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Frankfurt: Hollywoodstar Diane Kruger liest im Buchladen vor

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Von: Kathrin Rosendorff

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Diese jungen Fans haben schon mal Interesse an Diane Krugers Buch. Monika Müller
Diese jungen Fans haben schon mal Interesse an Diane Krugers Buch. Monika Müller © Monika Müller

Diane Kruger stellte am Freitag in der Frankfurter Innenstadt ihr erstes Werk „Dein Name“ vor. Das Kinderbuch ist eine Hommage an ihre Tochter Nova Tennessee. Gleichzeitig schreibt die 46-Jährige über ihre deutsche Kindheit als Außenseiterin, als sie mit einem echten Hasen an der Leine zur Schule ging.

Eine Hollywood-Schauspielerin im Buchladen zu treffen, ist eine seltene Gelegenheit: Diane Kruger sitzt umringt von niedlichen Kindern und vielen neugierigen Erwachsenen im Hugendubel in der Frankfurter Innenstadt. Die gebürtige Deutsche, die mit Filmen wie „Troja“ oder „Inglourious Basterds“ international berühmt wurde, ist zur Frankfurter Buchmesse zurück in ihrem Heimatland. Denn die 46-Jährige hat ein Kinderbuch geschrieben. „Dein Name“ heißt es. „Ich muss ganz ehrlich eingestehen, dass ich total nervös bin. Das ist mir schon lange nicht mehr passiert“, sagt die Neu-Autorin, bevor sie mit der Lesung am Freitagnachmittag beginnt. Ein kleiner Junge steht fasziniert direkt hinter dem Sessel, in dem sie sitzt und liest. Immer wieder spricht sie mit den Kindern, ist sehr unprätentiös, es hat was von einer szenischen Lesung.

Kurz davor gibt Kruger in einem Hinterzimmer voller Bücher und Kuchen auf dem Tisch Interviews. Das Buch ist eine Hommage an ihre jetzt vierjährige Tochter Nova Tennessee und gleichzeitig eine Erinnerung an ihre deutsche Kindheit. „Es war schon eine Herausforderung, nur 800 Wörter zu benutzen, um mein Leben zu erzählen“, sagt Kruger und lacht. Im niedersächsischen Algermissen ist sie aufgewachsen. Die Idee zu ihrem Buch sei im Lockdown in Los Angeles entstanden, als sie plötzlich so viel Zeit mit ihrer Mutter wie zuletzt mit 16 verbracht habe und sie sich über ihre Kindheit austauschten. In ihrem Buch schreibt sie über ihren Vornamen Diane: „Dann gab’s da auch noch die Sache mit meinem Namen. Alle anderen Kinder machten sich ständig drüber lustig. Der hörte sich auch gar nicht deutsch an und reimte sich blöderweise auf Banane. Warum konnte ich nicht Anna, Luna oder Heidi heißen?“

Der Vorname sei nur ein Beispiel für Momente, in denen Kinder das Gefühl hätten, nicht reinzupassen. Kruger hofft, dass Kinder sich mit ihrer Geschichte identifizieren können. „Ich habe mich immer als Außenseiterin gefühlt. Ich war nicht cool, weil ich Ballett tanzte und weil ich meinen Hasen mit zur Schule brachte, einen echten Hasen, den ich an der Leine hatte. Die anderen Kinder haben mich immer blöd angeguckt.“

Diane, die Göttin

Als ihre Mutter ihr die Geschichte der Göttin Diane, nach der sie benannt ist, vorlas, versöhnte sie sich mit ihrem Vornamen, verfolgte ihre Träume und Talente. Mit 15 ließ ihre Mutter sie allein nach Paris gehen, dort begann ihre Modelkarriere, bevor sie zunächst in Frankreich Schauspielerin wurde. „Es ist wichtig, dass wir unseren Kindern vertrauen. Sie in ihren Träumen unterstützen, egal, ob sie Eisverkäuferin oder Physikprofessorin werden wollen.“ Das Buch hat viele bunte Bilder. Kruger hat sich bewusst für eine deutsche Illustratorin entschieden, die klassische Zeichnungen, keine Cartoons machte. „Das bin ich und das ist genau das Outfit, das ich als Kind trug“, sagt Kruger und zeigt auf ein Bild. Eine Zeichnung, die ihre Tochter Nova Tennessee zeigt, gibt es auch. Aber die Kleine sei sehr entsetzt über ihre Darstellung im Buch gewesen, das habe sogar ein kurzes Familiendrama ausgelöst: „Sie fragte mich, wie ich es erlauben konnte, dass sie rote Schuhe zu einem blauen Kleid anzieht? Sie hasst rot.“ Kruger lacht los.

Ach ja, den Vornamen der Tochter hätten Kruger und ihr Verlobter Norman Reedus („Walking Dead“) gewählt, weil Nova ein Geschenk gewesen sei, mit dem sie nicht gerechnet hätten. In Tennessee warteten sie gemeinsam auf ihre Ankunft. Die Tochter habe einen Neuanfang markiert, ihr Verlobter habe bereits einen 23-jährigen Sohn.

Was liest Diane Kruger?: „Ich lese 20 bis 30 Drehbücher in der Woche. Da fehlt mir leider die Zeit, um noch Bücher zu lesen.“ Ihrer Tochter liest sie aber zwei, drei Bücher abends vor. „In ihrem Kinderzimmer hat sie eine eigene Bibliothek.“ Kruger hat schon eine Idee für ein weiteres Kinderbuch. Aber erstmal hat sie nächstes Jahr einige Filme zu drehen. Für eine Serie unter der Regie von Fatih Akin wird sie 2023 Marlene Dietrich verkörpern. „Ich hoffe, dass ich meine Augenbrauen dafür nicht abrasieren muss“, sagt sie und lacht.

Diane Kruger liest an diesem Samstag bei der Buchmesse um 13.30 Uhr im Saal Harmonie, Congress Center.

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