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Blackout

Frankfurt-Höchst mit zweitem Stromausfall in einem Jahr

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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Nach Defekt im Umspannwerk geht im Frankfurter Westen das Licht aus. Betroffen sind 11000 Haushalte.

Es war ein sehr besonderer Abend im Neuen Theater Höchst, in dem am Dienstagabend das Musikkabarett Pigor und Eichhorn aus Berlin auftreten wollte – und schließlich auch tatsächlich auftrat. Doch vielen Besucherinnen und Besuchern der Show schwante schon Böses, als sie durch stockdunkle Straßen zum Theater liefen. Dort trugen die Kassiererinnen hinter der Theke Stirnlampen, das Kassensystem war ausgefallen, und allen wurde klar: Der Strom ist weg. Im Neuen Theater. In ganz Höchst. Auch in Nied, Unterliederbach und Sossenheim.

Sollte bis 21 Uhr der Strom wieder anspringen, so die Ansage, könnten Pigor und Eichhorn noch auftreten. Zwischenzeitlich kamen die beiden ins Foyer und boten einen ganz kleinen Ausschnitt ihres Programms – komplett unplugged. Und dann, um genau 20.58 Uhr, geschah es. Der Strom gingt an. Die Leute im Neuen Theater applaudierten, die Show konnte beginnen.

Nach derart heiteren Anekdoten stand beim Energieversorger Süwag am Mittwochnachmittag niemand der Sinn. Der Konzern mit Sitz in Höchst ging in die Offensive und lud zur Pressekonferenz ein. Denn der Stromausfall am Dienstagabend war das zweite Ereignis dieser Art innerhalb eines Jahres. Im November vorigen Jahres hatten 20 000 Haushalte im Frankfurter Westen keinen Saft. Diesmal waren es 11 000 – und nicht wie zunächst gemeldet 16 000 Haushalte. Doch das ist ein schwacher Trost für den Süwag-Vorstand, der den Vorfall sehr ernst nehme, wie alle Beteiligten am Mittwoche mehrfach betonten.

Damals wie heute lag der Grund für den „Blackout“ im Umspannwerk in Höchst, einer 37 Jahre alte Anlage, die seit anderthalb Jahren umgebaut wird, um mehr Leistung liefern zu können. Ein Defekt an einem Spannungswandler hatte am Dienstag dafür gesorgt, dass Rauch aus der Anlage aufstieg. Weitere Teile wurden in Mitleidenschaft gezogen. Um 17.15 Uhr gingen viele Straßen in den vier betroffenen Stadtteilen vom Netz. Das Klinikum Höchst stellte unmittelbar auf Notstromversorgung um.

Bei der Feuerwehr trat am späten Nachmittag ein Stab zusammen, die neue Sicherheitsdezernentin Annette Rinn (FDP) wurde in kurzen Abständen informiert, und zahlreiche Rettungswagen rückten nach Höchst aus. Unter anderem galt es, Patientinnen und Patienten, die daheim ein Atemgerät nutzen, möglichst schnell ins Krankenhaus zu bringen.

Nach vier Stunden gingen zumindest Teile des Gebiets wieder ans Netz. Um kurz nach 1 Uhr war die Stromversorgung für alle Haushalte wieder hergestellt. Allerdings nur durch ein Provisorium, wie die Süwag mitteilte. Der Krisenstab arbeitete auch am Mittwochnachmittag noch an dauerhaften Lösungen.

Einen Zusammmenhang mit dem Stromausfall im Herbst 2020 gebe es nicht, sagte Andreas Berg, der Leiter des Krisenstabs. Grund sei damals ein Feuer im Umspannwerk gewesen. Dennoch will sich die Süwag die Anlage noch einmal sehr genau anschauen und prüfen, wie es zum erneuten Fehler kommen konnte. Doch Alternativen zu dem Standort gibt es derzeit nicht.

Für knapp eine Stunde hatten am Dienstagabend auch einige Tausend Menschen in der Offenbacher Innenstadt keinen Strom. Der Ausfall, der kurz vor 21.30 Uhr behoben war, steht aber in keinem Zusammenhang mit dem Vorfall in Frankfurt.

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