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Frankfurt: Hungern für die Freiheit im Iran

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Von: Georg Leppert

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Protest vor dem Generalkonsulat an der Raimundstraße. dpa
Protest vor dem Generalkonsulat an der Raimundstraße. dpa © dpa

Der Protest vor dem iranischen Generalkonsulat erreicht den Römer.

Er hat seit mehr als drei Wochen nichts mehr gegessen. Es gehe ihm gut, sagt Ehsan Abbasi, „ich bin nur etwas schwach“. Seinen Hungerstreik zu beenden, komme für ihn derzeit nicht infrage. Denn Abbasi und seine Mitstreiter:innen haben ihre Ziele noch längst nicht erreicht.

Acht Menschen, die meisten von ihnen Exil-Iranerinnen und -Iraner, befinden sich derzeit im Hungerstreik. Man trifft sie vor dem iranischen Generalkonsulat in der Raimundstraße, wo sie zum Teil zelten. Am Donnerstag kam eine kleine Delegation in den Römer und stellte ihre Forderungen vor.

Die Gruppe will erreichen, dass sämtliche Botschaften und Konsulate des Irans in Deutschland geschlossen werden. Die Europäische Union soll die islamische Revolutionsgarde auf ihre Terrorliste aufnehmen. Und: Die Proteste gegen die Regierung im Iran sollen als Revolution anerkannt werden.

Sorge um Gesundheit

Jeden Tag würden im Iran Menschen hingerichtet, sagte Abbasi im Gespräch mit Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg und Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner (beide Grüne), die die Hungerstreikenden empfingen. Er hoffe auf Solidarität mit den Menschen, die im Iran gegen die Regierung demonstrierten und dabei ihr Leben riskierten.

Deutschland müsse jegliche Kontakte mit der iranischen Regierung aufgeben, forderte Arslaner. Als Kommunalpolitikerin habe sie zwar keinen direkten Einfluss auf internationale Politik. Wenn Menschen drangsaliert würden, müsse sie aber Stellung beziehen. Zu den Hungerstreikenden sagte Arslaner: „Wir hören Ihre Stimme, aber achten Sie auf Ihre Gesundheit.“

Die Verletzung von Menschenrechten sei immer auch ein Thema für kommunale Parlamente, erklärte Eskandari-Grünberg. An Abbasi gerichtet sagte sie: „Ich mache mir große Sorgen um Sie, wir brauchen Sie.“

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