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Beliebter Treffpunkt: Wasserhäuschen „Gudes“ am Matthias-Beltz-Platz, bisher mit Zwischenpächterin Radeberger-Gruppe.
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Beliebter Treffpunkt: Wasserhäuschen „Gudes“ am Matthias-Beltz-Platz, bisher mit Zwischenpächterin Radeberger-Gruppe.

Wasserhäuschen

Frankfurt holt sich Büdchen zurück

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Die Stadt kündigt den Wasserhäuschen-Vertrag mit der Radeberger-Gruppe. Damit endet ein jahrelanger Streit über die Pacht.

Frankfurt – Die Nachricht kommt gut an: „Super Neuigkeiten“, sagt der „Wasserhäuschenlotse“ Hubert Gloss. Eine Chance für einen Neuanfang wittert der Büdchen-Unterstützerverein Linie 11. Und auch der mehrfach preisgekrönte Wasserhäuschenwirt Pierre Skolik aus Seckbach sieht überwiegend Vorteile in dem Beschluss.

Der lautet: Die Stadt kündigt den Vertrag mit der Radeberger-Gruppe, die Büdchenstandorte gepachtet und an Betreiber:innen weiterverpachtet hatte. „Ja, wir haben uns entschlossen, die Kioske zurück zur Stadt zu holen“, sagt Barbara Brehler-Wald, Sprecherin des Bau- und Immobiliendezernats, auf FR-Anfrage. „Wir möchten mit den Pächterinnen und Pächtern eigene Verträge abschließen.“ Vorangegangen waren zweieinhalb Jahre Streit über den Pachtzins. Die Stadt hatte 2018 eine Erhöhung ausgesprochen, die Radeberger an die Büdchenbetreiber weitergab. Elf Standorte traf es so hart, dass sie sich monatlichen Mehrausgaben bis zu 70 Prozent gegenübersahen. Petru Spiridon im Rödelheimer Wasserhäuschen „Auf der Insel“ berichtete, seine Pacht steige von 559 Euro auf 957 Euro im Monat. „Das ist unmöglich“, sagte er der FR seinerzeit.

Frankfurt: Streit um Büdchen – OB Feldmann schaltete sich ein

Als der Protest wuchs, schaltete sich Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) ein: Eine ruinöse Pachterhöhung komme „nicht in die Tüte“. Im September 2018 nahm das Baudezernat von Stadtrat Jan Schneider (CDU) die Erhöhung vorerst zurück.

Man sei in den Verhandlungen mit Radeberger nicht weitergekommen, sagt die Dezernatssprecherin. Die Kündigung entbinde die Brauerei auch von der Verpflichtung, die Flächen freizuräumen: „Wir übernehmen alles, wie es steht und liegt.“

Die Brauerei ging am Dienstag nicht auf Details ein. „Auch wenn wir diese Entscheidung bedauern, werden wir die in unseren Gesprächen mit dem Amt für Bau und Immobilien zugesicherte Vertraulichkeit selbstverständlich wahren“, hieß in einer schriftlichen Antwort an die FR. Dies gelte „auch für die nun anstehende Rückgabe der stadteigenen Grundstücke“, teilte Claudia Geisler mit, Pressesprecherin der zur Radeberger-Gruppe gehörenden Binding-Brauerei.

Pierre Skolik, Pächter des „Snack FM“-Büdchens in Seckbach, ist gespannt, ob die Stadt vielleicht sogar bereit sei, Standorte an Betreiber zu verkaufen. Er sagt aber auch: „Binding war wie eine große Mama, die sich um ihre Kinder kümmert.“ Oft seien Probleme partnerschaftlich gelöst worden.

Oliver Tepper, Vorsitzender des Vereins Linie 11, hat im Gespräch mit Betreiber:innen festgestellt: „Für viele ist es cool, wenn sie bei der Stadt direkt pachten können.“ Das enthebe sie auch von der Verpflichtung, die Getränke bei einer bestimmten Brauerei kaufen zu müssen. Aber: „Die Konditionen müssen fair ausgehandelt werden. Dann ist es eine historische Gelegenheit, die Wasserhäuschen auf ein neues Fundament zu stellen.“

Das fordert auch Hubert Gloss, bekannt durch seine Büdchenführungen. Er bemängelt etwa fehlende öffentliche Toiletten vielerorts – das Problem sei „seit Jahrzehnten verschleppt“ worden. Da will die Stadt jetzt nachrüsten. Die Reinigung dürfe aber nicht ohne Gegenleistung am Büdchenpersonal hängenbleiben, so Gloss. (Thomas Stillbauer)

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