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Frankfurt: Hilfe für Sterbende und Hinterbliebene

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Von: George Grodensky

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Claudia Henrich ist Physiotherapeutin und Sterbebegleiterin.
Claudia Henrich ist Physiotherapeutin und Sterbebegleiterin. © peter-juelich.com

Ein neues Trauerzentrum bietet Unterstützung zu Themen rund ums Lebensende. Das geht von seelischer Massage über Physiotherapie zur Linderung von Schmerzen bis zu praktischer Lebenshilfe in Sachen Bürokratie.

Menschen sterben. Das lässt sich nicht vermeiden. Todesursachen gibt es einige, das Alter, Krankheiten, Unfälle. Die meisten Sterbenden hinterlassen Menschen, die den Verlust betrauern. Allerdings klagen sie still und meist alleine. „Traurigkeit hat nicht so viel Platz in unserer Gesellschaft“, sagt Claudia Henrich.

Zusammen mit Annika Reuß und Iris Rose möchte sie das ändern. Die drei haben in Frankfurt-Bornheim ein Trauerzentrum gegründet. Der Name: „Endlichkeit.jetzt“.

„Sterben und Tod sind nach wie vor Tabuthemen“, sagt Henrich. Wenn die Extremsituation dann eintreffe, seien viele Menschen nicht darauf vorbereitet – und überfordert.

„Wie Abschied nehmen? Wie damit umgehen? Wie geht es nun weiter?“ Der Verlust eines Menschen sei ein Einschnitt, doch in „unserer schnelllebigen Zeit müssen wir wieder in den Alltag finden.“ Da bleibe wenig Zeit für die Trauer.

„Wir wollen unterstützen“, sagt Henrich. Egal, ob Erwachsene, Jugendliche oder Kinder. Die Themen Sterben, Tod und Trauer miteinander verbinden, die oft seltsamerweise getrennt begleitet werden, von verschiedenen Instanzen. Womöglich wäre eine längere und übergreifende Ansprache für die Menschen in diesem Prozess angenehmer .

So bietet das Zentrum Sterbebegleitung, palliative Physiotherapie, Trauerarbeit für Einzelpersonen und Gruppen, Trauerbegleitung für Kinder und Heranwachsende, Letzte-Hilfe-Kurse für Erwachsene und Kinder (das kleine 1x1 der Sterbebegleitung), Akutbegleitung für Schulen und pädagogische Einrichtungen sowie Beerdigungsbegleitung.

Ein Element soll das monatliche Trauercafé sein, im Café Menthe der Gärtnerei Klumpen, Dortelweilerstraße 87, gegenüber dem Bornheimer Friedhof. Auftakt ist am Donnerstag, 1. Dezember, von 16.30 bis 18 Uhr. Inspirationen und Impulse soll es dort geben, aus denen die Gäste Kraft ziehen können für ihre jeweilige Extremsituation. Am Anfang soll immer ein kleiner Vortrag stehen, dann folgt der Austausch darüber.

In Trauergruppen möchte das „Team Trost“ an zehn Terminen sechs bis acht Menschen versammeln. Die Trauergruppe für Erwachsene beginnt am Donnerstag, 26. Januar, 19 bis 21 Uhr, im Zentrum in Bornheim-Mitte.

In der palliativen Physiotherapie stehen Wohlbefinden und die innere Kraft der Patientinnen und Patienten im Vordergrund. Mit Techniken aus der Lymphdrainage, der Physiotherapie und der Massage können Beschwerden und Symptome gelindert werden. Berührung, Aktivität, Energiearbeit und kleine Tipps verbessern das Wohlbefinden.

Bei der Letzten Hilfe sprechen Teilnehmer:innen über die „Normalität des Sterbens als Teil des Lebens“. Auch praktische Dinge kommen zur Sprache, wie Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht. Viele Menschen wollen sich nicht mit dem Tod auseinandersetzen, haben Angst. Aber „durch Krisen muss man nicht alleine gehen“, erklärt Claudia Henrich. Als Sterbegeleiterin und Physiotherapeutin sei ihr oft aufgefallen, „wie sehr Menschen, die trauern oder einen sterbenden Menschen betreuen, mit ihren Gefühlen, Gedanken und Sorgen alleingelassen werden“.

Endlichkeit.jetzt – Zentrum für Sterben, Tod und Trauer, Spessartstraße 12. Tel.: 069 / 40 58 62 07 & 0176 / 83 23 87 66

E-Mail: info@endlichkeit.jetzt

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