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Frankfurt: Interreligiöses Gebet für Frieden

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Von: Timur Tinç

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Andreas Klein (rechts), Pfarrer der Evangelischen Hoffnungsgemeinde, spielt „We shall overcome“. Chasan Leah Frey-Rabine stimmt mit ein
Andreas Klein (rechts), Pfarrer der Evangelischen Hoffnungsgemeinde, spielt „We shall overcome“. Chasan Leah Frey-Rabine stimmt mit ein © Tinc

Rund 50 Menschen versammeln sich am Willy-Brandt-Platz, um gemeinsam gegen den Krieg in der Ukraine zu beten.

Über den Willy-Brandt-Platz klingt die Gitarre von Andreas Klein. Der Pfarrer der Evangelischen Hoffnungsgemeinde hat das Protestlied „We shall overcome“ angestimmt und die Mehrheit der 50 Versammelten stimmt mit ein und singt auch die weiteren Strophen mit. „Manchmal fehlen einem selbst die Worte“, sagte Klein. Dann greife man auf alte Worte zurück.

Er ist Mitglied des Interreligiösen Forums Bahnhofsviertel, das gestern zum gemeinsamen Gebet aufgerufen hat. „Es war eine sehr spontane Aktion“ sagt Pfarrerin Susanna Faust Kallenberg, Evangelische Kirche Frankfurt und Offenbach. „Wir teilen alle die Wut und die Hilflosigkeit angesichts der Ungerechtigkeit in der Ukraine.“

Chasan Leah Frey-Rabine betonte, dass Frieden nicht passiv, sondern aktiv sei. „Und es erfordert Arbeit von uns allen“, sagte die jüdische Kantorin. Bedauerlicherweise drohe die Welt erneut aus den Fugen zu geraten. „Unser Gelehrten verstanden Shalom als das Überwinden von Streit und die Vorbeugung von Feindschaft und Krieg“, sagt sie.

Beatrix Henrich von der Katholischen Domgemeinde bekräftigte: „Wir hören nicht auf zu beten und flehen noch fester zu Gott.“ Krieg sei immer die Niederlage für die Menschheit. Jeder Krieg hinterlasse die Welt schlechter, als er sie vorgefunden habe, zitierte sie Papst Franziskus. Aus der Bibel las sie: „Nehmt Anteil an den Nöten der Menschen. Gewährt jederzeit Gastfreundschaft. Segnet eure Verfolger, segnet sie, verflucht sie nicht.“

Mathias Becker von der Soka Gakkai rezitierte das Nam-Myoho-Renge-Kyo. Es ist Ausdruck der Essenz des Buddhismus. Damit werde bekräftigt, dass jeder Mensch von Natur aus zwei Fähigkeiten hat: Probleme und Schwierigkeiten des Lebens zu überwinden sowie jegliches Leiden in etwas Positives zu verwandeln und ihm einen Wert zu geben.

Mohammed Johari von der muslimischen IIS-Gemeinde betete: „Oh Allah, schenke uns einen Charakter, der Vergebung üben kann, wenn ihm Unrecht widerfährt, der aber nicht untätig ist, wenn anderen Leid zugefügt wird“. Der Imam betonte, dass das Forum Interreligiöses Bahnhofsviertel regelmäßige Zusammenkünfte habe, „um für ein besseres Frankfurt zu sorgen“. Das werde oft nur als Randnotiz wahrgenommen.

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