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Frankfurt: Immer Ärger mit den Altglascontainern

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In vielen Stadtteilen quellen Behälter über. Mehr Leerungen sind scheinbar schwer umzusetzen.

Die Glascontainer in Frankfurt sorgen oft für Verdruss. Seit Jahren ärgern sich Ortsbeiräte in der Innenstadt über zu seltene Leerungen. Seitens der Stadt geschehe wenig. Woanders ist die Situation nicht besser: Friedrich Hesse, Ortsvorsteher im Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim), bekommt ebenso Bürgerbeschwerden ab wie sein Kollege Christian Becker vom Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen).

Hier ist es der Container an der Ecke Eschersheimer Landstraße/Carl-Gördeler-Straße, dort sind es der unterirdische Behälter am Buchrainplatz in Oberrad und der oberirdische an der Triftstraße in Niederrad, die immer wieder mal Probleme bereiten. Ob unterirdisch oder ebenerdig, die Container sind immer voll. Am schlimmsten in der Innenstadt. Ob Leipziger Straße, Oeder Weg oder Rotlintstraße: Oft stehen Flaschen um volle Container.

Verbesserungen gibt es, wenn überhaupt, nur punktuell. „Es ist“, sagt Stefan Röttele, Sprecher der Frankfurter Entsorgung und Service (FES) GmbH, „zuerst ein saisonales Problem. In den drei Sommern seit Beginn von Corona scheint es schlimmer gewesen zu sein als in den Vorjahren.“ Hinzu komme, wie im April und Mai 2022, ein extremer Engpass an Fahrern. „Da stoßen wir an unsere Grenzen.“ Wir, das ist im Fall der Glasentsorgung nicht die quasistädtische Müllabfuhr der FES, sondern deren Mehrheitseigentümer Remondis. Dieser hat für Glas und die gelben Säcke einen Vertrag mit dem Dualen System Deutschland. Dieses ist für die Entsorgung letztlich zuständig.

„Es ist ein privatwirtschaftlicher Vertrag“, sagt Röttele. Er räumt ein, dass es auch Probleme gebe, die nicht an der Jahreszeit lägen. Was diesen zuerst genannten Punkt angeht, sei die Altglasbeseitigung „momentan unauffällig“ im Beschwerdebild. Aber es gebe Schwerpunkte, wo Glascontainer immer übervoll seien, unabhängig von der Jahreszeit. „Das ist in der Innenstadt so. Eine Kollegin berichtete, dass da manchmal 40 Flaschen einer bestimmten Sektmarke im Container sind“, so Röttele. „Das ist gewerblich.“ Bei der FES vermutet man Gastwirte, die immer, wenn ein Container geleert worden ist, sofort das in den eigenen Räumen gestapelte Leergut in den Container werfen. Der ist dann prompt wieder voll – „zumal wir wissen, dass die sogar mit dem Transporter anfahren“, so Röttele. Eine Handhabe habe die FES bzw. Remondis nicht. Viele Gastronomen hätten Verträge mit Remondis und bekämen eigene Behälter aufs Firmengelände gestellt. Das sei allerdings kostenpflichtig.

Beschwerden seit Jahren

Der Stadtverordnete Robert Lange (CDU) sieht die Versäumnisse auch bei der Politik. Lange war zwölf Jahre im Aufsichtsrat der FES und war in 15 Jahren als Ortsvorsteher im Ortsbezirk 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim) mit vielen Beschwerden über die Zustände an den Altglascontainern beschäftigt. „Der Stadtverwaltung ist es nicht gelungen, Unterflurcontainer einzurichten, die mehr Kapazitäten haben.“ Selbst dort nicht, wo auf freiem Feld gebaut wurde. Sie im Bestand nachträglich einzuführen, sei dagegen ungleich schwerer – auch weil die städtischen Pläne oft nicht zeigten, wo Leitungen im Untergrund verliefen.

Die Leerungsfrequenz wird auch gebremst durch die Verkehrssituation, so wie aktuell wegen der Staus im Ostend. Zudem hat die FES sehr wenige Fahrer. Deswegen seien, so Röttele, die Kapazitäten nicht so bemessen, dass man mal eben die Leerungsfrequenz erhöhen könne – zumal dies mit dem Dualen System vertraglich geregelt sei. tjs/msr

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