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Blick auf das frühere Neckermann-Areal an der Hanauer Landstraße im Frankfurter Osten.

Wirtschaft

Frankfurt: Interxion kauft sich auf Neckermann-Areal ein

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Der Rechenzentrenbetreiber Interxion kauft ein großes Teilgrundstück des früheren Neckermann-Geländes in Frankfurt. Die Idee, das Gelände für Wohnraum zu nutzen, wird nicht mehr verfolgt.

Für das frühere Neckermann-Gelände, das seit der Insolvenz des Versandhändlers im Jahr 2012 zu großen Teilen ungenutzt ist, zeichnet sich eine neue Entwicklung ab. Der niederländische Rechenzentrenbetreiber Interxion hat jetzt eine rund 107 000 Quadratmeter große Teilfläche des rund 242 000 Quadratmeter großen Grundstücks an der Hanauer Landstraße im Osten Frankfurts von einer Tochter der türkischen Sinpas-Holding erworben. Eine Sprecherin von Interxion bestätigte den Kauf der Fläche am Freitag auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Zu den Nutzungsplänen wollte sich sie noch nicht äußern.

Der Frankfurter Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) sieht den Deal positiv. „Ich glaube, das ist gut für die Stadt“, sagte er am Freitag im Gespräch mit der FR. Der Grundstückskauf biete die Chance, dass das Areal wieder stärker genutzt werde. Er äußerte sich zuversichtlich, dass die Stadt mit dem Investor, der dem Vernehmen nach viel Geld in die Hand genommen hat, gut zusammenarbeiten wird.

Interxion betreibt in Frankfurt bereits 14 Rechenzentren, ein 15. ist am Ratswegkreisel, ebenfalls an der Hanauer Landstraße, in Bau. Frank geht davon aus, dass Interxion seine Aktivitäten in diesem Bereich auf dem Neckermann-Areal fortsetzen wird. Zu einem reinen Rechenzentren-Standort wird sich das Gebiet aber nach seinen Vorstellungen nicht entwickeln. Auch andere Gewerbenutzungen könnten integriert werden, so Frank.

Stadt will Gewerbestandort

Bisher haben sich auf dem übergangsweise als Flüchtlingsunterkunft genutzten früheren Neckermann-Areal, das die Sinpas-Holding im Jahr 2014 erwarb, etwa der Logistiker DB Schenker und der Computerspiele-Unternehmen Crytek angesiedelt.

Im Herbst hatte das Stadtparlament eine Vorkaufssatzung für das Areal beschlossen, um das Grundstück als Standort für Gewerbe zu sichern und die dort bestehenden Baudenkmäler – das frühere Neckermann-Hauptverwaltungsgebäude von Egon Eiermann und das Kesselhaus – zu erhalten. Der Magistrat führte damals aus, das Gebiet könne weiterhin Standort eines Versandhandels sein, durch Logistikunternehmen genutzt werden, aber auch als Produktionsstandort fungieren. Das Areal sei auch als Standort für ein Gründer- oder Technologiezentrum oder einen Handwerkerhof geeignet. Bei diesen handelt es sich um häufig mehrgeschossige gemanagte Gebäude in kundennahen Lagen, in denen kleine und mittlere Betriebe längerfristig Flächen anmieten können.

Die Idee, auf dem Areal auch Wohnraum zu schaffen, wird dagegen nicht mehr verfolgt. Das hat nicht zuletzt mit der Nähe zu Störfallbetrieben zu tun, aber auch dem Wunsch, in Frankfurt genügend Flächen für das Gewerbe zu bewahren.

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