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Frankfurt: Hochschulen halten an Präsenzprüfungen fest

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Von: George Grodensky

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Der Campus der Frankfurt University, Klausuren schreiben die Studierenden an der Messe.
Der Campus der Frankfurt University, Klausuren schreiben die Studierenden an der Messe. © Monika Müller

Studierende äußern Sorge vor Omikron, allerdings nur anonym. Hochschulen haben aber bislang kein Infektionsgeschehen durch Prüfungen in Präsenz beobachtet, sagen sie.

Die Studentin ist verärgert. Die Frankfurt University of Applied Science (UAS) nehme es bei den Präsenzklausuren nicht so ernst mit dem Hygienekonzept, klagt sie, möchte allerdings anonym bleiben und schreibt ihren Frust namenlos in das Online-Kontaktformular der Zeitung. Angesichts der grassierenden Omikron-Welle halte sie es für „unverantwortlich“, Studierende überhaupt an die Hochschule zu zitieren. In Zeiten des Homeoffice sei nicht nachzuvollziehen, warum es nicht ohne Präsenz gehe.

Die Hochschule zeigt sich über den Vorwurf erstaunt. Diese oder ähnliche Beschwerden zur Prüfungssituation im laufenden Semester seien bislang nicht beim Vizepräsidenten für Studium und Lehre eingegangen, sagt Pressesprecherin Nicola Veith. Studierende wünschten sich sogar Präsenzklausuren, da sie unsichere Internetverbindungen und Unklarheit beim Verfahren befürchteten.

Bei Onlineklausuren wäre eine durchgängige Videobeobachtung der Teilnehmenden notwendig. Eine belastbare Rechtssicherheit gäbe es sonst nur bei Open-Book-Klausuren, bei denen Hilfsmittel erlaubt sind und die Überwachung entfällt.

Nach aktuellem Stand werden drei Fachbereiche der Frankfurt UAS in diesem Wintersemester in Präsenz prüfen – in Halle 11 der Frankfurter Messe. Die ist für 8000 Menschen zugelassen, und durchgängig klimatisiert, müsse also nicht gelüftet werden. Zudem lasse sich der Eineinhalb-Meter-Abstand gut einhalten. Der Fachbereich 4, „Soziale Arbeit und Gesundheit“, bietet, wie in den Corona-Semestern zuvor, Open-Book-Klausuren an.

Die Hochschule nehme die Gefahr einer Ansteckung mit der Omikron-Variante sehr ernst, versichert Veith. Deshalb ist für den Zutritt zu Prüfungen ein professionelles Testergebnis, das nicht älter als 24 Stunden sein darf, erforderlich. Personen mit Booster sind von der Regelung ausgenommen. Auch die medizinische Maske ist Pflicht. Bislang seien die Erfahrungen gut, sagt Veith. In den Fachbereichen eins und zwei habe es bislang keine Beschwerden über das Verfahren gegeben, weder über das Sicherheitskonzept und die Hygieneregeln noch über den Ablauf. Der Fachbereich 3, „Wirtschaft und Recht“, habe es zunächst mit Open-Book-Klausuren versucht, aber auf Wunsch der Studierenden auf Präsenzklausuren umgestellt.

Die hat er wegen der geringen Personenzahl pro Prüfung auf dem Campus schreiben lassen. „Kein Prüfling musste die Klausur bei geöffneten Fenstern in Winterjacke schreiben, sondern es wurde ein übliches Stoßlüften von drei Minuten in einem Abstand von 20 Minuten umgesetzt.“ Ab sofort werde der Fachbereich ebenfalls an der Messe prüfen.

Auch die Goethe-Universität hält am erprobten Konzept für Präsenzklausuren fest. Bislang seien sie „ohne nachweisbares Infektionsgeschehen“ verlaufen, wie die Uni mitteilt. Das Hygienekonzept biete auch bei der Omikron-Variante genügend Schutz vor Ansteckung. Dazu trügen vor allem die Maskenpflicht in Gebäuden und die Bemühungen, stets gut zu lüften, bei.

Sofern Präsenzklausuren gleichzeitig als Onlineprüfungen mit entsprechender Aufsicht geschrieben werden, bedürfe es einer datenschutzkonformen technischen Umsetzung sowie eines auch insgesamt höheren technischen und administrativen Aufwands, teilt die Uni mit. Herausforderungen ergäben sich aus unterschiedlicher technischer Ausstattung an heimischen Arbeitsplätzen sowie der uneinheitlichen medialen Anbindung der Arbeitsplätze ans Internet.

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