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Frankfurt: Höhere Produktionskosten beschränken das Blumenangebot

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Rosen stehen hoch im Kurs: Cem Ünlü in seinem „ Blütenparadies Ünlü“.
Rosen stehen hoch im Kurs: Cem Ünlü in seinem „ Blütenparadies Ünlü“. © Christoph Boeckheler

Geschäfte in Frankfurt bereiten sich auf den Valentinstag vor. Manche Gärtnereien können ihre Gewächshäuser nicht mehr beheizen. Von Elisa Schwarze.

Am 14. Februar ist Valentinstag – ein Datum, über das sich die Geister scheiden. Während die einen es für einen wichtigen Festtag halten, der mit gemeinsamen Unternehmungen oder Geschenken gefeiert werden muss, können andere über die Flut an kitschig-romantischen Konsumartikeln nur den Kopf schütteln.

Gespräche mit Frankfurter Florist:innen zeigen jedoch: Zumindest Blumen stehen als Liebesbeweis noch immer hoch im Kurs. Daniela Reits, Mitarbeiterin bei „Alice im Blumenland“, meldet sich am Telefon mit den Worten „Ich hab’ nicht viel Zeit, es ist Valentinstagswoche.“ Sie bezeichnet den 14. Februar als „Hochkonjunktur“, an dem ihr die Kund:innen „grundsätzlich die Bude einrennen“. Im vergangenen Jahr sei die Schlange vor dem Laden bis zu 100 Meter lang gewesen. Reits rechnet damit, dass es dieses Jahr nicht anders sein wird.

Die Lieferungen haben sie und ihr Team entsprechend aufgestockt. Vor allem rote Rosen seien sehr beliebt, „bis man den Preis hört“, lacht Reits. Das Publikum hingegen sei am Valentinstag bunt gemischt. Schulkinder, die einen Strauß für ihre Mutter suchen, kämen ebenso vorbei wie ältere Menschen, die Blumen auf das Grab ihres verstorbenen Partners legen wollen. Lediglich bei der Geschlechterverteilung gebe es eine klare Tendenz: „Unter 1000 Kunden sind vielleicht zehn Frauen“, meint Cem Ünlü, der an der Mörfelder Landstraße das „Blütenparadies Ünlü“ betreibt.

Auch er bereitet sich auf den Valentins-Ansturm vor, doch durch die steigenden Energiepreise sowie die Erhöhung der CO2-Steuern falle das Angebot in diesem Jahr knapper aus: „Viele Gärtner haben ihre Gewächshäuser geschlossen, weil sie die Heizkosten nicht mehr bezahlen können“, berichtet Ünlü. Sie öffnen erst im Mai wieder, wenn die Anlagen ohne Heizung betrieben werden. Vor allem die Lieferung von Rosen im günstigeren Preissegment sei durch die Veränderung zurückgegangen. Cem Ünlü zeigt sich besorgt: „Alles, was irgendwie negativ sein könnte, ist dieses Jahr eingetreten.“

Immerhin fällt der Valentinstag 2022 nicht auf ein Wochenende – das würde die Nachfrage nämlich noch mehr verringern. „Wir arbeiten viel mit Online-Lieferungen“, erklärt Ünlü. Unter der Woche würden mehr Bestellungen aufgegeben werden, um beispielsweise Frauen auf der Arbeit mit Blumen zu überraschen. Der Montag sei deshalb ein optimaler Valentinstag-Termin.

Neben Blumen und Pralinen zählen auch romantische Restaurantbesuche zu den beliebtesten Geschenken am Valentinstag. Das Schlosshotel Kronberg im Taunus bietet dieses Jahr ein Vier-Gänge-Menü an, mit Vorspeise, Zwischengericht, Hauptgang und Dessert. Das Event sei erstaunlich gut gebucht, berichtet Pressesprecherin Nicole Maier. Eine Erklärung dafür hat sie auch: Gerade während der Corona-Pandemie sehnten sich viele Menschen nach kleinen Inseln der Sicherheit. Ein festlicher Abend in besonderem Ambiente würde dieses Bedürfnis befriedigen.

Für viele Frankfurter Paare scheint der Valentinstag aber trotz des großen Angebots an Aktivitäten und Geschenkartikeln keine allzu wichtige Rolle zu spielen. „Ich finde es schöner, sich regelmäßig Aufmerksamkeit zu schenken und nicht alles auf einen Tag zu konzentrieren“, meint Siglinde Foesel. Zwar bringe ihr Mann Bernd am 14. Februar Blumen mit, „aber das macht er sowieso alle zwei Wochen“. Ihrer Ehe scheint das gut zu tun – seit über 45 Jahren sind die beiden verheiratet.

Von diesem Meilenstein sind Max R. und Brigitta S. noch recht weit entfernt. Doch sie haben eine ähnliche Einstellung: Am Valentinstag gibt es Geschenke, allerdings weitestgehend unabhängig vom Anlass. „Wir wollen vor allem viel Zeit miteinander verbringen“, meint Max, der seit zehn Jahren mit Brigitta zusammen ist. Emin und Melda M. planen für den 14. Februar ebenfalls keine besonderen Unternehmungen. „Bei uns ist jeder Tag wie Valentinstag“, erzählen die zweifachen Eltern glücklich. Ganz genau so sollte es doch sein.

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