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Zuwendung am Bett eines schwerstkranken Kindes. michael schick
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Zuwendung am Bett eines schwerstkranken Kindes. michael schick

Frankfurt

Frankfurt: Hospizarbeit in Zeiten der Pandemie

  • Steven Micksch
    vonSteven Micksch
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Mehrere Einrichtungen in Frankfurt versuchen, Schwerstkranken trotz Corona einen respektvollen und persönlichen Umgang zu bieten. Doch die Pandemie belastet alle Beteiligten.

Alle Lebens- und Arbeitsbereiche werden von der Coronapandemie getroffen. Auch die Hospize, in denen Menschen ihren letzten Lebensabschnitt verbringen, müssen sich umstellen und ihren Alltag anpassen. Dies kann oftmals eine Belastung für die Betreuten, deren Angehörige, aber auch das Personal sein.

Im Hospiz Sankt Katharina in der Seckbacher Landstraße sei es zu Beginn der Pandemie schwierig gewesen, erinnert sich der Leiter des Pflegediensts, Marcus Meinhardt. „Mit einigen wenigen Angehörigen gab es viele Diskussionen.“ Es ging um die Einschränkungen der Besuche sowie der Besuchszeiten – auch in Zeiten, in denen es im vergangenen Jahr wieder Lockerungen in anderen Bereichen gab. „Wir waren vor Corona ein offenes Haus“, sagt Judith Christanz, die Leiterin des Hospiz Sankt Katharina.

Mittlerweile darf jeder Gast nur eine Besucherin oder einen Besucher für maximal zwei Stunden am Tag empfangen. Kinder zählen nicht bei der Beschränkung. Jeder Besuch wird dokumentiert, zudem wird jeder getestet, der in die Einrichtung kommt, solange er keinen gültigen negativen Test vorweisen kann. FFP2-Masken müssen während des gesamten Besuchs getragen werden. In der Sterbephase versuche man im Haus dann, individuelle Lösungen bei den Besuchen zu finden.

Um mehr Kontakte zu realisieren, wurden Tablets angeschafft, mit denen die Gäste per Videoanruf Kontakt zu Familie oder Freundeskreis halten können. Der Hospizdienst durch Ehrenamtliche wurde im Sankt Katharina ausgesetzt.

Von vielen Angehörigen und Gästen bekommen die Zuständigen Verständnis entgegengebracht. Die Dankbarkeit in Form von Karten oder Gesprächen, gebe den Mitarbeiter:innen Kraft in dieser auch für sie belastenden Zeit. „Listen führen und Abstriche machen kommen auf die normale Arbeit oben drauf. Viele haben das Gefühl das Ganze wird immer mehr“, sagt Meinhardt.

Im Evangelischen Hospiz Frankfurt in der Rechneigrabenstraße versucht die Leiterin Dagmar Müller stets abzuwägen, was verhältnismäßig ist und wie man den Arbeitsschutzmaßnahmen gerecht werden kann. Das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen sei Pflicht. Es erschwere aber die Pflege und Verständigung. Die Nähe zwischen den Menschen sei anders als vor Corona.

Im Evangelischen Hospiz verzichte man darauf, die Anzahl der wöchentlichen Besuche zu beschränken, um den Menschen in ihrer letzten wichtigen Lebensphase niemanden vorzuenthalten. „Wir merken aber, dass es deutlich weniger Besuche als vor Corona geworden sind.“ Wo früher Freunde kamen, komme nun oft nur noch die engste Familie. Tests bei Besucher:innen oder beim Personal gebe es nicht. „Eine Gratwanderung“, weiß Müller. Auch Ehrenamtliche dürfen in die Einrichtung kommen. Dank konsequenter Umsetzung der Hygieneregeln sei es noch zu keinem Corona-Fall gekommen.

Beim Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst (AKHD) Frankfurt/Rhein-Main hat die Begleitung im Frühjahr 2020 komplett pausiert. Mittlerweile könnten zwei Drittel der Familien wieder im häuslichen Umfeld unterstützt werden, sagt Katrin Winter. Ein Teil der ehrenamtlichen Begleiter:innen pausiere wegen Corona aber immer noch.

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