Der Diebstahl von Fahrrädern hingegen nahm um 8,8 Prozent auf 4407 zu. Mehr Fahrräder, die im Stadtverkehr unterwegs sind, bedeuten auch mehr Tatgelegenheiten.

Deutlich zugenommen haben im vergangenen Jahr auch Angriffe auf Polizeibeamt:innen. Wie viele der 442 Fälle dabei im Zusammenhang mit der Pandemie, etwa den Ausschreitungen auf dem Opernplatz, standen, wurde in der Statistik aber nicht eigens erfasst.

Weiterer Bericht Seite F8

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