Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ein Pieks und schon kann sich wieder in das Getümmel an der Hauptwache gestürzt werden.
+
Ein Pieks und schon kann sich wieder in das Getümmel an der Hauptwache gestürzt werden.

Coronapandemie

Frankfurt: Impfangebot an der Hauptwache kommt gut an

Von Beginn an gibt es viel Zulauf für die Sonderimpfaktion an der Hauptwache in Frankfurt. Der Gesundheitsdezernent will so Unentschlossene für eine Impfung begeistern.

In der B-Ebene der Hauptwache geht es geschäftig zu. Es ist Mittagszeit, viele Menschen strömen durch die unterirdische Passage. Manche holen sich gerade ihr Mittagessen, andere sind nur auf der Durchreise. Seit Montag können sich Interessierte in einer bis dahin leerstehenden Ladenzeile spontan gegen Covid-19 impfen lassen.

Obwohl die Aktion erst am Morgen begonnen hat, sind schon viele Plätze im Wartebereich des zur Impfstation umgebauten Raumes besetzt. Nadja Grösch sitzt auf einem der Stühle und wartet darauf, dass sie an die Reihe kommt. Sie ist 28 und arbeitet im medizinischen Bereich. Deswegen ist sie, trotz ihres relativ jungen Alters, schon zur Booster-Impfung in die Hauptwache gekommen. „Ich finde es echt super, dass es das hier gibt“, sagt sie und erzählt, dass sie zunächst ihr Glück beim Impfzentrum an der Messehalle versucht hatte. Da die Schlange dort aber zu lang gewesen sei, habe sie kurzerhand gegoogelt, welche Möglichkeiten es noch gäbe, um schnell und ohne großen Aufwand ihre Impfung zu bekommen. Ein Termin bei einer Hausarztpraxis kam für sie nicht infrage, da sie wegen ihrer Arbeitszeiten eher auf der Suche nach einem zeitlich flexibleren Angebot war. So wie Grösch sind die meisten, die sich hier um die Mittagszeit eingefunden haben, für ihre dritte Impfung gekommen. Aber auch ein paar vereinzelte Interessenten für Erst- und Zweitimpfungen warten darauf aufgerufen zu werden.

Sonderimpfaktion

Ab sofort können sich Impfwillige, unabhängig vom Wohnort, in der B-Ebene der Hauptwache kostenlos gegen COVID-19 impfen lassen. Das Angebot gibt es bis zum Jahresende montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Am Eingang Roßmarkt , schräg gegenüber des Dialogmuseums, ist der Pop-up Store zu finden und bietet, neben dem Impfzentrum in der Messehalle, eines von mehreren Sonderimpfangeboten der Stadt.

Erst-, Zweit- und Booster -Impfungen stehen zur Verfügung. Letztere werden nur an den von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlenen Personenkreis vergeben.

Aufklärungsbogen , Anamnese und Einwilligungserklärung können neben der Möglichkeit diese vor Ort auszufüllen auch im Voraus heruntergeladen werden.

Mitzubringen sind der Impfausweis (falls vorhanden), die Krankenkassenkarte (falls vorhanden) und ein Ausweisdokument.

Weitere Informationen zu den städtischen Impfaktionen und Formulare zum Download unter: www.frankfurt.de/coronaimpfung

Auch für Gesundheitsdezernent Stefan Majer ist es immer wieder erstaunlich zu hören, dass sich viele Menschen zwar vornähmen, sich impfen zu lassen, aber es dann doch immer wieder verschieben würden. Er beobachtet, dass genau diese niedrigschwelligen Angebote wie jetzt an der Hauptwache – und wie sie schon während des Sommers auf der Konstablerwache angeboten wurden – viele Menschen doch noch zur Erstimpfung bewegen könnten. „Es braucht jetzt einen Ruck“, fordert er. Jetzt, wo der Druck durch Läden und Restaurants, die die 2G-Regel einführen, größer wird, sieht er auch in Frankfurt den Bedarf an Impfungen wieder steigen. Dabei betont er, dass nur durch eine Zusammenarbeit von Impfzentrum, den in der Stadt verteilten mobilen und temporären Impfangeboten und den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten ein Aufholen in Sachen Impfquote möglich sei. „Die Aufgabe ist so groß, das kann nicht einer alleine schaffen“, ist sich Majer sicher.

Ein älteres Ehepaar, das seine Namen nicht gerne in der Zeitung lesen möchte, hat die Booster-Dosis schon erhalten und wartet jetzt nur noch darauf, die Impfpässe zurückzubekommen. Beide sind vor allem wegen der unkomplizierten Durchführung zu der Sonderimpfaktion gekommen. Das niedrigschwellige Konzept, ohne die vorherige Vereinbarung von Terminen, kam ihnen entgegen. „Außerdem möchte ich jetzt, wo wieder so viele Grippekranke in den Wartezimmern sitzen, mich da nicht auch noch mit reinsetzen, wenn es nicht sein muss“, erläutert die 70-jährige Seniorin.

Von dem Team, das an diesem Tag für die Durchführungen der Impfungen zuständig ist, ist sie begeistert. „Die sind einfach spitzenmäßig und kümmern sich richtig gut um uns“, schwärmt sie. Der Hilfsdienst der Malteser, der zum Start des Angebots eingesetzt ist, wird sich in den nächsten Wochen mit dem Arbeiter-Samariter-Bund und der Johanniter-Unfall-Hilfe abwechseln, um das Angebot der Sonderimpfaktion sicherzustellen. Auch Majer bedankt sich ausdrücklich bei den Hilfsorganisationen für ihre Unterstützung. Außerdem, so sagt er, sei es eine tolle Sache, dass die VGF die Räumlichkeiten unentgeltlich zur Verfügung stelle.

Da auch in der kälteren Jahreszeit Impfangebote gemacht werden sollen, war es laut Kirsten Gerstner vom Dezernat für Personal und Gesundheit wichtig, einen warmen Standort zu finden, in dem geimpft werden kann. Außerdem, fügt Majer hinzu, wäre der Standort Hauptwache nicht nur ein Angebot für Frankfurterinnen und Frankfurter, sondern für alle, auch über die Stadtgrenzen hinweg. „Wer gerade auf der Zeil beim Einkaufen ist und sich spontan impfen lassen möchte, kann das ab jetzt hier machen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare