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Schlappekicker hilft: Integration im Frankfurter Fußballcamp

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Von: Steven Micksch

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Der achtjährige Samuel macht’s vor, die anderen schauen gespannt zu.
Der achtjährige Samuel macht’s vor, die anderen schauen gespannt zu. © Christoph Boeckheler

Die SG Bornheim Grün-Weiß bringt deutsche und ukrainische Kinder bei einem Camp in den Ferien zusammen. Eine Spende der Schlappekicker-Aktion der FR hilft dabei.

Kicken hoch über Frankfurt, das ist noch mal ein besonderes Highlight für die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ostercamps der SG Bornheim Grün-Weiß. Auf dem Funcourt der TG Bornheim, mit der die Grün-Weißen seit vielen Jahren gern kooperieren, spielen die Kinder ein kleines Fußballmatch. Unter ihnen auch einige ukrainische Kinder, die kostenfrei beim Camp mitmachen können.

„Es war uns wichtig, das unbürokratisch und schnell zu ermöglichen. Es sollte ein Geschenk sein“, sagt Harald Seehausen vom Vorstand der SG. Deshalb hatte er Kontakt mit Förderern aufgenommen und wurde auch fündig. Unter anderem bei der Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau. Die hat eigens dafür eine Sonderförderung für die Ukraine-Flüchtlingshilfe bewilligt und unterstützt das Camp mit 1500 Euro. Das helfe sehr, die Gesamtkosten von 11 500 Euro zu stemmen, betont Seehausen.

Harald Stenger, stellvertretender Schlappekicker-Vorsitzender sagt: „Es ist kein Zufall, dass wir die SG Bornheim mit einer Schlappekicker-Spende unterstützen. Der Verein ist von jeher eines der Aushängeschilder des Frankfurter Sports, wenn es darum geht, durch Angebote für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund attraktive und vorbildliche Angebote zu initiieren.“

Ukrainische Kinder konnten kostenfrei beim Camp mitmachen.
Ukrainische Kinder konnten kostenfrei beim Camp mitmachen. © Christoph Boeckheler

Sprache kaum ein Problem

Von der Förderung konnten so Fußbälle, Basketbälle, ein Trampolin, Federballschläger, Frisbees, Gesellschaftsspiele aber auch Bastelmaterialien gekauft werden. Denn beim Ostercamp gehe es nicht nur um Fußball, sondern auch um andere sportliche Aktivitäten. In Kleingruppen spielen die Kinder dann miteinander, um die Mittagszeit wird gemeinsam gegessen.

Die Sprachbarriere zwischen den deutschen und ukrainischen Kindern stelle kaum ein Problem dar. Zum einen gibt es Übersetzungshilfe, zum anderen verstehen sich die Kinder mit Gesten und Mimik. Insgesamt 130 Kinder waren in den zwei Wochen Osterferien beim Lager dabei. 16 von ihnen waren ukrainische Kinder, auch ein Mädchen mit Handicap habe problemlos mitmachen können.

Integration bei der SG Bornheim Grün-Weiß.
Integration bei der SG Bornheim Grün-Weiß großgeschrieben. © Christoph Boeckheler

Ihre Mutter Svetlana erzählt, dass die Kleine gut aufgenommen wurde und gleich mitkicken konnte. Auch über das Trikot, das es gab, habe sie sich sehr gefreut. Kateryna, eine weitere Mutter, freut sich, dass auch die älteren Jugendlichen Anschluss hatten und neue Freundschaften geschlossen haben. Die Mütter hatten sich zudem bereiterklärt in der Küche mitzuhelfen. Olenas Tochter interessiert sich eher für Tanzen und konnte dies im Camp dank der vielfältigen Angebote auch machen. Ihr erstes Tor beim Fußball könne sie aber auch nicht vergessen, sagt Olena und lacht.

Die Ablenkung von der kriegerischen Realität tue den Kindern gut, aber ganz vergessen könne man es nie, sagen die Mütter. Die Angst um die Väter und Ehemänner sei immer da, der Kontakt nach Hause dank Internet und Telefon sehr intensiv.

Ablenkung tut allen gut

Auch Seehausen helfen die Aktionen für die geflüchteten Familien aus der Ukraine dabei, die Bilder in den Nachrichten zu ertragen. Die SG bindet ukrainische Familien auch in ihren pädagogischen Mittagstisch ein. Daniel Krieg-Lieberich stellte den Kontakt zum Haus der Volksarbeit her, so kamen die Familien zu Grün-Weiß. Und konnten nun das Fußballcamp des Vereins bereichern. (Steven Micksch)

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