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Sozialpolitik

Frankfurt: Hilfe für Obdachlose aus EU-Staaten

  • Hanning Voigts
    VonHanning Voigts
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Die Stadt Frankfurt kooperiert enger mit dem Förderverein Roma, um Notleidenden schneller helfen zu können. Der Verein hofft mittelfristig auf ein eigenes „Haus für Roma“

Um mehr Obdachlose aus östlichen EU-Staaten wie Rumänien und Bulgarien mit einer Unterkunft zu versorgen, setzt die Stadt Frankfurt seit Mitte November auf eine engere Kooperation mit dem Förderverein Roma. Wie Miriam Bandar, die Sprecherin von Sozialdezernentin Elke Voitl (Grüne), der Frankfurter Rundschau bestätigte, haben das Dezernat und der Verein sich auf einen Modellversuch geeinigt, bei dem der Förderverein, der gerade für Angehörige der Roma-Minderheit eine zentrale Anlaufstelle in der Stadt ist, Menschen in Notlagen direkt bei den Hilfseinrichtungen melden kann.

Die Mitarbeitenden etwa vom stadtnahen Frankfurter Verein für soziale Heimstätten fänden dann „gemeinsam mit den Betroffenen eine passende Lösung“, so Bandar weiter. In den ersten Wochen seit Mitte November habe der Förderverein bereits neun Menschen auf diesem Wege gemeldet, davon seien sieben sofort in einer Einrichtung untergebracht worden, zwei seien nicht erschienen. Von den sieben seien vier immer noch untergebracht, drei hätten die Einrichtungen wieder verlassen, so Bandar. Nach einer Testphase wolle man das Projekt gemeinsam mit dem Förderverein auswerten „und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen“.

Die Probleme bestehen seit Jahren

Die Lage obdachloser EU-Ausländer:innen beschäftigt die Stadt Frankfurt seit Jahren. EU-Bürger:innen genießen Freizügigkeit in Deutschland, neben Fachkräften kommen auch Menschen mit wenig beruflicher Qualifikation, um sich eine Zukunft aufzubauen. Gerade Roma aus Rumänien fliehen dabei auch vor Diskriminierung und Perspektivlosigkeit in ihrer Heimat. Da sie als Arbeitssuchende keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben, fallen EU-Bürger:innen oft durch alle Netze, viele landeten in Frankfurt auf der Straße. Mehrfach errichteten obdachlose Menschen sich in der Stadt slumartige Camps.

Die Stadt Frankfurt ließ Betroffene lange Jahre nicht in ihre Unterkünfte und zahlte ihnen nur Rückfahrkarten in die Heimat. Anfang des Jahres wich die Stadt erstmals vorsichtig von diesem politischen Kurs ab und schuf in der Corona-Pandemie zusätzliche 20 Schlafplätze für obdachlose EU-Bürgerinnen und Bürger. Diese Zwischenlösung läuft aber im März kommenden Jahres aus. Die neue Sozialdezernentin Voitl will sich der ganzen Thematik nach FR-Informationen verstärkt annehmen,

Hoffnung auf Verbesserung

Joachim Brenner, Geschäftsleiter des Fördervereins, sagte der FR, er sehe das Modellprojekt mit der Stadt als Schritt in die richtige Richtung. Ein kurzer Draht zu Behörden und Einrichtungen sei ein Gewinn für die obdachlosen Menschen, die oft in existenzieller Not in die Sozialberatung des Vereins kämen. „Wir sehen das jetzt erst mal als Verbesserung“, sagte Brenner. „Es geht aber darum, das Ganze strukturell zu verbessern.“

Langfristig bleibe der Verein bei seiner seit Jahren erhobenen Forderung nach einem „Haus für Roma“ in Frankfurt, in dem Roma-Migrant:innen Schutz vor Rassismus fänden und unterkommen könnten, bis sie sich in der Stadt orientiert hätten. Er nehme wahr, dass der neue Magistrat einer solchen Lösung gegenüber aufgeschlossener sei, sagte Brenner. „Da ist Bewegung drin.“

(Hanning Voigts)

Rubriklistenbild: © peter-juelich.com

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