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Ist da jemand? Oder nicht? Oder niemand?
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Ist da jemand? Oder nicht? Oder niemand?

Frankfurt

Frankfurt: Hofmann & Lindholm mit Versteckspiel ohne Suche

  • Meike Kolodziejczyk
    VonMeike Kolodziejczyk
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Das Duo Hofmann & Lindholm wagt sich mit dem Kunstprojekt „Nobody’s there“ in Privatwohnungen – und fragt nach dem Umgang mit dem Fremden und Nicht-Identifizierbaren.

Stellen Sie sich vor, Sie kommen nach Hause in Ihre Wohnung, und Sie wissen: Niemand ist da. Niemand versteckt sich im Schrank, unter dem Bett, hinter dem Vorhang. Sie kennen diesen Niemand nicht, er zeigt sich nicht, Sie suchen ihn nicht. Sie sind einverstanden mit seiner Anwesenheit in Ihren Privaträumen. Für eine gewisse Zeit.

Häusliches Kammerspiel

Wer an „Nobody’s there“ vom 10. bis 25. September mitwirken möchte, kann sich im Produktionsbüro in Frankfurt, Wittelsbacher Allee 27, unter Tel. 01 76/52 59 60 64 oder per E-Mail unter nobodysthere@hofmann- undlindholm.de melden.

Beteiligte, Interessierte und Neugierige können heute, 7. September, 19 Uhr, im Mousonturm, Waldschmidtstraße 4, mit dem Produktionsteam ins Gespräch zu kommen. Weitere Termine zum Gedanken- und Erfahrungaustausch sind am Mittwoch, 15. September, 19 Uhr, sowie zum Abschluss am Donnerstag, 23. September, 19 Uhr, ebenfalls um 19 Uhr. Um Anmeldung via Mail wird gebeten. myk

www.hofmannundlindholm.de

„Nobody’s there“ nennt sich das neue Projekt des Künstlerduos Hofmann & Lindholm zusammen mit dem Frankfurter Mousonturm. Es ist eine Art Versteckspiel ohne Suche, ein Kammerspiel im privaten Raum. „Wir laden Menschen ein, sich in den Wohnungen anderer zu verstecken“, erläutert Hannah Hofmann. Und die anderen Menschen sind eingeladen, ihre Wohnungen zum Verstecken zur Verfügung zu stellen. Wer teilnehmen möchte, habe also drei mögliche Zugänge: Er oder sie möchte sich verstecken, sich der Gegenwart eines oder einer Versteckten aussetzen oder in beide Rollen schlüpfen. „Es ist eine einvernehmliche Situation“, sagt Hofmann. „Der kleinste gemeinsame Nenner ist Diskretion.“

Vom 10. bis 25. September sollen sich die Mitwirkenden in Frankfurter Privathäusern begegnen, respektive nicht begegnen. Hannah Hofmann und Sven Lindholm, die seit 20 Jahren Formate an den Schnittstellen von szenischer, bildender und akustischer Kunst schaffen und dafür schon einige Preise eingeheimst haben, stellen die Konstellationen zusammen. Gemeldet haben sich bislang vor allem Menschen, die sich verstecken wollen. Es braucht also noch die entsprechenden Gegenüber, die ihre Wohnung dafür hergeben. Kapazitäten hätten sie für 50 „Matches“, sagt Hannah Hofmann. Bewerben kann man sich noch bis kurz vor Ende des Projekts.

Die Idee zu „Nobody’s there“ sei bereits vor drei Jahren entstanden als Folge der Überlegung, dass im Zeitalter der digitalen Kommunikation „eigentlich immer jemand da ist und mithört“. Diesen Zustand wollten Lindholm und sie „aus dem Virtuellen ins Analoge übersetzen“. Die Pandemie hat dem Projekt einen weiteren Dreh gegeben: „Der private Raum ist in Corona-Zeiten ja unglaublich wichtig geworden als Refugium und Rückzugsort.“ Zudem stelle sich die Frage nach der Anzahl der Zuschauer:innen nicht. „Das Projekt ist nichts Konsumierbares. Es gibt kein Publikum, nur Beteiligte.“ Wer sich verstecken will, erhält zu einem vereinbarten Zeitpunkt im Produktionsbüro eine Adresse und einen Schlüssel. In der Wohnung angelangt, bleiben fünf Minuten Zeit, sich zu verbergen. Die Bewohner:innen werden per SMS benachrichtigt, kehren zurück nach Hause, dann tickt die Uhr. „Wie hält eine Person das aus?“ Das sei nur eine Frage, die sich stelle, sagt Hofmann. „Wie geht man mit dem Nicht-Identifizierbaren, dem Fremden um?“ Nach etwa einer halben Stunde verlassen beide nacheinander die Wohnung wieder, ohne sich zu begegnen, zu suchen, zu finden. Als sei niemand dagewesen.

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