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Frankfurt: Investor für das Oberforsthaus gefunden

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Von: Christoph Manus

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Schon vor dem Brand im vergangenen Jahr war der denkmalgeschützte frühere Reitstall des Oberforsthauses in Frankfurt völlig heruntergekommen.
Schon vor dem Brand im vergangenen Jahr war der denkmalgeschützte frühere Reitstall des Oberforsthauses in Frankfurt völlig heruntergekommen. © Monika Müller

Auf dem Oberforsthaus-Areal in Frankfurt könnte ein Ärztehaus entstehen. Ein Investor will den einstigen Reitstall sanieren und in einen Neubau integrieren. Der Magistrat ist einverstanden. Denn das Gebäude ist in einem miserablen Zustand.

Erstmals seit Jahren zeichnet sich eine Zukunft für die Überreste des fast 300 Jahre alten Oberforsthauses am südlichen Stadtrand ab. Der Frankfurter Magistrat schlägt den Stadtverordneten vor, das 4601 Quadratmeter große Grundstück an der Mörfelder Landstraße, auf dem der völlig marode, aber denkmalgeschützte frühere Reitstall der Anlage steht, an ein Unternehmen aus Alsbach-Hähnlein im Kreis Darmstadt-Dieburg zu verpachten.

Die „Omnimed GmbH“ will dort laut Magistrat eine medizinische Einrichtung errichten. Dabei soll es sich, wie das von Sylvia Weber (SPD) geführte Baudezernat am Mittwoch auf Anfrage mitteilte, um ein Facharztzentrum handeln. Die denkmalgeschützten Gebäudeteile sollen saniert und integriert werden.

Die Stadt Frankfurt sucht seit zehn Jahren vergebens einen Investor für das Oberforsthaus

Der Erbpachtvertrag hat nach dem von Stadträtin Weber erarbeiteten Vorschlag des Magistrats eine Laufzeit von 80 Jahren. Der Pächter soll einen Erbbauzins von 60.720 Euro im Jahr zahlen. Zu entrichten ist dieser erst vier Jahre nach Vertragsabschluss.

Die Stadt Frankfurt hat das einst gastronomisch genutzte Gelände, das bereits seit den 1960er Jahren brach liegt, vor gut zehn Jahren bei einer Zwangsversteigerung für 700.000 Euro erworben. Seitdem suchte sie vergebens einen Investor für die verkehrsumtosten früheren Stallungen am Waldrand.

Der denkmalgeschützte frühere Reitstall am Frankfurter Waldrand gilt als akut einsturzgefährdet

Vor fünf Jahren war ein Hotel-Projekt im Gespräch. Damals schlug der Magistrat noch einen gut dreimal so hohen Erbbauzins vor. Doch dass die ohnehin verfallene Liegenschaft im Juli vergangenen Jahres auch noch bei einem Brand schwer beschädigt wurde und als akut einsturzgefährdet gilt, hat die Position der Stadt nicht gerade verbessert. Zumal diese unter erheblichem Zeitdruck steht. Bei weiteren Verzögerungen sei die „Gefahr des völligen Verlustes der Liegenschaft“ akut gegeben, heißt es in der Vorlage an das Stadtparlament.

Das Gebäude aus dem Jahr 1729 selbst für etwa zwei Millionen Euro zu sanieren, hält Weber für keine gute Lösung. Zumal die Stadt derzeit kein Nutzungskonzept für die Liegenschaft in Sachsenhausen habe. Die Vergabe des Areals im Erbbaurecht sichere dagegen „den Erhalt des schützenswerten Gebäudebestands ohne zusätzliche Kosten für die Stadt“ und ermögliche eine „wirtschaftlich sinnvolle Verwertung des städtischen Grundbesitzes“, heißt es in der vom Magistrat beschlossenen Vorlage. Eine spätere, zumindest teilweise Öffnung des sanierten Gebäudes für die Öffentlichkeit hält der Magistrat für wünschenswert und für verhandelbar.

Die Denkmalbehörden halten den Entwurf des Investors für akzeptabel

Der Investor hat nach Angaben des Magistrats bereits einen architektonischen Projektentwurf vorgelegt, den die Denkmalbehörden als „denkmalverträglich“ einstufen. Dem städtischen Amt für Bau und Immobilien habe man ein ausgearbeitetes Sanierungskonzept mit einer detaillierten Bau- und Maßnahmenbeschreibung präsentiert. Die Vorbereitung einer Bauvoranfrage an die Bauaufsicht sei in Arbeit, heißt es in der Vorlage für das Stadtparlament. Zudem seien sowohl ein potenzieller Nutzer als auch ein möglicher Betreiber der medizinischen Einrichtung vorhanden.

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