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Frankfurt: Immer mehr „Monsterkinder“

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Von: George Grodensky

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F.K. Waechters Monsterkinder liegen wieder im Schwanheimer Wald bereit. Foto: Ilka Seeger
F.K. Waechters Monsterkinder liegen wieder im Schwanheimer Wald bereit. © Ilka Seeger

Umweltamt und Regionalpark GmbH erneuert die Komische Kunst von FK Waechter. Seit 2006 liegen die übergroßen Eicheln im Schwanheimer Wald, nun sind sie neu geschlüpft und haben sich sogar vermehrt.

Die Monsterkinder sind wieder da. Und es sind sogar mehr als vorher. Lagen bislang drei übergroße Eicheln aus Holz unter der alten Eiche im Schwanheimer Wald, sind es nun fünf. Frankfurt wächst nun einmal, immer mehr Kinder toben durch Wald und Grüngürtel. Denen muss man was bieten.

Dabei sind die hölzernen Monsterkinder ja nicht nur für junge Menschen gedacht. Die sind nur die Einzigen, die sich trauen, darauf herumzuklettern. Seit 2006 liegen die monströsen Eicheln im Wald herum. Sie gehören zu den Objekten der Komischen Kunst, die die Granden der Neuen Frankfurter Schule der Stadt übertragen haben.

Den Anfang hatte 2001 der Dichter Robert Gernhardt gemacht, als er das Grüngürteltier an der Wörthspitze in Nied entdeckte. Der 2005 verstorbene F. K. Waechter hat mit seiner spitzen Feder eine ganze Serie mit Objekten in Bäumen gezeichnet und der Stadt geschenkt. Dazu zählen etwa die Kopfweide „Struwwelpeter“ in den Schwanheimer Wiesen, der Pinkelbaum am Jacobiweiher oder der „Monsterspecht“. Und natürlich auch die Monsterkinder.

Die waren stark verwittert. Das Frankfurter Umweltamt hat sie mit Hilfe des Renovierungsfonds des Regionalparks Rhein-Main erneuern lassen. Künstler Andreas Rohrbach hat sie aus Holz der Stadtwaldeichen gefertigt. Dass die Baumfrucht in der ursprünglichen Skizze eine riesige Kastanie unterm Kastanienbaum gewesen ist – geschenkt. Typisch für den Schwanheimer Wald sind halt Eichen.

Friedrich Karl Waechter wurde 1937 in Danzig geboren, die Familie floh über Schleswig-Holstein. Studiert hat er an der Kunstschule Alsterdamm in Hamburg. 1962 kam er als Layoutchef der neuen Satirezeitschrift „Pardon“ nach Frankfurt. Deren Markenzeichen war das von Waechter kreierte Teufelchen. 1979 gründete Waechter mit Robert Gernhardt, Peter Knorr, Hans Traxler, Chlodwig Poth und anderen die „Neue Frankfurter Schule“, als humoristische Verbeugung vor der Kritischen Theorie – der Frankfurter Schule um die Denker Adorno und Horkheimer. Aus „Pardon“ wurde „Titanic“; aus Skizzen und Witzen Komische Kunst im Caricatura-Museum. Manches davon hat es als Installation oder Skulptur in den Grüngürtel geschafft.

Der ist „das Herz des Regionalparks“, sagt Claudia Jäger von der Regionalpark Ballungsraum GmbH. Sie lobt die Werke als „Aushängeschild“. Darum sei das Geld aus dem Renovierungsfonds in den Monsterkindern gut angelegt. Den Fonds hat die GmbH in der Pandemie aufgelegt, um den Regionalpark attraktiv zu halten.

Anreise: Tram 21 bis Rheinlandstraße, Schwanheimer Bahnstraße in Richtung Wald gehen, vor Sportplatz rechts in Agendawaldschneise, zehn Minuten bis zur Lichtetalschneise, dort links.

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