Noch sind Schausteller zuversichtlich, dass der Frankfurter Weihnachtsmarkt auch in diesem Jahr stattfinden kann - trotz Corona.
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Noch sind Schausteller zuversichtlich, dass der Frankfurter Weihnachtsmarkt auch in diesem Jahr stattfinden kann - trotz Corona.

Abstand halten möglich?

Weihnachtsmarkt in Frankfurt: Schausteller hoffen trotz Corona-Winter auf eine Million Gäste

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Der Schausteller-Verband erwartet zum Frankfurter Weihnachtsmarkt in Corona-Zeiten rund 30 Prozent der Gäste – das wäre noch immer eine Million.

  • Gibt es im Corona-Jahr 2020 einen Weihnachtsmarkt in Frankfurt?
  • Schausteller hoffen auf bis zu eine Million Gäste.
  • Frankfurt hat gegenüber anderen Städten einen entscheidenden Vorteil.

Die Schaustellerinnen und Schausteller sind einigermaßen zuversichtlich, dass es in Frankfurt auch im Corona-Jahr 2020 einen Weihnachtsmarkt geben kann. „Wenn Möglichkeiten wie in Frankfurt bestehen, dass man das bis auf die Zeil ausdehnen kann, gibt es da eine gute Hoffnung“, sagte Roger Simak der Frankfurter Rundschau.

Simak ist Geschäftsführer des Landesverbands für Markthandel und Schausteller Hessen. Für andere hessische Städte ist er weniger hoffnungsvoll. „Für Städte wie Limburg wird es schwierig, wo bisher schon die ganze Innenstadt mit Ständen bestellt wird“, erläuterte Simak. In Corona-Zeiten müssten die Abstände aber deutlich größer sein als sonst.

Weihnachtsmarkt in Frankfurt: Prognosen im Corona-Jahr schwierig

Thomas Roie traut sich noch keine Prognose zu, ob der Frankfurter Weihnachtsmarkt möglich sein wird. Der Vorsitzende des Schaustellerverbands Frankfurt Rhein-Main sagte der FR am Mittwoch, die Erfahrungen mit dem laufenden Herbstmarkt seien gut. Es sei aber angesichts der unabsehbaren Entwicklung bei den Corona-Fallzahlen „fast unmöglich“ zu beurteilen, ob ein Weihnachtsmarkt möglich werde. Beim Herbstmarkt wird nicht nur der Römerberg für Buden und Karussells genutzt, sondern auch der Roßmarkt, die Hauptwache, die Freßgass und der Opernplatz.

Klar ist den Beteiligten, dass bei einem Weihnachtsmarkt in diesem Jahr mit weit weniger Besucherinnen und Besuchern zu rechnen wäre. Angesichts ausbleibender Touristinnen und Touristen schätzt Roie ihre mögliche Zahl auf etwa 30 Prozent des Üblichen. Selbst das wäre noch fast eine Million Menschen.

Ausgefallen

Keine Dippemess, kein Wäldchestag: Die Schaustellerbranche ist von den Corona-Einschränkungen hart getroffen worden. Auch eine zunächst angedachte Ersatzveranstaltung für die Herbst-Dippemess wurde gestrichen.

Der Weihnachtsmarkt wäre umso wichtiger für die Betriebe. Im vergangenen Jahr kamen rund 2,8 Millionen Menschen zu den Glühwein-, Maronen- und anderen Ständen. Das schätzte die städtische Frankfurter Tourismusgesellschaft.

Seit Beginn der Corona-Krise hat die Schaustellerbranche unter der Absage von fast sämtlichen Märkten und Volksfesten gelitten. Roie spricht von einem „Totalausfall“. Volksfeste sind bundesweit bis zum Jahresende verboten. Märkte können erlaubt werden, wenn die Hygieneregeln eingehalten werden.

Corona-Krise: Schausteller legen umfangreiche Konzepte vor

Doch nicht selten erleben die Betreiberinnen und Betreiber ein Hin und Her wie in dieser Woche in Hofheim. Dort wurde am Dienstag der „Kleine Gallusmarkt“ abgesagt, für den die Stände schon aufgebaut worden waren und der am Donnerstag beginnen sollte. Jetzt muss alles wieder abgebaut werden.

Ende Juli hatten die hessischen Schaustellerverbände umfangreiche Konzepte vorgelegt, wie Volksfeste und Märkte auch unter Corona-Bedingungen möglich sein sollten. Dazu zählten nicht nur Abstandsregeln, sondern auch ein „Verzicht auf den Verkauf von Spirituosen und Likören“, damit sich die Menschen an die Schutzvorschriften hielten. „Nach Wochen und Monaten der Isolation und des Verzichts haben wir gelernt, mit dem Virus umzugehen, und akzeptiert, dass es uns noch länger im Alltag begleiten wird“, schrieben Simak und Roie im Namen ihrer Verbände. Das sei „jedoch kein Grund, einer ganzen Branche die Ausübung ihrer Tätigkeiten zu verwehren“.

Corona-Ausfälle: Schausteller ringen ums wirtschaftliche Überleben

Jetzt, nach weiteren Monaten der harten Einschränkungen, befürchtet Roie, dass die Mehrzahl der Schausteller die Krise wirtschaftlich nicht überstehen wird. Rund 90 Prozent von ihnen seien in höchster Gefahr.

Umso wichtiger ist es aus Sicht der Verbände, dass die Mittel aus der Überbrückungshilfe rasch ankommen. Damit sollen bis zu 80 Prozent der Fixkosten abgedeckt werden. Allerdings gehört das Bedienen von Krediten nicht dazu. „Für die wirtschaftliche Situation hängt alles davon ab, wie die Überbrückungshilfen fließen“, sagt Geschäftsführer Simak. (Pitt von Bebenburg)

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