Frankfurt-Sachsenhausen: Paradieshof
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Der Paradieshof.

Stadtentwicklung

Initiativen wollen um Paradieshof kämpfen

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Die Initiativen, die bei der Ausschreibung um das Paradieshof-Areal in Sachsenhausen auf Platz 2 und Platz 3 kamen, geben nicht auf. Sie werfen der Stadt vor, nie mit ihnen gesprochen zu haben.

Sie fühlen sich düpiert und übergangen, aber sie geben nicht auf: die beiden Gruppen, die 2016 bei der städtischen Ausschreibung um das Paradieshof-Areal in Sachsenhausen auf dem zweiten und dritten Platz gelandet waren. Zweiter Sieger war vor vier Jahren die Frankfurter Wohnrauminitiative (FWI), dritter der Verein Basis, der Ateliers und Wohnungen für Künstlerinnen und Künstler betreibt.

Jetzt hat Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU) das gesamte Ausschreibungsergebnis von 2016 für hinfällig erklärt, nachdem es mit dem Sieger, der European School of Design, keine Einigung gab. Schneider setzt auf eine ganz neue Ausschreibung oder will, dass die Kommune dort gleich selbst Wohnungen baut. FWI wie Basis beklagen unisono, dass die Stadt sie über diesen Kurswechsel noch nicht mal informiert habe.

„Mit uns ist überhaupt nie gesprochen worden“, kritisiert Guido Risse von der Wohnrauminitiative. Sie wollte auf dem Gelände Paradiesgasse 23 Wohnungen für 36 Auszubildende und Studierende schaffen. Beide Gruppen haben es besonders schwer, im teuren Frankfurt erschwinglichen Wohnraum zu finden. „Wir halten an unseren Plänen fest“, betont Risse. Solange die Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen das Aus für das Verfahren von 2016 nicht offiziell beschlossen habe, gebe die Gruppe nicht auf.

Geplant sind drei Wohngemeinschaften für jeweils zehn Personen und außerdem drei Wohnungen mit anderthalb bis zwei Zimmern. Die Miete soll nur bei etwa 340 Euro im Monat liegen, das wäre für Frankfurter Verhältnisse sehr preiswert. Die FWI setzt darauf, dass die Stadt die Gebäude am Paradieshof renoviert und umbaut und möchte die Liegenschaft dann für 30 Jahre pachten. Risse nennt es merkwürdig, dass die Stadt seit 2016 nie mit den Zweit- und Drittplatzierten des Ausschreibungsverfahrens gesprochen habe.

Auch Jakob Sturm vom Verein Basis e. V. sagt: „Wir haben darauf gewartet, dass die Stadt auf uns zukommt, aber das ist nie passiert.“ Ihn wundert das umso mehr, als dass Basis sehr erfolgreich mit Planungsdezernent Mike Josef (SPD) und seinen Fachleuten zusammenarbeite. „Wir sind aktiver Partner der Stadtentwicklung und die erste Adresse für das Stadtplanungsamt bei Veränderungsprozessen.“

Basis möchte im Paradieshof vier Wohnungen und vier Ateliers für Künstlerinnen und Künstler schaffen. Sturm kann sich gut vorstellen, dass die Gruppe dabei mit der Wohnrauminitiative zusammenarbeitet. Im Erdgeschoss der Gebäude will der Verein ein Forum mit Ausstellungsfläche anbieten.

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