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Frankfurt: Investor für Hessischen Hof gefunden

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Von: Oliver Teutsch

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Traditionsreiches Luxushotel an der Messe soll 2024 < mit neuem Betreiber öffnen

Für das traditionsreiche Luxushotel Hessischer Hof gibt es nun doch eine Zukunft. Das Immobilienunternehmen Peakside Capital Advisors hat das Grandhotel an der Friedrich-Ebert-Anlage eigenen Angaben vom Montag zufolge von der Unternehmensgruppe Prinz von Hessen erworben. „Das Grandhotel Hessischer Hof war eine Institution der Frankfurter Luxushotellerie – und das soll das Haus auch wieder werden“, versicherte Boris Schran von Peakside, Eine Wiedereröffnung des Hotels sei nach Umbauten im Innenbereich für 2024 vorgesehen. Die angeschlossene Bar soll bereits im kommenden Jahr wieder öffnen, hieß es auf Nachfrage der FR.

Der Schock war groß, als die Unternehmensgruppe Prinz von Hessen im September 2020 das Aus für das 1952 eröffnete Hotel verkündete. Wegen des Corona-Lockdowns stand es seinerzeit generell schlecht um die Hotelbranche. Doch dass dieses Beben auch das Luxushaus in Messenähe erfassen würde, damit hatte niemand gerechnet. Schließlich war der Hessische Hof in den vorangegangenen Jahren noch umfassend saniert worden. Zudem war das Hotel mit der angeschlossenen „Jimmy´ s Bar“ auch ein beliebter Treffpunkt bei Einheimischen und nicht nur bei Messegästen. Doch die Suche nach einem neuen Investor scheiterte. Auch, weil wegen der Pandemie auf absehbare Zeit nicht mit einem Aufleben des Messe- und Tagungsgeschäfts zu rechnen war. Im November 2020 kam das Aus, 63 Beschäftigte verloren ihre Arbeit.

Standort überzeugt

Fast zeitgleich wurde auch das Aus für das Luxushotel Villa Kennedy im westlichen Sachsenhausen bekannt. Doch während der Hotelstandort an der Kennedyallee wohl endgültig aufgegeben wird, sind die Rahmenbedingungen für das Haus an der Messe ungleich günstiger. Schließlich hat das Messegeschäft wieder angezogen, Für die wieder deutlich belebtere Buchmesse im Oktober etwa war der Hessische Hof mit Jimmy´ Bar immer der Treffpunkt schlechthin.

Daher überrascht die Zuversicht von Peakside-Manager Schran nicht: „Wir sind von der Zukunft dieser außergewöhnlichen Liegenschaft am etablierten Standort direkt an der Messe und der Festhalle überzeugt. Wir planen eine Sanierung und Repositionierung mit neuem Betreiber.“

Das bisher als 5-Sterne-Hotel betriebene Gebäude verfügt über 121 Zimmer und Suiten, eine 180 Quadratmeter große Präsidenten-Suite, elf Veranstaltungsräume, ein Restaurant, eine Bar, vier Terrassen, einen Wintergarten, einen Spa- und Fitnessbereich mit Blick über die Frankfurter Dächer und 80 Auto-Stellplätze. Das Hotel war Mitglied von The Leading Hotels of the World. Erste Gespräche mit potenziellen Betreiber:innen würden derzeit bereits geführt, stünden aber erst am Anfang, hieß es bei Peakside.

Klar ist nur, das Haus mit 12 330 Quadratmetern Bruttogrundfläche soll weiter ein Luxushotel der gehobenen Art bleiben. Unklar ist indes noch, ob das Hotel dann weiterhin unter „Hessischer Hof“ oder einem anderen Namen firmiert, der einer möglichen Betreiberkette besser passt.

Da Peakside, ein Unternehmen, das nach eigenen Angaben derzeit 1,4 Milliarden Euro Gelder institutioneller Anleger:innen verwaltet, auch die angrenzende Büroimmobilie in der Beethoven Straße 5 mit 560 Quadratmetern Fläche erworben hat, könnte das zukünftige Hotel sogar noch expandieren, falls dies vom neuen Betreiber gewünscht wird. Derzeit sei die Büroimmobilie an zwei Parteien vermietet und soll nach deren Auszug saniert und neu vermietet werden.

Über den Deal zum Erhalt des Hotels freut sich der Mitteilung zufolge auch der bisherige Besitzer, Donatus Landgraf von Hessen: „Wir sind sehr glücklich darüber, dass das Grandhotel Hessischer Hof als Hotelbetrieb erhalten bleibt und wir mit Peakside einen geeigneten Käufer gefunden haben, dessen Vorstellungen und Pläne uns von Anfang an überzeugt haben.“

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