Religionen

Islam in Deutschland

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Die Polytechnische Gesellschaft bietet eine Vortragsreihe an. Der erste Referent spricht am Dienstag, 5. Februar.

Religionen haben in den verschiedenen Staaten der Erde höchst unterschiedliche Relevanz. Die Polytechnische Gesellschaft möchte mit ihrer neuen Vortragsreihe „Religion, Staat, Aufklärung“, der Frage nachgehen, welchen Stand die verschiedenen Glaubensrichtungen in Deutschland haben und schlussendlich auch einen Blick darüber hinaus werfen.

Der erste Referent wird am heutigen Dienstag, 5. Februar, der Rechtswissenschaftler Rudolf Steinberg sein. Der ehemalige Präsident der Frankfurter Goethe-Universität betrachtet dabei konkret den Islam. „Es ist nicht die Frage, ob der Islam nach Deutschland passt, sondern welcher Islam nach Deutschland passt“, sagt Steinberg im Gespräch mit der FR. Es gebe nämlich letztlich nicht den Islam oder die Scharia sondern viele verschiedenen Ausrichtungen. So passe der Salafismus beispielsweise nicht nach Deutschland.

Als Rechtswissenschaftler treibt den 75-Jährigen auch die Frage um, wie der Islam in das verfassungsrechtliche System des Landes eingefügt werden kann. Dieses sei durchaus offen für neue Religionsgemeinschaften, eine Änderung der Verfassung sei nicht notwendig. Man müsse das Ganze nur in die vorhandenen Strukturen einfügen. „Das ist schwierig aber möglich.“ So müsse beispielweise der Auslandseinfluss auf Moscheen in Deutschland beendet werden, um eine eigenständige und unabhängige Finanzierung realisieren zu können. Dann eröffne sich natürlich die Frage, wie anschließend die Finanzierung geschehen soll. Über diesen und andere Vorschläge möchte Steinberg mit den Zuhörern diskutieren.

Der 75-Jährige hat sich in den vergangenen drei bis vier Jahren intensiv mit dem Islam beschäftigt. Steinberg weiß, dass der heutige Vortrag „Auf dem Weg zu einem deutschen Islam“ ein kontroverses Thema anschneidet, doch die Diskussion sei wichtig. Der Wissenschaftler beklagt, dass die Bundesländer in den vergangenen Jahren in den Religionsfragen viel verschlafen haben. Gerade die Finanzierung aus den Herkunftsländern der Gläubigen sei bequem und kostengünstig gewesen. Die Kehrseite seien nun radikale Ausprägungen und die Einflussnahme von außen.

Eine Woche später – am 12. Februar – wird Mouhanad Khorchide mit einem zweiten Teil das Thema des deutschen Islam wieder aufnehmen. Er wird über eine zeitgenössische islamische Theologie sowie ein notwendiges Bestreben zur Barmherzigkeit sprechen. „Wir reden miteinander, auch wenn es eine Woche versetzt ist“, sagt Steinberg mit Blick auf den zweiten Teil. Dabei gäbe es durchaus auch unterschiedliche Meinungen.

Der heutige Vortrag beginnt um 19 Uhr im Vortragssaal der Frankfurter Sparkasse, Neue Mainzer Straße 49. Der Eintritt ist frei.

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