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Norbert Hofmann und Ingrid Iwanowsky schafften eine Lobby für die Älteren im Quartier.

Engagement

Frankfurt: Die Initiative „Älter werden in Niederrad“ sucht Mitstreiter

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Die Initiative „Älter werden in Niederrad“ hat viel für die Senioren im Stadtteil getan, nun schaffen es die verbliebenen zwei Mitglieder nicht mehr alleine.

Genau 20 Jahre ist es her, dass Norbert Hofmann und Ingrid lwanowsky begannen, sich für die Interessen der Älteren in ihrem Stadtteil Niederrad einzusetzen. Angefangen hat alles mit einer Stellenanzeige, erzählt Hofmann. Die Initiative „Älter werden in Niederrad“, die gerade im Entstehen war, suchte Mitarbeiter für die Erstellung eines Handbuchs. Der 91-Jährige zeigt den Ordner, in dem sie Informationen eintrugen, Initiativen aufnahmen und Adressen aktualisierten.

„Viel Arbeit, das Ganze immer auf dem neuesten Stand zu halten“, sagt der gebürtige Niederräder. Anfangs seien sie noch persönlich bei Ansprechpartnern vorbeigegangen, um zu überprüfen, dass alles seine Richtigkeit habe. Bald lagen 100 Exemplare bei Ärzten, Geschäften und Vereinen aus. Nun müsste die Broschüre dringend mal wieder auf den neusten Stand gebracht werden.

Doch das ist schwierig zu zweit. Ideen haben die beiden viele, aber keine Leute mehr. Und ein wenig verlässt sie auch die Kraft. Sie wollen nun kürzertreten und suchen dringend Mitstreiter, die ihnen helfen und die Arbeit über kurz oder lang übernehmen. Der Kreis ist über die Jahre kleiner geworden, manche schieden aus gesundheitlichen Gründen aus, andere sind gestorben, erzählt lwanowsky. „Anfangs waren wir eine große Gruppe, auch hauptamtliche Mitarbeiter waren dabei oder ein Pflegedienstleiter aus einem Altenheim“, erinnert sich lwanowsky, die seit den 70ern in Niederrad lebt.

„Scheinbar haben viele der heutigen Senioren nicht mehr so eine Neugier“, vermutet die 80-Jährige. Viele vereisten oft und brauchten sich nicht so viele Gedanken zu machen. Nur wenige wollten sich mehr in der Form engagieren.

Angestoßen hat die Initiative viel im Stadtteil. Eines ihrer Anliegen war Alt und Jung zusammenzubringen. Darum organisierten sie mit Schülern der Salzmannschule einen Stadtteilrundgang, gingen mit ihnen in Altenheime. Dort kamen die Jugendlichen mit den Bewohnern in Kontakt und boten ihre Hilfe im Haushalt an, etwa bei kleinen Reparaturen oder beim Austauschen einer Glühbirne. „Es war toll zu sehen, mit welchem Eifer sie bei der Sache waren“, sagt Hofmann, der eine Ausbildung zum Bankkaufmann machte, aber schon seit den 60ern mit Computern arbeitete.

Auch gegen die Vereinsamung der Älteren setzten sie sich ein. Neben einem Besuchskreis rief die Initiative das Senioren-Stadtteilbüro und das Internetcafé ins Leben. „Wir wollten eine Lobby für die älteren Menschen im Quartier schaffen“, erklärt Hofmann, der sich nicht nur hier ehrenamtlich engagiert.

In 14 Bürgerforen sprachen sie Probleme im Stadtteil an. Mit ihren Anliegen traten sie vor den Ortsbeirat oder organisierten Bürgerforen, in denen sie ihre Vorschläge zu zusätzlichen Bänken oder Ampelschaltungen vorbrachten. Selbst wenn ihre Anträge abgelehnt wurden, „entmutigen lassen haben wir uns nicht“, sagt lwanowsky, die früher als Großhandelskauffrau arbeitete.

Ein Erfolg der Initiative ist der Quartiersbus, für den sie sich lange einsetzten. Er solle den Norden und Süden Niederrads mit dem Ortskern verbinden. Ende dieses Jahres soll er nun tatsächlich fahren. Das freut die Ehrenamtlichen. „Optimaler geht’s nicht“, sagt Hofmann. Hier zeige sich, „man darf nicht lockerlassen,“ sagt lwanowsky, „und muss immer wieder nachfragen“.

Wer sich bei der Initiative engagierenwill, meldet sich beim Quartiersmanagement Niederrad unter der Rufnummer 29 82 20 50 oder per Mail an angela.wolf@caritas-frankfurt.de. Weitere Informationen im Internet unter aelterwerden-in-niederrad.de

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