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Michael Schuckert und Sabina Gutjahr helfen Abhängigen.
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Michael Schuckert und Sabina Gutjahr helfen Abhängigen.

Suchthilfe

Frankfurt: Im Workshop den Weg aus der Sucht finden

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
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Der Evangelische Regionalverband bietet Abhängigen Tee und Unterstützung an. Spezialisiert ist die Suchthilfe vor allem auf Alkohol- und Glücksspielsucht.

Im Untergeschoss der Alten Backstube herrscht konzentrierter Betrieb. Es wird gemalt, geklebt und gewerkelt. Was wie ein Workshop anmutet, ist ein neues Präventionsangebot für alkoholkranke Menschen in Frankfurt.

Der „Treffpunkt Alte Backstube“ soll ein weiterer Baustein im niedrigschwelligen Präventionsangebot der Suchtberatungsstelle des Evangelischen Regionalverbands Frankfurt und Offenbach sein. Dreimal pro Woche – montags, mittwochs und freitags – trifft sich Sabina Gutjahr mit ihrer Gruppe im alkoholfreien Begegnungszentrum in der Dominikanergasse. Start ist am Morgen um 9.15 Uhr. Dann wird flott am Main entlang spaziert. Gegen 10 Uhr folgt ein Zusammensein bei Kaffee und Tee in der Backstube. Ab 11 Uhr geht es in die Kellerräume, um sich zwei Stunden lang kreativ zu betätigen.

Kontakt

Infos zu den Angeboten der Evangelischen Suchtberatung gibt es unter www.ev-suchtberatung.de im Internet. Spezialisiert ist man dort auf Alkohol und Glücksspiel.

Kontakt zur Suchtberatung im ev. Zentrum Am Weißen Stein per E-Mail an suchtberatung@frankfurt-evangelisch.de oder per Telefon 069/5 302 302. (mic)

„Man merkt richtig, wie die Leute erfüllt sind, wenn sie was mit ihren Händen gemacht haben“, sagt Gutjahr, die als Architektin gearbeitet und sich in ihrem Studium zur Sozialen Arbeit auch mit Kunsttherapie beschäftigt. Seit einigen Wochen läuft das Angebot. Bisher beteiligen sich vier Personen.. „Das Angebot hilft ihnen in den Tag zu kommen.“ Alle Teilnehmenden leben abstinent. Das kreative Arbeiten helfe, ihnen,ins Gespräch zu kommen. „Die Menschen öffnen sich.“ Anfangs rede man über die Kreativarbeit und komme dann fast automatisch auf Probleme zu sprechen.

Martin Meding, Leiter der Evangelischen Suchtberatung, freut sich, dass das neue Angebot bereits Menschen hilft. Damit könnten nochmals neue Zielgruppen angesprochen werden. Denn zuvor gab es bereits zwei Suchtpräventionsangebote in der Backstube. Zum einen die offene Sprechstunde, die montags und dienstags um 17 Uhr jeweils für eine Stunde besetzt wird. „Die Nachfrage ist aber nicht mehr so hoch“, sagt Meding. Die Menschen würden eher zur Suchtberatungsstelle oder den Selbsthilfegruppen gehen.

An fast jedem Wochentag sei eine Runde vor Ort. Michael Schuckert, seit 40 Jahren alkoholabstinent, leitet eine der Gruppen. „Das Vertrauen ist bei uns ganz wichtig. Innerhalb der Gemeinschaft ist man gut vernetzt, kontaktiert sich schon mal per Handy und hilft in akuten Situationen. „Es entstehen Freundschaften und man baut sich ein neues Leben auf“, so Schuckert. Wer vom Alkohol los kommen möchte, müsse meistens auch das Umfeld wechseln. „Der Weg in die Sucht ist schnell geschehen.“ Alkohol sei immer noch das Suchtproblem Nummer eins. Die Selbsthilfegruppen des evangelischen Regionalverbands sind auf viele Stadtteile verteilt. Es gibt gemischte und reine Frauen- oder Männergruppen, aber auch Gruppen für Angehörige. „Wir können die Abstinenz nur vorleben und Erfahrungen weitergeben“, sagt Schuckert. Der Weg sei gangbar, aber jede und jeder müsse den Pfad selbst finden.

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