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Inklusive Kita-Konzepte sollen stadtweit umgesetzt werden.

Kinder

Inklusive Kitas in Frankfurt sollen bleiben, wie sie sind

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Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) reagiert verärgert auf CDU-Äußerungen zu integrativen Kindertagesstätten. 

Um integrative städtische Kindertagesstätten ist in Frankfurt einige Aufregung entbrannt. Die CDU sieht den Erhalt der Kitas mit Schwerpunkt Inklusion bedroht und fordert, an den Konzepten festzuhalten. Eltern dieser Einrichtungen hatten Alarm geschlagen: Sie waren in Sorge, weil nach einer Anweisung des städtischen Trägers Kita Frankfurt künftig alle Einrichtungen inklusiv arbeiten und behinderte Kinder wohnortnah betreut werden sollen. Pro Kitagruppe solle nur ein Kind mit Förderbedarf aufgenommen werden dürfen.

Schwerpunktzentren müssten aber erhalten bleiben, sagte Sabine Fischer, die bildungspolitische Sprecherin der CDU, am Donnerstag. „Es gibt dort große Kompetenz, ausgebildete Fachkräfte und eine speziell angepasste Infrastruktur.“ In solchen Kitas wie dem Kinderzentrum 76 am Dornbusch ist jedes dritte betreute Kind behindert. Technische Hilfsmittel stehen zur Verfügung, es werden Therapien angeboten, das Personal beherrscht etwa auch die gebärdenunterstützte Kommunikation.

Für viele Kinder etwa mit Schwerstmehrfachbehinderungen oder Autismus sei nur in den kleinen Gruppen der Schwerpunktzentren eine optimale Pflege und Förderung möglich, sagte Fischer. Optimale Inklusionsbedingungen für alle Bedürfnisse in allen Einrichtungen zu schaffen, hält die CDU für unrealistisch; Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) zerstöre mit ihrem Vorgehen funktionierende Fördersysteme.

Weber reagierte verärgert auf die CDU-Mitteilung. „Sie ist schlichtweg unwahr, und die bildungspolitische Sprecherin schlecht informiert“, konterte die Dezernentin. Sie habe keine Dienstanweisung herausgegeben, es sei lediglich ein Informationsschreiben an alle Einrichtungen verschickt worden, in dem Perspektiven für die Weiterentwicklung der bisherigen guten Praxis aufgezeigt worden seien. Denn Ziel und Anspruch von Kita Frankfurt sei es, Inklusion stadtweit umzusetzen und allen Kindern in allen Einrichtungen von Kita Frankfurt die Förderung, Integrationshilfen und fachkundige Unterstützung zur Verfügung zu stellen, die sie benötigen.

Sie habe aber bei einem Elternabend der Kinderzentren am Mittwoch „deutlich gemacht, dass sich an dem derzeitigen Stand der auf Inklusion spezialisierten Kitas nichts ändere“, betonte Weber. Die dort vorhandene Erfahrung werde auch in Zukunft dringend gebraucht.

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