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Frankfurt: Hip-Hop tanzen und Farsi lernen

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Von: Steven Micksch

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Screenshot aus dem Film „Die fast ganz böse Klasse“, der beim Junge-VHS-Kurs „Kinderkrimi selbst gedreht“ entstand.
Screenshot aus dem Film „Die fast ganz böse Klasse“, der beim Junge-VHS-Kurs „Kinderkrimi selbst gedreht“ entstand. © FR

Die Volkshochschule Frankfurt bietet ein spezielles Programm für Kinder und Jugendliche. Die besonderen Kurse werden durch Corona aber auch erschwert.

Dass Bildung nicht immer nur Geschichte, Mathe oder Deutsch bedeuten muss, sondern auch Hip-Hop, Filme drehen und Comics zeichnen sein kann, zeigt der Bereich „Junge VHS“ seit vielen Jahren in Frankfurt. Diese Kursangebote der Volkshochschule speziell für Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis achtzehn Jahren bieten ein Spektrum, das die Erwachsenenbildung, die ein großer und wichtiger Teil der Arbeit an der VHS ist, nicht abbildet.

„Wir wollen damit Bildungslücken schließen, aber auch neue Teilnehmende gewinnen“, sagt die pädagogische Mitarbeiterin Magdalena Kneisel, die die „Junge VHS“ im Fachbereich „Sozialer Zusammenhalt“ der VHS in Frankfurt betreut. Wer in der Jugend Kurse der Einrichtung kennenlernt, werde im Erwachsenenalter darauf zurückkommen, ist der Gedanke, der dahintersteht. Seit Mitte der 90er Jahre gibt es die Junge VHS bereits in Frankfurt, wobei das Konzept auch in anderen Städten und Bundesländern zum Einsatz kommt.

In Frankfurt aber erfolgte im Jahr 2000 eine Umfrage, um festzustellen, welche Bedarfe es gibt und in welchen Bereichen. Daraus kristallisierten sich fünf Themenfelder heraus, die heute noch Bestand haben: Kreatives, Kultur, Sprachen, Gesellschaft und Erfahrungswelten. Zur letztgenannten Kategorie zählt beispielsweise der Kurs „Grown Girl“ (erwachsenes Mädchen); darin lernen die Teilnehmerinnen den Umgang mit Konflikten und Kritik, aber auch mit Social Media. Pro Halbjahr sind bis zu 60 Kurse im Angebot der jungen VHS zu finden.

Die VHS

Die Ursprünge der Frankfurter VHS reichen mehr als 130 Jahre zurück – damals noch unter dem Namen Bund für Volksbildung.

Heutzutage ist sie die größte öffentlich geförderte Weiterbildungseinrichtung in Hessen. Das Programm umfasst jährlich rund 5600 Kurse, Seminare, Workshops, Vorträge, Führungen, Bildungsurlaube und Ausstellungen.

Die Junge VHS richtet sich konkret an unter 18-Jährige. Unter vhs.frankfurt.de/jungevhs im Internet gibt es alle Infos und Kurse. mic

Häufig entstehen Kurse auch erst aufgrund der Nachfrage durch die Familien. Etwa wenn der Wunsch besteht, dass Kinder die Herkunftssprache der Großeltern lernen sollen, um auch den Kontakt zu den Familienmitgliedern im Ausland zu halten. Ein Beispiel ist der Farsi-Sprachkurs, den es für Anfänger oder Fortgeschrittene gibt.

Kneisel möchte einige der fünf Teilsegmente noch mehr schärfen und besser anpassen – auch an die aktuelle Pandemiezeit. „Die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen sind gerade andere als vor Corona“, erläutert sie. Dazu zähle Empowerment, wieder aufeinander zugehen und miteinander umgehen. Denn Corona hat auch die Arbeit der Jungen VHS beeinflusst. Von Januar bis Mai 2021 gab es zum Beispiel gar keine Kurse, später wurden einige Angebote auf online umgestellt.

Was bei einem Programmierkurs gut machbar ist, funktioniere aber nicht bei allen Angeboten. So finden auch Präsenzkurse mit verringerten Teilnehmerzahlen und angepasstem Hygienekonzept statt. Auch die Partnerarbeit sei nur sehr schwer umzusetzen.

Kneisel bemerkt aber durchaus ein zögerlicheres Anmeldeverfahren als vor der Pandemie. Wo früher Kurse sehr schnell ausgebucht waren, gingen mittlerweile erst zwei Wochen vor Kursbeginn die Anmeldungen ein. „Aber es ist von Kurs zu Kurs unterschiedlich“, berichtet Magdalena Kneisel. „Für den Sommer sind teilweise schon Kurse ausgebucht.“ Dies sei häufig ein Ferienprogramm.

Die Kurse seien offen für alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von deren Wohnort. Schülerinnen und Schüler aus Frankfurt erhalten 20 Prozent Rabatt auf die Teilnahmegebühr. Familien, die einen Frankfurt-Pass haben, erhalten einen 50-prozentigen Nachlass. „Wir wissen aber, dass selbst das immer noch zu viel sein kann“, sagt Kneisel. Deshalb suche die Volkshochschule nach Fördermöglichkeiten und Kooperationspartnern, um Kurse kostenlos anbieten zu können.

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