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Team-Humanity-Volontäre sortieren Spenden auf Lesbos.

Flüchtlinge

Initiative will ein Zeichen der europäischen Solidarität setzen

  • Helen Schindler
    vonHelen Schindler
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Die Initiative Europecares hat 50 000 Masken in griechische Flüchtlingscamps geliefert. Doch die Spendensuche geht weiter - auch in Frankfurt.

Um ein Zeichen der europäischen Solidarität zu setzen, hat die paneuropäische Partei Volt vor einigen Monaten die Initiative Europecares ins Leben gerufen. Sie sammelt Sach- und Geldspenden für Asylsuchende in Griechenland. Ihr ursprüngliches Ziel: 20 000 Masken für die 20 000 auf Lesbos gestrandeten Flüchtlinge. Inzwischen sind 50 000 Masken und Faceshields zusammengekommen.

„Das hat unsere Erwartungen übertroffen“, sagt Eileen O’Sullivan, Mitinitiatorin von Europecares aus Frankfurt. Masken seien nun mehr als genug vor Ort, einige seien bereits auf die Insel Samos gebracht worden, wo ebenfalls Tausende Flüchtlinge in Camps ausharren und es Corona-Fälle gegeben haben soll.

Doch weil die Spendenbereitschaft bei Firmen und Privatpersonen weiterhin hoch sei, hat Europecares das Projekt nun ausgeweitet. Das nächste Ziel: eine komplette Lastwagen-Ladung an Hilfsgütern nach Lesbos und Samos zu bringen. O’Sullivan und ihre Kollegen stehen mit der Nichtregierungsorganisation „Team Humanity“ in Kontakt, die auf den griechischen Inseln aktiv ist und weiß, was die Menschen am dringendsten benötigen.

„Ganz akut werden Sommerklamotten und Sonnencreme gebraucht“, sagt O’Sullivan. „Seife kann man nie genug haben, und auch haltbare Lebensmittel sind essenziell, da die Menschen vor Ort teilweise nicht genug zu essen haben.“ Auf der Website www.europecares.org ist eine Liste zusammengestellt mit den Dingen, die benötigt werden. Auch werden weiterhin Geldspenden gesammelt, bisher sind 17 000 Euro zusammengekommen. „Das Geld wird zu 100 Prozent zweckgebunden verwendet“, verspricht O’Sullivan. Bezahlt würden davon unter anderem die Transporte.

Europaweite Spenden

Wie Volt selbst ist auch die Initiative Europecares in mehreren europäischen Ländern aktiv. Gesammelt wird nicht nur in Deutschland, sondern unter anderem auch in Spanien, den Niederlanden und in Irland. In Frankfurt hat Europecares einen Lagerraum angemietet, in dem alle Sachspenden gebündelt werden.

Um noch mehr Menschen auf die Initiative aufmerksam zu machen, druckt sie jetzt auch Flyer und Plakate. Und auch das Kultkiosk Yok Yok im Bahnhofsviertel hat eine Spendendose aufgestellt. In einer ersten Phase kamen auf diese Weise innerhalb von zehn Tagen 130 Euro zusammen. „Aktuell suchen wir Unternehmen oder Einzelhändler, die gerne etwas spenden wollen oder für uns Spenden von ihren Kunden annehmen“, erläutert O’Sullivan. Ihr ist es wichtig, auf die Situation in den griechischen Flüchtlingscamps aufmerksam zu machen.

Volt fordert eine sofortige Evakuierung aller Camps, um die Sicherheit der Menschen zu garantieren. Die Partei kritisiert, dass europäische Staaten bezüglich der Gefahr, die Corona für die Geflüchteten bedeute, keine Initiative zeigten. (Helen Schindler)

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