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Ausstellungen in Frankfurt

Frankfurt: Im Bahnhofsviertel gibt es Kunst im Supermarkt

  • Anja Laud
    VonAnja Laud
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Das Frankfurter Künstlerkollektiv „Liminal“ macht mit der Ausstellung „Neue Maßnahmen“ den Wandel im Bahnhofsviertel zum Thema.

Wenn Luis Xavier Núñez vom Bahnhofsviertel in Frankfurt erzählt, gerät er ins Schwärmen. „Die Klangwelt hier hört sich für mich wie Heimat an. Sie ist die gleiche wie in Mexico City“, sagt der Musiker. Er ist Mitglied des Künstlerkollektivs „Liminal“, das von heute an die Ausstellung „Neue Maßnahmen“ in drei Supermärkten des Bahnhofsviertels zeigt. Núñez’ Soundinstallation „Rauschgedicht“ fängt den Sound des Quartiers ein. Sie ist eines von vier Ausstellungsobjekten, die den gesellschaftlichen Wandel, der sich dort gerade im Zuge der Corona-Pandemie vollzieht, erfahrbar machen sollen.

„Als ich hier ins Bahnhofsviertel zog, war ich begeistert von der Klangwelt. Aber als die Pandemie begann, wurde plötzlich alles still“, erzählt Núñez. Zum Glück für ihn änderte sich das in den vergangenen Monaten. Das Leben kehrte auf die Straße zurück, und der Musiker konnte mit seinem Mikrofon aufnehmen, welche Geräusche dabei entstanden.

Ausstellung

„Neue Maßnahmen“ des Künstlerkollektivs „Liminal“ ist von heute, 19. März, bis Sonntag, 28. März, im Frankfurter Bahnhofsviertel zu sehen.

Folgende Supermärkte stellen aus: Jaffna Basar, Kaiserstraße 49, Alim Market, Münchener Straße 37, Ehsan Markt, Münchener Straße 42.

Öffnungszeiten: montags bis samstags 10 bis 20 Uhr (können variieren). lad

www.lmnl.net

Die Soziologiestudentin Annika Troitzsch ging mit Sozialwissenschaftler:innen und Filmemacher:innen, auch sie Mitglieder des interdisziplinär arbeitenden Künstlerkollektivs, für das Filmprojekt „Web of Thoughts“ auf die Straße, um Menschen zu ihrer aktuellen Lebenssituation zu befragen. „Der Film erzählt, wie unterschiedlich die Lebensrealitäten gerade jetzt sind. Die einen haben eine Wohnung und Geld, die anderen leben auf der Straße und müssen in den Bahnhof laufen, um sich zu waschen“, sagt sie.

„Liminal“ wählte aus praktischen und konzeptionellen Gründen Lebensmittelmärkte im Viertel als Veranstaltungsorte. Supermärkte sind immer geöffnet, „und wir können dort Menschen erreichen, die sich sonst nicht für Kunst interessieren“, sagt Troitzsch.

Bis Sonntag, 28. März, ist im Jaffna Basar Núñez’ „Rauschgedicht“ zu hören. Außerdem ist dort die Skulptur „Dirty Matter“ zu sehen. Für sie hat der Architekt und Städel-Schüler Saakib Sait einen Mülleimer in der Kaiserstraße dreidimensional gescannt, um ein Thema aufzugreifen, das schon vor der Pandemie ein Aufreger war, jetzt aber noch an Brisanz gewonnen hat: der Müll auf den Straßen.

Der Film „Web of Thoughts“ wird in einem Ausschnitt im Ehsan Markt gezeigt. Ein paar Türen weiter, im Alim Market, ist „Fountain 2020“ zu sehen, eine Arbeit des Fotografen Sebastian Mast, die anhand von Sanitärobjekten den aktuellen Diskurs über Hygiene und Sicherheit aufgreift. Wer den Austausch mit dem Kollektiv sucht, der kann sich zu Einzelführungen durch die Supermärkte anmelden.

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