Justiz

Frankfurt: Infarkt nach grundlosem Angriff

  • Stefan Behr
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Ein 19-Jähriger steht wegen Totschlags vor dem Landgericht. Der Mann ist bereits mehrfach vorbestraft.

Es ist ein völlig rätselhafter Fall des Totschlags, wegen dem sich ein 19 Jahre alter Mann seit Freitag vor dem Landgericht verantworten muss. Der mehrfach vorbestrafte mutmaßliche Täter, der keinen festen Wohnsitz hat und zuletzt in Maintal gemeldet war, soll laut Anklage am 16. November vergangenen Jahres gegen 6.20 Uhr auf der Kurt-Schumacher-Straße auf sein ihm völlig unbekanntes Opfer getroffen sein.

Der 54-Jährige war auf dem Heimweg von seinem Arbeitsplatz am Flughafen, als der 19-Jährige laut Anklage ohne bekannten, vermutlich aber gänzlich ohne Anlass auf den Mann losging, ihm seinen Rucksack entriss, mit Fäusten und dem Rucksack auf ihn einschlug und den am Boden Liegenden gegen Kopf und Oberkörper trat. Nach der etwa dreiminütigen Gewaltorgie soll sich der Täter entfernt haben.

Opfer verstorben

Der Angriff hatte zwar keine unmittelbar tödlichen Verletzungen zur Folge, aber durch die Aufregung erlitt der Verprügelte einen Herzinfarkt. Die Reanimation durch Rettungskräfte am Tatort brachte den Mann zwar ins Leben zurück, aber nicht langfristig: Ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben, starb er neun Tage später an den Folgen des Herzinfarkts in einem Krankenhaus.

Am ersten Verhandlungstag vor der 8. Großen Strafkammer wurde lediglich die Anklage verlesen. Der Angeklagte, der einen eher verschüchterten Eindruck macht und auch optisch kaum dem Klischeebild eines Schlägers entspricht, ließ sich zu der Anklage nicht ein und viel mehr ist im Lauf des Prozesses wohl auch nicht zu erwarten. Nach Angaben seines Verteidigers fehlen seinem Mandanten jegliche Erinnerungen an die Tatnacht.

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