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Das Team der Malteser impfte die Anwohnerinnen und Anwohner der Frankfurter Wohnsiedlung am Bügel.
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Das Team der Malteser impfte die Anwohnerinnen und Anwohner der Frankfurter Wohnsiedlung am Bügel.

Corona-Virus

Frankfurt: Impfen direkt im Stadtteil

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
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Ein mobiles Team immunisiert in Frankfurt 88 Menschen am Ben-Gurion-Ring. Oberbürgermeister Peter Feldmann will das niedrigschwellige Angebot auch in anderen Stadtteilen etablieren.

Eine Schlange wartender Menschen ist am Montagmittag vor dem Stadtteilbüro am Frankfurter Ben-Gurion-Ring nicht zu sehen. Lediglich ein selbstgeschriebenes Schild weist darauf hin, dass dort geimpft wird. Es ist das erste Mal, dass ein mobiles Impfteam im Auftrag des Frankfurter Gesundheitsamtes die Menschen in einer Wohnsiedlung immunisiert.

88 Menschen sollen an diesem Montag ihre Erstimpfung mit dem Wirkstoff von Moderna bekommen. Am Donnerstag sollen an selber Stelle nochmals 88 dazukommen. Um dies zu realisieren, hat das Quartiersmanagement-Team um Wibke Hübener und Marcus Schenk in den vergangenen Wochen viel Aufwand betrieben. „Mit vielen, die heute kommen, haben wir nicht nur einmal telefoniert“, sagte Hübener. Zahlreiche Termine wurden vergeben und trotzdem sollte die Impfmöglichkeit nur in kleinen Schritten bekannt werden.

Direkte Ansprache der Menschen zeigt Wirkung

Denn bei anderen Gelegenheiten sei es schon zu Menschenschlangen und Handgreiflichkeiten gekommen. Am Bügel wurde deswegen auch das Impfprozedere zeitlich entzerrt. Und tatsächlich läuft alles gesittet ab. Zwischendurch spricht Marcus Schenk auch Passantinnen und Passanten an, die zufällig vorbeikommen. Weil eben doch mal eine Impfdosis übrig ist und zügig verarbeitet werden muss und es nicht nur Termine, sondern auch freie Plätze gibt. So kommen an diesem Tag Menschen auch unverhofft zu ihrer ersten Corona-Impfung.

In der Regel wird aber gewartet, bis elf Personen mit Termin vor Ort sind. Elf Impfdosen ziehen die Helfer aus einem Fläschchen mit Impfstoff. Maximal eine Stunde Zeit hat das mobile Impfteam der Malteser dann, um den Impfstoff zu spritzen.

Es gab Vorbehalte und zu wenig Wissen über die Impfung

Wibke Hübener ist sich sicher, dass sich einige der geimpften Menschen dieser Aktion sonst nicht impfen lassen hätten. „Es gab schon Vorbehalte und einige waren auch wenig über das Impfen aufgeklärt.“ So habe nicht jeder Anwohner, jede Anwohnerin, gewusst, welche Impfstoffe es gibt und wie viele Impfungen es braucht, um immunisiert zu sein.

Die Anregung für ein solches niedrigschwelliges Impfangebot in den Stadtteilen kam von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Der Politiker machte sich am Montag auch selbst ein Bild von der Aktion. „Es geht oft nicht gut, wenn die Leute irgendwo hinkommen müssen. Meistens ist es erfolgreicher, wenn man es bringt“, sagte Feldmann.

Oberbürgermeister will Aktion ein Mal im Monat durchführen

Deshalb sei es ihm wichtig, solche Aktionen zu machen und den Menschen etwas Normalität zurückzubringen. Wenn es nach dem Oberbürgermeister geht, sollten solche Aktionen weiter stattfinden – am besten ein Mal im Monat in Kooperation mit dem Gesundheitsamt. Die offensive Art, wie auch Menschen auf der Straße angesprochen wurden, erinnerte Feldmann an ähnliche Impfaktionen in Israel. „Da kommt man richtig nah an die Leute ran und kann helfen.“

„Saufroh“ über unverhoffte Impfung

Und die geimpften Menschen sind dankbar für die Aktion. So wie die 68 Jahre alte Frau, die nach ihrer Impfung noch vor dem Stadtteilbüro eine Viertelstunde warten musste. „Ich bin saufroh“, sagte sie. „Heute Morgen rief mich eine Bekannte an und sagte mir, dass man sich hier impfen lassen kann. Ich war so aufgeregt.“ Vor Aufregung habe sie fast ihren Ausweis und Impfpass vergessen. Am Ende ging alles gut. Auf einen Termin im Impfzentrum hätte sie noch Monate warten müssen, und auch beim Hausarzt hätte sie vor September keine Impfdosis bekommen.

Ein Mann, der spontan von Marcus Schenk angesprochen wurde, erklärte: „Vermutlich hätte ich mich nicht impfen lassen, aber jetzt kommt die Delta-Variante und später der Herbst.“ Niemand wisse, was dann sei und so habe er die Chance genutzt.

Quartiersmanagerin Wibke Hübener betreut die Anmeldung.

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