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Frankfurt: Inspirierendes Mahnmal

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Von: Andreas Hartmann

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Im September 2021 wurde in der Frankfurter Kaiserstraße dieses Mahnmal für die rettenden Kindertransporte 1938/39 aufgestellt. Geschaffen kat es die israelische Künstlerin Yael Bartana. Foto: Michael Schick
Im September 2021 wurde in der Frankfurter Kaiserstraße dieses Mahnmal für die rettenden Kindertransporte 1938/39 aufgestellt. Geschaffen kat es die israelische Künstlerin Yael Bartana. © Michael Schick

Das English Theatre Frankfurt will das direkt nebenan stehende „Waisen-Karussell“ pädagogisch nutzen - nicht nur für sein geplantes Stück „Kindertransport“.

Direkt neben dem English Theatre Frankfurt in der Gallusanlage dreht sich seit Herbst vergangenen Jahres das sogenannte Waisen-Karussell von Yael Bartana. Dass es so schwergängig läuft, entspricht der Intention der israelischen Künstlerin. Seither kann man dort oft Leute beobachten, die das scheinbare Spielgerät für Selfies wählen, andere nutzen die kostenlose Sitzgelegenheit zum Vespern oder für eine Zigarettenpause, und manchmal versuchen Kinder, damit Karussell zu fahren.

Man könnte aber, so kam es Daniel Nicolai, dem Direktor des englischsprachigen Theaters, in den Sinn, so ein symbolträchtiges Denkmal auch pädagogisch für die Theaterarbeit nutzen. „Wir finden die Idee der Künstlerin klasse“, sagt er. Die Einbindung habe sich nun wegen Corona und auch wegen der Feiertage verzögert, „aber wir sind dran“, sagt er. Auch ein Video könnte gedreht werden, so eine Idee.

In Nicht-Pandemie-Zeiten kommen pro Jahr rund 7000 Schülerinnen und Schüler im Klassenverband aus der weiten Umgebung zu Workshops ins Theater, und trotz Corona ist das Interesse weiterhin groß. „Das Denkmal schlägt eine Brücke. Von hier aus gingen viele Kinder ins Exil ins Vereinigte Königreich. Wir würden den Schulen künftig einen Besuch beim Waisen-Karussell gerne als Abschluss anbieten“, sagt Nicolai.

Das würde zu ganz unterschiedlichen Theateraufführungen und Workshops passen, auch zu Oscar Wilde oder Noel Coward, wie Nicolai meint. Ein Stück der britischen Autorin Diane Samuels läge allerdings wirklich auf der Hand, es heißt auch auf Englisch „Kindertransport“. „Das wollte ich schon lange mal ins Programm nehmen, ganz unabhängig von dem neuen Denkmal nebenan“, sagt Nicolai, „und das machen wir nun auch bald.“

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