Wirtschaft

IHK will mehr Äcker bebauen lassen

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Die IHK dringt in einem Forderungskatalog zur Kommunalwahl auf mehr Wohnungsbau und neue Gewerbeflächen in Frankfurt. Sie kämpft zudem für kostenlose Parkplätze in der City.

Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt (IHK) fordert die Kommunen in ihrem Bezirk auf, mehr Bauland auszuweisen, um die Ansiedlung von Gewerbebetrieben und die Schaffung von Wohnraum zu ermöglichen. Dabei spricht sich IHK-Präsident Ulrich Caspar explizit auch für eine Bebauung von Ackerflächen aus. 42 Prozent der Fläche in der Region seien landwirtschaftlich genutzt, in Frankfurt seien 24 Prozent der Stadtfläche Ackerland. Es gebe hier aber keinen Mangel an Lebensmitteln, sondern an Wohnraum, sagte er bei der Vorstellung eines Positionspapiers der Kammer zur Kommunalwahl im März.

Dabei stützte sich Caspar unter anderem auf eine Standortumfrage der IHK unter etwa 400 Mitgliedsunternehmen, bei der die „Verfügbarkeit von Wohnraum“ als zweitgrößter Handlungsbedarf für die Stadt Frankfurt genannt wurde.

Trotz der Krise hält die IHK auch neue Gewerbeflächen für nötig. Schon jetzt hätten etwa Rechenzentren, Logistikunternehmen und die Pharmabranche großen Bedarf. Sobald es einen wirksamen Impfstoff gebe, könne es in den von der Krise schwer getroffenen Branchen starke Nachholeffekte oder sogar einen Boom geben, sagte Ulrich Caspar.

Im Bereich Mobilität wirbt die IHK für einen starken Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs. Die Kammer fordert den zügigen Bau der Regionaltangente West sowie Pläne für Regionaltangenten im Westen und Süden Frankfurts. Um Frankfurt herum soll es nach dem Willen der IHK zudem einen Ring von Park & Ride-Plätzen geben.

Für kostenloses Parken

Die Kammer stellt sich zudem klar gegen eine Reduzierung von Fahrspuren für Autos auf den Frankfurter Hauptverkehrsstraßen, etwa zugunsten des Radverkehrs. Radfahrende sollen sich nach Vorstellung der IHK auf einem separaten Verkehrsnetz durch die Stadt bewegen.

Auch vom Abbau von Parkplätzen und höheren Ticketpreisen in Frankfurt hält die Wirtschaftskammer gar nichts. Caspar warb stattdessen am Donnerstag dafür, dass das Parken in den Frankfurter Parkhäusern bis zu vier Stunden kostenlos wird und Autos am Straßenrand bis zu eine Stunde lang gratis abgestellt werden können. Das sei ein Instrument, um den von der Corona-Krise stark getroffenen Einzelhandel in der Innenstadt zu stärken, hieß es. Dort fehlten, seitdem es keine Messen gebe und kaum Touristen kämen, schließlich zunehmend die Kunden.

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