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Das Rebstockbad soll in dieser Form noch etwa zwei Jahre betrieben werden, bevor es abgerissen wird.
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Das Rebstockbad soll in dieser Form noch etwa zwei Jahre betrieben werden, bevor es abgerissen wird.

Baden in Frankfurt

Frankfurt investiert in Schwimmbäder

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Mit drei neuen Schwimmhallen stellt Frankfurt seine Bäderlandschaft für die Zukunft auf. Bis 2030 sollen etwa 200 Millionen Euro fließen.

Die Stadt Frankfurt will in den kommenden Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in ihre Schwimmbäder investieren. Allein für den Neubau der Bäder in Bornheim, am Rebstock und ein Schwimmsportzentrum an der Sport-Uni sollen rund 161 Millionen Euro investiert werden. Bis 2030 sollen zudem jährlich drei bis vier Millionen Euro in die Sanierung oder Erweiterung der übrigen zehn Schwimmbäder investiert werden, wie der Chef der Bäderbetriebe, Frank Müller, am Donnerstag bei der Vorstellung des „Bäderkonzepts 2025“ sagte.

Dem nun vorgestellten Konzept war eine monatelange Bedarfsanalyse vorausgegangen. Analysiert wurde neben den Besucherzahlen und den Umsatzerlösen der 13 Frankfurter Bäder auch der zukünftige Bedarf. Die mit einer auf Kommunalberatung spezialisierten Firma aus Nürnberg erstellte Analyse geht davon aus, dass die Einwohnerzahl Frankfurts bis 2027 auf 800 000 steigt. 

Zugleich wird mit immer mehr Schwimmbadbesuchern aus dem Umland gerechnet, da dort eher Schwimmbäder geschlossen als neu gebaut werden. Oder wie es Sportdezernent Markus Frank (CDU) formulierte: „Die Städte rund um Frankfurt sind ein trauriges Beispiel, weil dort viele Schwimmbäder Sparmaßnahmen zum Opfer fielen.“ Auch die Frankfurter Bäder haben in den beiden zurückliegenden Jahren ein Minus von mehr als 50 Millionen Euro gemacht. Miese, die sich in dieser Größenordnung wohl nur eine große Stadt leisten kann.

Die Experten gehen in den Frankfurter Bädern mittelfristig von einem Besucherpotenzial von rund 2,8 Millionen aus und kommen zu dem Schluss, dass dieser Bedarf nach derzeitigem Stand nicht befriedigt werden kann.

In Kooperation mit der Goethe-Universität und den Schwimmvereinen laufen daher derzeit die Vorbereitungen für ein Schwimmsportzentrum an der Uni. Die neue Stätte soll dann von Schulen, Studierenden und Vereinen genutzt werden, käme aber allen Frankfurtern zugute, wie Sportdezernent Frank verdeutlichte: „Es entlastet die großen Bäder, die bislang durch den Schul- und Vereinssport stark belastet sind.“

Im Gegenzug sollen die sanierungsbedürftigsten der sieben kleinen Schulschwimmbäder geschlossen werden. Welche das sein werden, stehe noch nicht fest. Bäderchef Müller wies aber darauf hin, dass am Ende mehr Schwimmfläche entstehen soll. So stehe ein modernes Schwimmbad wie etwa das der Dalberg-Schule nicht zur Disposition.

Neben den drei Großprojekten will die Stadt aber auch die übrigen Schwimmbäder nicht vernachlässigen und investieren. Denn bei Schwimmbädern, die vernachlässigt würden, blieben recht schnell die Besucher weg, was sich unter dem Strich noch weniger rechne als die Investitionen, so Frank. So soll in der Titus-Therme und im Riedbad der Saunabereich optimiert werden. Im Riedbad und in Nieder-Eschbach werden je eine Million Euro in die Beckensanierung gesteckt, im Freibad Eschersheim soll es schon bald neue Spielgeräte geben. Wegen des langfristig zusätzlichen Bedarfs soll auch ins Stadionbad investiert werden. War im vergangenen Jahr noch über eine Reduzierung der Wasserfläche nachgedacht worden, soll nun stattdessen langfristig etwa eine halbe Million Euro in einen Wasserspielplatz fließen.

Mittelfristig wird allerdings vor allem das Freibad Hausen mehr Besucher anziehen. Denn während der gut dreijährigen Schließung des Rebstockbads soll das beheizte Becken in Hausen mit einer temporären Traglufthalle auch im Winter als Schwimmbad zur Verfügung stehen.

Noch, so betont Stadtrat Frank, sei das neue Konzept „nicht in Stein gemeißelt“. Bei den zukunftsträchtigen Entscheidungen sollen etwa auch die Vereine gehört werden. So war für das Schwimmsportzentrum auch der Ruf nach einem 10-Meter-Turm laut geworden. Den allerdings werde es wohl nur geben, wenn sich die Vereine an den Kosten beteiligen, ließ Frank durchblicken.

Das sind die Pläne für die Frankfurter Schwimmbäder

Familienbad Bornheim - Neubau 

Bis etwa 2022 soll das neue Bad westlich der Eissporthalle entstehen. Das alte Panoramabad soll erst schließen, wenn das neue Familienbad eröffnet hat. Gebaut wird das neue Bad von dem Stuttgarter Büro „4 A-Architekten“ die bereits bundesweit Erfahrung beim Schwimmbadbau haben.

Die Besucher können zwischen einem kompakten Erlebnisbad mit Rutschen und einem Spielbereich oder dem separaten Sporthallenbad mit 25-Meter-Becken wählen. Zudem soll es eine Saunalandschaft mit  mehreren Saunen und einem Saunagarten geben.

Verbesserungen erhofft sich die Stadt durch eine günstige Verkehrsanbindung an die U-Bahn und Synergien mit der benachbarten Eissporthalle. So soll etwa die warme Abluft der Eisaufbereitung zum Vorheizen des Wassers genutzt werden. Die Kosten für das Projekt werden auf 36 Millionen Euro geschätzt. Die reinen Baukosten von 22 Millionen Euro sollen durch den Verkauf des Geländes an der Inheidener Straße wieder reingeholt werden. Am alten Standort des Panoramabads soll die städtische ABG Wohnungen bauen und „zu marktüblichen Preisen“ anbieten. 

Rebstockbad - drei Jahre zu

Etwa 2023 soll das Rebstockbad am alten Standort neu entstehen. Während der laufenden  Planungen für den Neubau soll das marode Bad noch etwa zwei Jahre betrieben werden. Danach wird es ein Jahr lang abgerissen und dann in gut zwei Jahren neu gebaut. Da die Kapazitäten von Frankfurts größtem Hallenbad fehlen werden, hat die Stadt auch eine ganz große Lösung mit Hotel oder Klinikbetrieb verworfen.

Die Besucher können sich nach der Wiedereröffnung auf ein getrenntes Sporthallenbad, ein Erlebnisbad und eine große Saunalandschaft freuen.

Verbesserungen erhofft sich die Stadt durch die Modulbauweise für die unterschiedlichen Nutzer und bei der Saunalandschaft. Die soll künftig Richtung Rebstockweiher ausgerichtet werden und nicht mehr wie bislang in Richtung wachsendes Wohngebiet.

Die Kosten für das Flaggschiff der Frankfurter Bäderlandschaft werden bislang auf 86 Millionen Euro taxiert. 

Unibad - Mekka der reinen Schwimmer

Voraussichtlich 2024 soll auf dem Gelände der Sportuni- versität in Bockenheim ein  neues Schwimmsportzentrum eröffnen. Die Stadt ist in  Gesprächen mit der Uni und dem Land Hessen. Das Konzept sieht eine gemeinsame Nutzung der Universität, der Vereine  und der Schulen vor. 

Vereinssportler, Studierende und Schüler können sich auf ein 50-Meter-Becken freuen, das in drei 25-Meter-Becken quer bzw. längs teilbar sein soll. Zudem sind ein Bereich für Zuschauer und ein oder zwei kombinierte Lehrschwimm- und Kursbecken, eventuell mit Hubboden, geplant. Verbesserungen erhoffen sich durch die zusätzlichen Kapazitäten die Stadt, die Universität und die Vereine. Genutzt werden soll das Bad dann auch von der Ernst-Reuter-Schule und der Liebigschule, die beide neue Bäder benötigen. Die Universität hat bislang nur drei Bahnen à 16,7 Meter aus dem Jahr 1974. 

Die Kosten werden auf etwa 40 Millionen Euro geschätzt, die sich die Stadt und die Univer- sität aufteilen. Allerdings dürfte sich der Anteil der Uni, die etwa ein Drittel der Schwimmzeiten benötigt, dadurch reduzieren, dass sie das Gelände zur Verfügung stellt. 

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