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Frankfurt: Hier sammelt die Maus

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Von: Thomas Stillbauer

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Die Peta-Maus wirbt für die Website tierversuche-stoppen.org
Die Peta-Maus wirbt für die Website tierversuche-stoppen.org © Rolf Oeser

Der Peta-Mann schwitzt auf der Zeil mächtig für Unterschriften gegen Tierversuche. Die Kinder sind begeistert.

Auf der Zeil steht eine riesige weiße Maus und winkt. Macht Daumen-hoch-Zeichen. Geht mal hierhin, mal dorthin. Die Kinder sind fasziniert. Wann hat man je solch eine große Maus gesehen? Unten in den U-Bahnstationen sind ganz kleine. Aber die winken eher selten.

Die große Maus hat allerdings eine Mission. Sie, oder besser gesagt: er, denn im Pelz steckt Steffen Lenhardt, will die Menschen davon abbringen, Tierversuche zu machen. Lenhardt gehört zur Tierrechtsorganisation Peta und tourt gerade durch die Republik. Sein Ziel: Unterschriften sammeln für die EU-weite Initiative „Save Cruelty Free Cosmetics“, deutsch etwa: Kosmetik ohne Grausamkeit.

Immer noch setzten Konzerne und sogar Behörden darauf, Tiere für die Entwicklung von Kosmetikprodukten zu quälen, sagt Lenhardt. Damit müsse Schluss sein: „Es gibt mehr als 6000 Stoffe, die für die Herstellung von Kosmetik zugelassen sind. Das muss genügen. Wir brauchen keine Tierversuche für weitere Produkte.“

Peta erklärt, eine Million Unterschriften seien nötig, damit sich die EU-Kommission mit den drei Hauptforderungen der Initiative beschäftigen müsse. Erstens: effektives Verbot von Kosmetikversuchen – das bestehende Verbot werde derzeit durch andere Regelungen ausgehebelt. Zweitens: Umgestaltung der Chemikalienregulierung, sodass weitere Tierversuchen hinfällig würden. Drittens: eine wissenschaftliche Basis für die Ausstiegsstrategie aus Tierversuchen.

Die Million Unterschriften ist bereits geschafft. Sogar 1,25 Millionen seien es, sagt Steffen Lenhardt, aber einige mehr sollten es noch werden, um einen Puffer zu haben. Dafür gibt der junge Mann alles bei gut 30 Grad auf der Zeil. Im Mäusepelz dürfte ebenfalls ein gewisser zusätzlicher Hitzepuffer herrschen. Eine Frau läuft direkt auf die Maus zu und fragt: Wo unterschreiben? Sie muss den QR-Code scannen: auf dem Schild, das die Maus trägt. Weitere Leute kommen und lassen sich mit dem Nager fotografieren. Gegen Tierversuche mit Riesenmäusen auf Einkaufsmeilen sei wohl nichts einzuwenden, witzelt ein Passant.

Lenhardt sollte ursprünglich nicht ganz allein mausen, aber sein Team fiel kurzfristig aus. Corona. Vor dem Besuch in Frankfurt war er in Mainz. An diesem Donnerstag geht’s weiter nach Köln und Düsseldorf. Mit dem Auto – das Riesenmauskostüm lässt sich für einen Einzelkämpfer in der Eisenbahn nicht wuppen. Das wäre aber ohnehin zu gefährlich: Womöglich steigt irgendwo hinter Limburg eine Riesenkatze zu.

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