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Die leere Frankfurter Zeil im Lockdown
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Die leere Frankfurter Zeil im Lockdown

Mobilität

Frankfurt: IHK will autofreundliche City

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Sauberkeit und Sicherheit zur Steigerung der Attraktivität des Einzelhandels gefordert.

Die Pandemie hat die Krise im stationären Einzelhandel verstärkt. Oder wie es der Vorsitzende des Frankfurter Einzelhandelsverbands Joachim Stoll am Freitag formulierte: „Der Strukturwandel auf der Zeil wurde durch Corona beschleunigt.“ Die Industrie- und Handelskammer (IHK), der Stoll als Vizepräsident ebenfalls vorsteht, setzt auf altbewährte Forderungen, um dem Niedergang des Einzelhandels in der Frankfurter Innenstadt kurzfristig entgegenzuwirken. Zuallererst müsse eine gute Erreichbarkeit mit dem Auto gewährleistet sein, forderte IHK-Präsident Ulrich Caspar. Denn Kund:innen, die mit dem Auto zum Einkaufen fahren, tragen laut Caspar überproportional zum Umsatz bei.

Als Beispiel wählte Caspar den Hochtaunuskreis. Der weise nach dem oberbayerischen Kreis Starnberg bundesweit die zweithöchste Kaufkraft auf. Da aber viele Gemeinden im Hochtaunus schlecht an den ÖPNV angebunden seien, blieben diese für den Einzelhandel lukrativen Kund:innen der Frankfurter Innenstadt fern. Geplante Sperrungen von Einkaufsstraßen in der Innenstadt seien daher Gift für den Einzelhandel.

Auch die sonstigen Forderungen zur kurzfristigen Eindämmung der Einzelhandelskrise klingen nicht neu: mehr Sauberkeit, mehr Sicherheit. Viele S- und U-Bahn-Stationen sind laut Caspar „verwahrlost“ und laden daher nicht zu einem Besuch der Innenstadt ein. Ein großes Problem ist Stoll zufolge auch das aggressive und organisierte Betteln auf der Zeil. Caspar moniert das laute Gedudel von Straßenmusiker:innen und wünscht sich für Frankfurt eine Verordnung wie in München. In der dortigen Innenstadt sei der Konsum von Alkohol und aggressives Betteln verboten, Straßenmusiker:innen bräuchten in der bayerischen Landeshauptstadt eine Genehmigung und müssen dafür Stoll zufolge sogar bei den Behörden vorspielen. Um die Sicherheit auf der Zeil zu erhöhen, wünscht sich IHK-Präsident Caspar zudem den Ausbau der Videosicherheitstechnik in der Einkaufsstraße.

Der Onlinehandel als mutmaßlich größte Bedrohung des stationären Einzelhandels spielte in den Überlegungen am Freitag nur eine untergeordnete Rolle. Stoll befürchtet allerdings, dass einige Kund:innen das Bestellen im Internet neu entdeckt hätten und auch nach der Pandemie nicht in die Geschäfte zurückkämen.

Bei mittelfristigen Forderungen zur Bewältigung der Krise hat die IHK bislang keine konkreten Vorschläge. Eine Mixänderung sei vonnöten, sagte Stoll und wies darauf hin, dass derzeit in der Innenstadt eine dreistellige Anzahl von Läden leerstehe. „Die Stadtpolitik muss jetzt erstmals die Erfahrung machen, dass die Innenstadt nicht von alleine läuft“, konstatierte Stoll und forderte Lösungen. Bislang zeichne sich Frankfurt vor allem durch ein hohes Maß an Bürokratie aus, etwa wenn es darum gehe, Werbung und Schilder zu genehmigen. So verbiete die Frankfurter Satzung nach wie vor elektronische Werbung. „Die Schaufenster müssen immer noch aussehen wie in den 50ern“, ärgerte sich Caspar.

Auf die Frage, wie die Innenstadt fernab der Themen Sicherheit und Sauberkeit wieder attraktiver werden könnte, antwortete Stoll: „Mehr Grün, weniger Blech gehört wohl dazu“, um gleich nachzuschieben, dass die Erreichbarkeit mit dem Auto gewährleistet bleiben müsse.

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