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Massive Rauchentwicklung beim Brand an der UAS.

Feuerwehr

Frankfurt: Hochschulgebäude nach Feuer unbenutzbar

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Nach dem Großbrand an der Frankfurt University of Applied Sciences kann das betroffene Gebäude lange nicht genutzt werden. Die Hochschule hofft trotzdem auf eine rasche Sanierung.

Nach dem massiven Brand auf dem Dach eines Altbaus der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) am Nibelungenplatz wird ein Teil des Gebäudes wohl über Monate hinweg nicht nutzbar sein. Der linke Teil von Gebäude 9 sei durch das eingesetzte Löschwasser „dramatisch in Mitleidenschaft gezogen“, sagte Frank Dievernich, der Präsident der Hochschule, am Donnerstag der Frankfurter Rundschau. Viele Büros stünden vollständig unter Wasser, viele Decken kämen herunter. Der rechte Teil des Gebäudes sei weniger betroffen, Statiker müssten aber noch prüfen, ob man ihn betreten könne, sagte Dievernich.

Am Mittwochnachmittag gegen 16.30 Uhr war an der Dachkonstruktion des Altbaus aus bislang ungeklärten Gründen ein Feuer ausgebrochen. Die Frankfurter Berufsfeuerwehr und mehrere Freiwillige Wehren hatten bis zum späten Abend gegen die Flammen gekämpft, erst gegen Mitternacht war der Einsatz für die letzten der rund 100 Einsatzkräfte beendet.

In der Nacht hatten Fachleute noch eine sogenannte Brandnachschau vorgenommen, also nach möglichen neuen Glutnestern gesucht. Verletzt wurde niemand.

Die Polizei hat mittlerweile Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Nach ihren Angaben kommt sowohl ein technischer Defekt als auch eine fahrlässige Brandstiftung in Betracht. An dem Gebäude fanden gerade Sanierungsarbeiten statt, die kurz vor dem Abschluss standen. Der entstandene Sachschaden dürfte nach ersten Schätzungen im siebenstelligen Bereich liegen.

Ausweichräume gesucht

Dass sich das Feuer so kurz vor Fertigstellung der Sanierung ereignet habe, sei besonders dramatisch, sagte UAS-Präsident Dievernich. „Wir standen zwei Wochen davor, das Gebäude feierlich einzuweihen.“ Zum Glück seien die frisch sanierten Außenfassaden und das neu gestaltete Foyer „so gut wie unberührt“, sodass die Arbeiten nicht umsonst gewesen seien.

Er hoffe jetzt, dass das Löschwasser schnell abgepumpt werden könne „und wir damit anfangen können, an die Aufräumarbeiten zu gehen“, sagte Dievernich. Obwohl die Corona-Pandemie gerade alle anderen Probleme in den Schatten stelle, hoffe er auf Solidarität und Unterstützung aus der Stadtgesellschaft, damit das Gebäude schnell wieder hergerichtet werden könne. Für die Zwischenzeit müssten Ausweichflächen für Büros und Seminarräume gesucht werden, sagte der Präsident.

Die Frankfurter CDU-Bundestagsabgeordnete Bettina Wiesmann zeigte sich am Donnerstag betroffen von dem Brand in der UAS. Das Feuer treffe „gerade dieses Gebäude zu einem besonders bitteren Zeitpunkt“, sagte Wiesmann. Es habe eigentlich in Kürze als Startpunkt der sogenannten Campusmeile feierlich präsentiert werden sollen.

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