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Frankfurt: Hilfe zum Leben mit Parkinson

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Von: Steven Micksch

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Angela Arncken (l.) und Elke Lückert sind Parkinson-Patientinnen und künstlerisch aktiv.
Angela Arncken (l.) und Elke Lückert sind Parkinson-Patientinnen und künstlerisch aktiv. © Renate Hoyer

Der Verein evanda zeigt eine Ausstellung mit Werken von zwei Parkinson-Patientinnen und möchte mehr Öffentlichkeit für die Krankheit und Betroffene schaffen.

Zwei handgezeichnete Papageientaucher auf der einen Seite des Raumes, Fotos von besonderen Orten in Frankfurt auf der anderen. Mehr als 25 Fotografien und Bilder schmücken derzeit die Wände des Vereinsraums von „evanda“ in der Alten Kapelle der Andreasgemeinde. Mit der Ausstellung möchte der Verein auf die Krankheit Parkinson aufmerksam machen.

Angela Arncken hat die Bilder der kleinen Schau gemalt, Elke Lückert steuert die Fotos bei. Beide sind an Parkinson erkrankt. „Ich habe im Mai 2018 meine Diagnose bekommen. Ich wollte mir nicht eingestehen, dass es unheilbar ist“, erinnert sich Lückert. Ein Jahr lang habe sie versucht, mit alternativer Medizin doch noch Heilung zu finden. Irgendwann akzeptierte sie die Situation und begann, Medikamente einzunehmen.

Bei Parkinson kommt es zu einem langsam fortschreitenden Verlust von Nervenzellen, vornehmlich jenen, die Dopamin produzieren. Erkrankte Menschen leiden deshalb an einem starken Dopaminmangel; mit Medikamenten wird versucht, dem entgegenzuwirken. Symptomatisch ist die Muskelstarre (Rigor) oder das Muskelzittern (Tremor), auch eine hochgradige Bewegungsarmut (Akinesie) zählt zu den Hauptsymptomen.

Der Verein

Evanda Frankfurt möchte, dass erkrankte mehr Selbstvertrauen gewinnen un ihr Leben selbstständig begleiten.

Es gibt Treffen mit Vorträgen sowie wöchentlich Gymnastik, Nordic Walking, Badminton und Tischtennis.

Kontakt per E-Mail an info@evanda-parkinson.de oder Tel. 069/78 22 48. mic

Nicht nur für Elke Lückert war die Diagnose ein Schock. Auch andere Vereinsmitglieder berichten, es sei, als ob einem der Boden unter den Füßen weggezogen oder ein Eimer kaltes Wasser über den Kopf geschüttet werde. Die Fotografin ist seit 40 Jahren mit der Kamera unterwegs. Wegen ihres Zitterns konnte sie nur noch mit Stativ fotografieren, doch dank moderner Handykameras, die den Tremor ausgleichen, könne sie auch weiterhin aktiv sein. „Das hat mich emporgehoben.“

Angela Arncken leidet nicht unter einem Tremor, deshalb kann sie dem Malen noch ohne große Beeinträchtigung nachgehen. „Es ist eine gute Übung für die Feinmotorik.“ Auch ihre Kreativität werde gefördert und – am wichtigsten – ihr Selbstbewusstsein.

Der in Frankfurt gegründete Verein möchte gerne bekannter werden. Die Vereinsräume liegen seit kurzem in den Räumlichkeiten der evangelischen Andreasgemeinde in der Kirchhainer Straße 2. „Wir sind hier mit offenen Armen empfangen worden“, sagt Theodor Merkl, Zweiter Vorsitzender des Vereins. Immer montags von 17.30 bis 19 Uhr trifft sich der Verein in der Bücherei der Gemeinde zur wöchentlichen Sitzung. Nach der Pandemie geschieht dies für die rund 43 Mitglieder sowohl in Präsenz als auch digital.

Ebenfalls am Montag steht ein Sportnachmittag mit einer Physiotherapeutin auf dem Programm, mittwochs kommt Nordic Walking im Niddapark dazu. Bewegung sei für Parkinson-Betroffene extrem wichtig, sagt Vorsitzender Christian Rietschel. Jeder erkrankte Mensch habe in Deutschland Anspruch auf Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie. „Das sollte man sich nicht nehmen lassen“, sagt Lückert.

Wer sich die Fotografien und gemalten Bilder der kostenlosen Ausstellung anschauen möchte, kann dies noch am Sonntag, 24. April tun. Die Schau ist an diesem Tag von 10.30 bis 16.30 Uhr zugänglich.

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